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Kollektionspremiere unter neuer Führung

Schöffel und der High Tech-Parka

Schöffel

Mehr Vielfalt und eine behutsam verjüngte Handschrift – so will Schöffel neue Kunden gewinnen.

Der Umbau der Schöffel-Führungsriege war nur der Anfang. Nun zeigt sich, welche Veränderungen die Verpflichtung von Peter Sontheimer (Produkt), Reiner Gerstner (Marketing) und Stefan Merkt (Vertrieb) für die Kollektion bedeutet. Der Anspruch: eine behutsame Verjüngung der Kollektion, vor allem aber auch eine größere Vielfalt.


Die Produkte für den kommenden Herbst tragen erstmals die Handschrift von Peter Sontheimer, der seit rund einem Jahr dabei ist. Er teilte die Kollektion in zwölf Kapseln, und zwar ausgehend von klar definierten Personas und ihren Aktivitäten. Für diese entwickelte er mit seinem Team entsprechende Produkte: Der Skitourengeher, für den Sport ein Ausgleich ist, sucht andere Produkte als der ambitioniertere Tourengeher. Dieser bildet sprichwörtlich die Spitze der Kollektion, die Basis stellen weiterhin die Bereiche Outleisure, Trek&Hike und Ski Alpin. Diese Bereiche werden in jeweils drei Kapseln unterteilt, von Outleisure Sportswear über Hiking Active und Pure Piste bis Mountaineering. Produkte werden nun gezielt in diese Kapseln hinein entwickelt, ohne dass die Kollektion insgesamt vergrößert wurde. Dabei hat Sontheimer darauf geachtet, sortimentsübergreifende Farbwelten zu entwickeln.

Die größte Kapsel ist Outleisure Casual. Auch die ist vom Design her cleaner, toniger, aber ohne funktionelle Abstriche. „In dem Urban-Segment steckt auch weiterhin großes Mengenwachstum“, so Firmenchef Peter Schöffel. Der Unterschied einer urbanen, aber funktionalen Outdoor-Jacke zur „Lifestyle“-Jacke müsse den Kunden allerdings erklärt werden.

Verjüngt: So will Schöffel ran an neue Kunden

Besonders viel zu erklären gibt es bei der Outleisure Tech-Kapsel. Hier stößt Schöffel mit einem Parka für 599 Euro in eine neue Preislage vor. Im vergangenen Winter hatte Schöffel mit dem 499 Euro-Parka moderat oben angebaut.

Jetzt also 599 Euro. Für eine Jacke, die Ski- und Mountain-Technologie umsetzt für einen urbanen Lifestyle, so Sontheimer. Auf die Frage, warum Schöffel ein solches Produkt braucht, antwortet Sontheimer mit einer Gegenfrage: „Braucht Schöffel zwanzig Mal die gleiche Jacke für den gleichen Kunden?“ Und: „Wir haben keine Angst vor dieser Preislage. Mit solchen Produkten können wir uns von Lifestyle-Anbietern abgrenzen – wenn wir auch mit dem Design die Kunden abholen, die bereit sind, 599 Euro für eine Jacke auszugeben.“

Eine neue Handschrift wird auch in der Bildsprache sichtbar. Fotografiert wird nicht mehr an Models, sondern an echten Menschen. Schöffel soll authentisch, individuell und vor allem nahbar sein, so der Anspruch des neuen Marketing-Chefs Reiner Gerstner.
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