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Kommentar zum Outdoor Retailer Climate Commitment

Große Koalition

Ist das Outdoor Retailer Climate Commitment ohne Sanktionierungsmechanismen ein zahnloser Tiger? Nein, sagt TW-Redakteurin Mara Javorovic.
Ist das Outdoor Retailer Climate Commitment ohne Sanktionierungsmechanismen ein zahnloser Tiger? Nein, sagt TW-Redakteurin Mara Javorovic.

In der Politik das Synonym für Stillstand. In der Branche kann sie wegweisende Impulse setzen.

Als historischen Schulterschluss wollen sie die Konstellation nicht verstanden wissen. Auf diese Formulierung reagieren die Chefs der beiden gewichtigen Outdoor-Spezialisten Bergfreunde und Bergzeit mit entschiedenem Kopfschütteln. Verständlich. Sie bleiben Wettbewerber.

Das Outdoor Retailer Climate Commitment manifestiert eine lose Verbindung von fünf der größten europäischen Outdoor-Händler. Sie wollen die Branche antreiben, ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Zeit drängt. Bis zu zwei Jahre kann es dauern, bis ein Unternehmen die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, um seinen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele messen zu können. Zunächst einmal muss ermittelt werden, wie viel Tonnen CO2 überhaupt im Unternehmen anfallen. Schon dieser erste Schritt ist für Hersteller ungleich komplexer als für Händler. Doch ohne klimaschonende Produkte ist Klimaschutz nicht möglich.

Die Unterzeichner der Klima-Verpflichtung wollen ihren Partnern nicht die Pistole auf die Brust setzen – zumal ihnen für abgestimmte Sanktionen kartellrechtlich ohnehin die Hände gebunden sind. Sie hoffen darauf, dass dieses Vorgehen den noch Zögerlichen ein Warnschuss ist. Die Message: Kein Klimaschutz ist keine Option. Das gilt für alle Unterzeichner – allesamt wichtige Kunden der Outdoor-Anbieter. Sie handeln nicht – oder nicht nur – aus einem moralischen Impuls. Sondern mit Blick auf die fordernde Kundschaft aus unternehmerischer Vernunft.

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