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Kommt mit dem Bike auch Bekleidung nach Frankfurt?

Eurobike in Frankfurt – das sagt die Branche

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Der Bike-Markt verändert sich dynamisch. Das gilt auch für die Messelandschaft.
Der Bike-Markt verändert sich dynamisch. Das gilt auch für die Messelandschaft.

Nach dem Umzug der OutDoor nach München muss sich nun auch die Bike-Branche von Friedrichshafen am Bodensee verabschieden. Welches Potenzial kann die neue Eurobike in Frankfurt haben – vor allem in Kategorien abseits der Hartwaren? Und was sagen die Anbieter zur IAA Mobility?

„Damit geht eine Ära am Bodensee zu Ende, das bedauern wir.“ So der erste Kommentar von Vaude-Chefin Antje von Dewitz zum Aus der Eurobike in Friedrichshafen. Damit spricht sie vielen aus der Seele. „Wir finden es sehr schade, dass die Bodenseeregion, die ja anerkannterweise eine wunderbare und beliebte Outdoor- und Bikeregion ist, nun kein Messestandort mehr für diese Themen ist.“

Im Vordergrund stehe aber natürlich, dass die Messe relevante Plattform für den Branchenaustausch sein soll. Von Dewitz ist zuversichtlich, dass das in Frankfurt gelingen kann. „Wir warten das Konzept der Eurobike in Frankfurt ab, aber wenn es gelingt, einen internationalen Fokus bei der neuen Eurobike erfolgreich zu etablieren, gehe ich davon aus, dass wir dabei sind.“ Den neuen früheren Termin − Mitte Juli statt September − hält sie für sinnvoll.

Ein klares Statement. Premiere am Main feiert Vaude schon in wenigen Wochen, wenn auf dem Frankfurter Messegelände erstmals die Eurobico stattfindet. Die Verbundgruppe Bico und die Eurobike veranstalten dieses Event vom 24. bis zum 26. Juli, das die Bico Ordermesse und die Medienveranstaltungen der Eurobike (Eurobike Media Days und Urban Mobility Media Days) zusammenbringt. Die Veranstalter rechnen mit rund 120 Ausstellern und 3000 bis 4000 Fachbesuchern und Medienvertretern.

Ruf nach mehr Internationalität

Bei der letzten Eurobike auf „heimischem Terrain“ wird Vaude wegen der zu erwartenden fehlenden internationalen Besucher im September nicht dabei sein.
„Nennt es nicht nur Eurobike - macht es Eurobike“, so auch das Plädoyer von Alberto-Geschäftsführer Marco Lanowy, der mit seinen Bike-Pants einer der Vorreiter für Bike Fashion ist. „Mit allen Facetten rund um das Thema und die Bike-Community.“ Das Thema „an sich“ überzeuge.

Maloja-CEO Klaus Haas, zuletzt 2018 als Aussteller auf der Eurobike, schließt eine zukünftige Messe-Teilnahme nicht aus. „Der neue Standort der Eurobike ist in vielerlei Hinsicht spannend: Für die Weiterentwicklung sind das Frankfurter Messegelände und die internationale Anbindung der Stadt zwei wichtige Aspekte. Auch inhaltlich kann Frankfurt der Eurobike neue Impulse geben. Das Bike-Thema bietet gerade im urbanen Raum noch viel Potenzial – Stichwort Mobilität – dieser Bereich kann in Frankfurt gut dargestellt werden.“ Spannend werde zu sehen, ob und wie Frankfurt auch das ganze Lebensgefühl rund um das Biken mit seiner sportlichen, berg-affinen Seite abbilden kann. „Dort sind wir mit Maloja zu Hause und dafür war Friedrichshafen mit seiner Nähe zur Natur und zu den Bergen ein idealer Standort.“

Bike-Spirit und Lebensgefühl

„Frankfurt ist mit Blick auf die Internationalisierung des Bike-Geschäftes eine gute Wahl“, findet auch Reiner Gerstner von Schöffel. „Wir hoffen, dass mit dem neuen Standort auch ein Mindshift in Bezug auf zeitgemäßes Messegeschehen stattfindet und dass während der Messelaufzeit Happenings in ganz Frankfurt stattfinden, auf denen man gemeinsam den Bike-Spirit pflegt und möglichst viele Anwenderinnen und Anwender zu den relevanten Themen begeistert.“

„Frankfurt als Standort ist sicherlich gut, was Erreichbarkeit angeht“, sagt auch Deuter-Geschäftsführer Robert Schieferle. Man werde über die Nachricht vom Umzug „erst mal eine Nacht schlafen“, um dann in die Diskussion mit den verantwortlichen Personen im Bike-Segment zu gehen. Angesichts der deutlich reduzierten Ausstellerzahl sieht auch Deuter von einer Teilnahme an der letzten Eurobike in Friedrichshafen ab.

IAA Mobility mit spannendem Bike-Konzept

Neben der Eurobike in Frankfurt entsteht in München im Rahmen der IAA Mobility ein weiterer Anlaufpunkt für die Bike-Branche, der in diesem Herbst schon Premiere feiert. „Die IAA entwickelt sich als internationale Mobilitätsmesse und ist von daher auf jeden Fall ein spannendes Konzept“, sagt von Dewitz. „Wir planen gerade eine Ausstattungskooperation mit der IAA, dazu sind wir momentan im Gespräch.“


Seine Teilnahme zugesagt hat bereits Ortlieb, und auch bei Deuter laufen die Planungen. „Wir betrachten München als guten Standort, was Erreichbarkeit und Internationalität angeht. Die Konzepte der IAA sind sehr ansprechend und gut durchdacht“, betont Schieferle. „Mobilität im ganzheitlichen Sinne und vor allem E-Mobilität im Bike-Bereich, sowie neue Messekonzepte, die Vielzahl von Ausstellern von namhaften Bike-Marken und Zubehör macht es für Deuter interessant, dabei zu sein.“


Auch Schöffel wurde von den Machern der neuen IAA Mobility angesprochen. „Sie ist durchaus für uns von Interesse, aber im Moment Hartware-getrieben“, so Gerstner. „Das Thema E-Mobilität ist hier sicherlich perfekt platziert, wir freuen uns auf die IAA als Innovationsplattform und nutzen sie für Vernetzung und als Inspirationsquelle.“ Für Schöffel als Bekleidungsanbieter ist allerdings auch der neue, frühere Eurobike-Termin ab 2022 zu spät. „Für uns ist sie demnach weniger als Aussteller, aber sehr wohl als Inspirationsplattform, für Vernetzung und Austausch mit der Community wertvoll. Vor Ort erleben wir die Hartware-Trends frühzeitig und können so die eigene Strategie weiterentwickeln.“


Für Gerstner sind für den Aufbau des Bike-Segments bei Schöffel auch die OutDoor by Ispo und die Ispo relevante Messeplattformen. „Im Gegenzug dazu ist die ‚Velo Berlin‘ ein interessanter Community-Treffpunkt und vereint als inspirierender Schmelztiegel die verschiedenen kulturellen Ausprägungen des Fahrradfahrens.“
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