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Konzern platziert zwei Anleihen mit Milliarden-Volumen

Adidas will KfW-Kredit reduzieren

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"Wir werden jeden in Anspruch genommenen Teil des Darlehens so schnell wie möglich zurückzahlen", hatte Adidas-Finanzchef Harm Ohlmeyer erst bei der Vorlage der Halbjahreszahlen erneut betont.
"Wir werden jeden in Anspruch genommenen Teil des Darlehens so schnell wie möglich zurückzahlen", hatte Adidas-Finanzchef Harm Ohlmeyer erst bei der Vorlage der Halbjahreszahlen erneut betont.

 Der zweitgrößte Sportartikelkonzern der Welt hat heute erfolgreich zwei Anleihen in Höhe von insgesamt 1 Mrd. Euro emittiert. Mit dem Erlös soll unter anderem der KfW-Konsortialkredit in Höhe von 3 Mrd. Euro reduziert werden. Diesen Kredit hatte sich Adidas Mitte April zur Überbrückung der „beispiellosen Situation“ gesichert.

Der Schritt kommt nicht überraschend, nachdem der Konzern Anfang August erstmals ein Kreditrating von Standard&Poor‘s und Moody’s erhalten hatte. Ein solches Rating ist Voraussetzung für die Emission von Anleihen. Während Standard & Poor’s Adidas mit ‚A+‘ bewertete, erhielt das Unternehmen von Moody‘s die Bewertung ‚A2‘. Der Ausblick für beide Ratings ist ‚stabil‘.


„Die heutige erfolgreiche Platzierung stellt die erste Transaktion von Adidas als Emittent mit Investment-Grade-Rating dar und zeigt, dass die hohe Kreditwürdigkeit des Unternehmens von Ratingagenturen und Anleiheinvestoren gleichermaßen geschätzt wird“, sagte Finanzvorstand Harm Ohlmeyer. „Dies ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Optimierung der Kapitalstruktur sowie der Finanzierungskosten des Unternehmens, um weiterhin langfristigen Erfolg zu ermöglichen.“

Eine der Anleihen ist eine sogenannte Nullkuponanleihe ohne jährliche Zinsauszahlung. Sie hat ein Volumen von 500 Mio. Euro und wird im September 2024 fällig. Die 15-jährige Anleihe mit einem Volumen von ebenfalls 500 Mio. Euro hat einen Kupon von 0,625% und wird im September 2035 fällig. Beide Anleihen werden an der Luxemburger Wertpapierbörse mit einer Stückelung von jeweils 100.000 Euro gelistet. Das finale Angebot war mehr als sieben Mal überzeichnet.

Für sein Krisenmanagement erntete Adidas Ende März harsche Kritik. Nachdem der Konzern angekündigt hatte, seine Mietzahlungen auszusetzen, sah sich das Unternehmen einem riesigen Shitstorm ausgesetzt – bis hin zu öffentlicher Politiker-Schelte. Adidas ruderte zurück und konnte die Gemüter so weit beruhigen, dass die Ankündigung der Aufnahme eines KfW-Kredits Mitte April kaum mehr für Aufregung sorgte.
So genannte KfW-Konsortialkredite haben in der Corona-Krise auch andere Milliardenkonzerne wie Puma und Hugo Boss in Anspruch genommen.

Außerdem informierte Adidas am Mittwoch darüber, dass am 8. September Adidas neu in den europäischen Aktien-Index Stoxx Europe 50 aufgenommen wird und das Unternehmen Lloyds Banking ersetzt. Der Stoxx Europe 50-Index ist der führende europäische Blue-Chip-Index und repräsentiert die führenden Unternehmen in Europa. Der Index umfasst 50 Aktien aus 17 europäischen Ländern: Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz und das Vereinigte Königreich. 

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