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Leichtes Plus in Europa

Under Armour: Umsatzeinbruch in Nordamerika

Under Armour
Die nächsten Quartale mit weiteren Auswirkungen der Corona-Krise werden für Under Armour ein Kraftakt. Der US-Konzern mit Sitz in Baltimore befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Konzernumbau.
Die nächsten Quartale mit weiteren Auswirkungen der Corona-Krise werden für Under Armour ein Kraftakt. Der US-Konzern mit Sitz in Baltimore befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Konzernumbau.

Ein dramatischer Umsatzrückgang auf dem Heimatmarkt sorgte bei Under Armour für ein Erlösminus von 23% auf 930 Mio. Dollar (859 Mio. Euro) im ersten Quartal. Etwa 15% des Rückgangs führt der Konzern auf die Corona-Krise zurück. Fast zwei Drittel des Geschäfts macht Under Armour nach wie vor in Nordamerika, hier gingen die Umsätze um 28% auf 609 Mio. Dollar zurück.

Noch deutlicher fällt das Minus mit 34% in Asien aus, allerdings steht die Region Asien-Pazifik für nur rund 10% der Under Armour-Erlöse (95,7 Mio. Dollar). Die Hälfte der Einnahmen in dieser Region entfallen auf China. Zwar sind mittlerweile fast alle Läden wieder eröffnet, die Frequenz ist allerdings nach wie vor schwächer als im Vorjahr – gleiches gilt für Südkorea. In allen anderen Ländern im asiatisch-pazifischen Raum sind die meisten Läden weiterhin geschlossen.


Wichtiger – und deutlich erfolgreicher – ist das Europa-Geschäft: Die EMEA-Region legte von Januar bis März um 3% auf 137,9 Mio. Dollar zu. Das größte Plus erzielte mit 9% das erklärte Wachstumsfeld Connected Fitness – mit 32,8 Mio. Dollar allerdings noch ein zartes Pflänzchen.


Bezogen auf Produktgruppen ist der stärkste Rückgang bei Footwear zu verzeichnen. Die Schuh-Umsätze sanken um 28% auf 210 Mio. Euro. Dieses Minus ist besonders schmerzlich, da der Schuh-Anteil bei Under Armour noch immer deutlich unter dem der direkten Wettbewerber Nike, Adidas und Puma liegt, die den Großteil ihres Umsatzes mit dem Verkauf von Lifestyle- und Performance-Schuhen machen.

„Während des ersten Quartals lagen unsere Ergebnisse im Januar und Februar im Plan“, so Under Armour-President und CEO Patrik Frisk. „Seit Mitte März, seit sich die Pandemie in Nordamerika und der EMEA-Region dramatisch beschleunigte und Geschäfte geschlossen wurden, verzeichneten wir in allen Märkten einen deutlichen Umsatzrückgang. Infolgedessen mussten wir, wie so viele Unternehmen, sehr schwierige Entscheidungen treffen, darunter die vorübergehende Entlassung von Mitarbeitern in unseren US-Einzelhandelsgeschäften und Vertriebszentren sowie andere Maßnahmen, um die finanzielle Stabilität von Under Armour zu schützen.“

Außerdem rutschte Under Armour tief in die roten Zahlen: Nach einem kleinen Plus von 22,5 Mio. Dollar im Vorjahr steht im ersten Quartal ein Verlust von 589,7 Mio. Dollar in den Büchern. Dieser Verlust ist allerdings zum Großteil nicht der Corona-Krise geschuldet, sondern dem tiefgreifenden Konzernumbau (301 Mio. Dollar). Außerdem schlugen im ersten Quartal Wertberichtigungen in Höhe von 135 Mio. Dollar zu Buche.

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