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Laufsport schon vor dem Lockdown hoch im Kurs

Vor-Corona-Studie: 60% der Deutschen kaufen Sportartikel lieber stationär

Sport 2000
Im Laufsport geht noch was: Eine Entwicklung, die bei Sport2000 unter anderem zur Entwicklung des Spezialistenformats Absolute Run führte.
Im Laufsport geht noch was: Eine Entwicklung, die bei Sport2000 unter anderem zur Entwicklung des Spezialistenformats Absolute Run führte.

Wie aussagekräftig ist im Mai 2020 eine Studie, für die im Dezember 2019 Verbraucher nach ihrem Kaufverhalten befragt wurden? Grundsätzlich begrenzt. Im Falle der Deloitte-Studie Sports Retail 2020 allerdings haben die vergangenen zwei Monate einige der Ergebnisse wahrscheinlich sogar noch bekräftigt. Schließlich war Sport für viele Menschen wichtiger Ausgleich für den Bewegungsmangel in der Zeit des Lockdowns.

Im Durchschnitt treiben rund 65 Prozent der Befragten regelmäßig Sport. „Ein Großteil der Bevölkerung investiert dabei viel Zeit und Geld in Gesundheit, soziales Miteinander und in ihre Leidenschaft“, erklärt Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. „Natürlich sind die Auswirkungen der globalen Covid-19-Pandemie auch hier spürbar. Geschlossene Anlagen treffen die Sportler und die Branche hart. Sicher ist aber, dass Sport ein fester Bestandteil im Leben vieler Menschen und langfristig einer der Bausteine für eine gesunde Gesellschaft ist. Viele Sportler sind in den vergangenen Wochen auf Workouts zu Hause oder Individualsportarten im Freien, wie Joggen oder Radfahren, ausgewichen. Letztere Aktivitäten erfreuen sich auch in unserer Umfrage, die noch vor den umfassenden Schutzmaßnahmen durchgeführt wurde, großer Beliebtheit. Das schafft auch neue Möglichkeiten für die Branche.“





In einer repräsentativen Umfrage wurden über 6000 Menschen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in Zentraleuropa, genauer in Deutschland, Frankreich, Polen, Rumänien, der Tschechischen Republik, Bulgarien, Österreich und Ungarn, zu ihren Gewohnheiten und ihrem Konsumverhalten rund um das Thema Sport befragt.


Länderübergreifend erfreuen sich vor allem Joggen, Fitness, Schwimmen, Wandern oder Walking sowie Fußball besonders großer Beliebtheit. Sportlich Aktive in Deutschland treiben am liebsten Fitnesssport (42%), dicht gefolgt von Joggen (38%) und Schwimmen (29%). Die meisten aktiven Sportler gehören länderübergreifend zur Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen. Deutschland weist im Vergleich allerdings besonders viele regelmäßig Sporttreibende auf, die zwischen 45 und 65 Jahre alt sind.


Wer sich gern bewegt, investiert entsprechend viel Zeit in sein Hobby: Laut Selbsteinschätzung verbringen die sportlich Aktiven länderübergreifend im Durchschnitt etwa 7 Stunden pro Woche mit körperlicher Betätigung jeglicher Art. Die Deutschen liegen mit wöchentlich 6,1 Stunden Sport und Bewegung also etwas unter dem Durchschnitt. Weniger Zeit mit Sport verbringen im zentraleuropäischen Vergleich mit 5,8 Stunden nur die Franzosen. Spitzenreiter sind die Befragten in Bulgarien mit 8,9 Stunden sportlicher Aktivität in der Woche.


Für Kleidung und Zubehör geben Aktive in Deutschland jährlich etwa 206 Euro aus. In Österreich liegt dieser Wert bei 295 Euro, in Ungarn bei 95 Euro. Das Thema Nachhaltigkeit spielt mittlerweile auch beim Konsum von Sportartikeln eine Rolle. Länderübergreifend knapp 57 Prozent der befragten Sportler geben an, für nachhaltig produzierte Sportartikel mehr ausgeben zu wollen.


Am liebsten kauften die Befragten der Deloitte-Studie ihre Sportartikel im stationären Handel. Vor dem Lockdown gaben das etwa 60% der Sporttreibenden in Deutschland an. Der stationäre Handel wird vor allem wegen der An- und Ausprobiermöglichkeiten vor Ort gerne aufgesucht.


„Persönliche Beratung ist gerade für sportlich Aktive in Europa ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung“, erklärt Karsten Hollasch, Partner und Leiter des Consumer Business bei Deloitte. „Es ist aber davon auszugehen, dass die Einschränkungen der vergangenen Wochen dafür gesorgt haben, dass sich das Kaufverhalten zugunsten des Online-Handels verändert hat. Aufgrund der zu erwartenden wirtschaftlichen Durststrecke werden einige Verbraucher voraussichtlich auch an den Ausgaben für Sport sparen. Gleichzeitig gibt es aktuell aber eben auch Chancen, das Online-Geschäft auszubauen.“


Bemerkenswert ist, dass auch Befragte, die angaben, nicht sportlich aktiv zu sein, Sportkleidung und -equipment kauften. Und sie investieren immerhin etwa die Hälfte der Summe, die die Aktiven ausgeben.

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