Intersport verliert einen prominenten Partner: Karstadt Sports steigt aus. Das gaben beide Unternehmen am Mittwoch bekannt. Damit endet ihre "strategische Partnerschaft" nach nur anderthalb Jahren. Die Zentralregulierung von Intersport Deutschland für Karstadt Sports entfällt damit zum 30. Juni.

Hintergrund ist, so Karstadt Sports, die Neuordnung "im Zuge des Zusammengehens von Galeria Kaufhof und Karstadt Warenhaus". Der neue, fusionierte Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof verfügt über 174 Standorte, davon viele mit Sportabteilungen und zahlreiche Filialen, die ausschließlich im Sport-Sektor unterwegs ist. Wie die TW am Dienstag exklusiv vermeldet hatte, sollen im zweiten Halbjahr zusätzlich mehrere Häuser der Offprice-Kette Saks Off 5th in Sport-Standorte umgewandelt werden.

"Die Beendigung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Intersport ist eine Folge unserer größeren Zahl von Filialen und Abteilungen und der daraus resultierenden neuen Einkaufskompetenz", erklärte Jens Dunkel, CEO von Karstadt Sports  - und meint damit wohl eher die gesteigerte Einkaufsmacht des Warenhausunternehmens.

Zudem hat Konzernchef Stephan Fanderl allergrößtes Interesse, einen möglichst großen Anteil der Beschaffung mit dem eigenen Team um Jörg Peter Schmiddem zu bewerkstelligen.

Auch bei Intersport wurde seit Anfang 2018 massiv umgebaut. Damals verkündete Intersport Deutschland noch unter der Führung von Vorstandschef Kim Roether, dass im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit der Signa Sports Group "im ersten Schritt" Karstadt Sports in die Zentralregulierung von Intersport aufgenommen werde. Über diesen ersten Schritt ist die Zusammenarbeit allerdings nie hinausgegangen, Karstadt Sports war daher auch kein Intersport-Mitglied, sondern Kooperationspartner. Auch sind, anders als damals angekündigt, keine weiteren Signa-Unternehmen gefolgt.

Mittlerweile liegt der Fokus bei Intersport unter neuer Führung, mit Alexander von Preen an der Spitze, auf der Stärkung als Händlerorganisation, wie der neue Intersport-COO Frank Geisler betont. "Dabei haben wir ganz klar unsere Mitglieder im Fokus." Viele von ihnen hatten die Zusammenarbeit mit Karstadt Sports ohnehin kritisch beäugt. Die erfolgreiche, direkte Zusammenarbeit der Intersport mit der Signa-Tochter Tennis-Point wird hingegen langfristig verlängert.
"Wir gehen in Vorleistung"
Der neue Intersport-Chef Alexander von Preen im TW-Interview Jetzt im E-Paper lesen

Bei der Genehmigung des Zusammenschlusses von Karstadt und Kaufhof im vergangenen Jahr hatte sich das Bundeskartellamt vorbehalten, sich die Beschaffung des vereinigten Warenhauskonzerns im Bereich Sport später möglicherweise noch einmal anzuschauen - explizit wegen der Zusammenarbeit mit Intersport. Das dürfte sich mit der jetzt angekündigten Trennung erledigt haben.

Mehr über die Strategien der bisherigen Partner
Auf dem Weg zur kundenzentrierten Händlerorganisation

Intersport Deutschland bestätigt Aufsichtsrat

Bestätigt: Knud Hansen bleibt Aufsichtsrats-Chef der Intersport Deutschland.
Asien-Expansion

Signa Sports United schmiedet Allianz mit asiatischen Handelsriesen

Stephan Zoll
Personen

Intersport startet Umstrukturierung zur Händlerorganisation

 Katja Erbe
Neuer Store in Stuttgart

Karstadt Sports: Comeback an der Königstraße

Karstadt Sports zeigt sich in Stuttgart mit neuem Auftritt
Übernahme

Signa Sports United verstärkt Tennis-Engagement

Screenshot von CenterCourt.de - die Adresse gehört jetzt auch zu Signa Sports United.