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Mammut-Chefdesigner Adrian Margelist im Gespräch

„Wir würden alles wieder genauso machen“

Mammut

Adrian Margelist ist seit 2017 Chefdesigner bei Mammut. Seither ist bei der Schweizer Bergsportmarke kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Der gebürtige Waliser, der zuvor für Brands wie MCM und Liebeskind tätig war, hat der Schweizer Bergsportmarke ein neues Gesicht gegeben. Nicht nur silberne Jacken.

TextilWirtschaft: Wie viel Erneuerung verträgt eine Traditionsmarke wie Mammut?
Adrian Margelist: Wir haben von Sommer 2019 bis Sommer 2021 Mammut komplett auf den Kopf gestellt, ohne dabei unsere DNA und unsere Herkunft zu vergessen. Das war richtig und wichtig. Ab jetzt sind wir sozusagen im Normalmodus, mit einem Erneuerungsgrad von 30%. Wenn wir heute über Erneuerung sprechen, spielt da natürlich immer auch das Thema Nachhaltigkeit hinein, was uns antreibt, Dinge anders zu machen. Und dann kommt der kommerzielle Aspekt dazu: Unsere Partner müssen sich auf das neue Mammut verlassen können. Die magischen 30% sind für uns der richtige Weg.


Manch einer bemängelt, dass Mammut das Basis-Sortiment ein bisschen zu rigoros gekappt hat…
Wir nehmen diese Kritik natürlich ernst. Aber wir sind auf dem richtigen Weg, das zeigen nicht zuletzt die aktuellen Geschäftszahlen. Und wir würden alles wieder genauso machen. Transformation heißt, dass man nicht jeden zufriedenstellen kann. Wir sind damit nicht everyone’s darling. Damit müssen wir leben. Die Endverbraucher honorieren Innovation. Das haben wir gerade bei dem Launch unserer lasergeschweißten wasserdichten Laser Fuse-Daunenjacke festgestellt. Die 500 Jacken der ersten Limited Edition waren innerhalb von 48 Stunden weg. Wir machen immer noch eine extrem solide Basis-Kollektion – aber eben nicht mehr die gleiche wie vor fünf Jahren.

Sie sprechen bewusst nicht von Mode, auch nicht bei der urbanen, hochfunktionalen Kollektion Mammut Delta X. Hat sich Ihr Verständnis von „zeitgemäß“ gewandelt?
Nein. Überhaupt nicht. Wenn sich bei Mammut Delta X etwas verändert, dann eher, dass wir noch näher an die Eiger Extreme-Kollektion ranrücken, was Fabrics, Farbwege und Silhouetten angeht. Mit dem Mammut Delta X-Start haben wir für Aufruhr gesorgt, mancher Händler war besorgt, ob „der Mann mit dem Hut“ jetzt nur noch Jacken in Silber macht. Aber wir sind eine „Hardcore Mountaineering-Brand“. Und alles, was wir tun, ist von diesem Know-how abgeleitet. Das Thema Urbaneering ist uns aber extrem wichtig. Wir glauben an das Potenzial, das hochfunktionale Teile für die Stadt haben. Den Urbaneering-Part in der Kollektion, in dem wir das Delta X-Thema runterbrechen auf unsere normalen Core-Preislagen, bauen wir daher aus.

Ihre High End-Performance-Linie Eiger Extreme steht vor einer Neuauflage. Was werden Sie auf der Ispo präsentieren?
Wir bringen mit der neuen Kollektion nochmal ein ganz neues Innovationslevel rein, und zwar für jede Produktgruppe. Das wird die Branche wegblasen! Alles ist ausgerichtet auf Schnelligkeit und Leichtigkeit. Jeder wird erkennen, dass wir den Mammut-Kern nie verlassen haben. Außerdem stellen wir eine komplett neue Ski-Kollektion vor und bringen im Herbst 2020 einen neuen Film mit Freerider Jérémie Heitz.

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