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Marken-Macher und Berater

Der neue Mann für den Lifestyle

Adidas
Alasdhair Willis übernimmt die Aufgaben des früheren SVP Creative Direction, Denis Dekovic, in erweiterter Funktion.
Alasdhair Willis übernimmt die Aufgaben des früheren SVP Creative Direction, Denis Dekovic, in erweiterter Funktion.

Alasdhair Willis ist neuer Kreativchef von Adidas. Unter seiner Ägide soll eine neue Markenarchitektur etabliert werden.

Die britische Presse liebt ihn. Porträts von Alasdhair Willis zeichnen das Bild eines entspannt-lässigen Kreativgeistes. Eines Ehemannes, der seine erfolgreiche Frau Stella McCartney in allem unterstützt. Eines liebevollen Familienvaters. Und eines erfolgreichen Markenmachers. So einen Mann zum Chefkreativen zu ernennen, kann zumindest teilweise als Marketing verbucht werden.


In der Modewelt hat Willis vor allem als Creative Director von Hunter einen Fußabdruck hinterlassen. Indem er eine Marke, die ihr Geld fast ausschließlich mit einem Gummistiefelmodell in zwei Farben verdiente, zu einer Lifestyle-Marke machte. Den berühmten Hunter-Stiefel selbst rührte er dabei kaum an, sondern baute Produkte drumherum.

So grundlegend anders wird seine neue Aufgabe wahrscheinlich nicht sein. Als Chief Creative Officer bei Adidas wird Willis auch eher ein Markenstratege denn Sneaker-Designer sein. In der Stellenbeschreibung steht: Gestaltung, Definition und Steuerung der kreativen Ausrichtung der globalen Marke, um ein einheitliches Markenerlebnis zu schaffen.

Immerhin geht es bei Adidas gerade um die "größte kommerzielle Chance für die Marke", wie Markenvorstand Brian Grevy es bei der Vorstellung der Fünfjahres-Strategie formulierte: Die Originals-Linie wird stärker Richtung Premium positioniert. Die Lücke zwischen Performance und Originals wird gefüllt mit einem neuen Segment mit dem unspektakulären Namen Sportswear. "Born from sport and worn for style." Lifestyle ohne Trefoil. Sichtbar im Handel noch in diesem Jahr.

Hunter war Willis längstes Fashion-Engagement. Doch als Marken-Macher und Berater hat er sich auch in anderen Branchen einen Namen gemacht. Außerdem ist er Mitgründer des Lifestyle-Magazins Wallpaper und des Möbel-Design-Studios Established & Sons. Und und und.

Auch Adidas kennt er seit vielen Jahren, er war und ist maßgeblich an der Konzeption und Entwicklung von Adidas by Stella McCartney beteiligt. Zu Hunter-Zeiten wurde er mal gefragt, ob es bei seiner Arbeit einen fundamentalen Unterschied zwischen einem Stuhl und einem Gummistiefel gebe. Seine Antwort: Nein.

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