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Jahresbilanz und Ausblick

Der Sporthandel steht unter Druck

Digitale Vertriebskanäle können Wachstum verzeichnen. Der Gesamtmarkt steht dennoch unter Druck. Impression von der Ispo
Digitale Vertriebskanäle können Wachstum verzeichnen. Der Gesamtmarkt steht dennoch unter Druck. Impression von der Ispo

Die Kulisse passte. Zwar erschwerte das Schneetreiben vielen Besuchern die Anreise zur Ispo Munich, doch über Schnee zu klagen, lag Ausstellern und Besuchern der weltgrößten Sportartikelmesse fern. Zumal gerade der milde, schneearme Dezember 2018 vielen Sportfachhändlern die Bilanz weiter verhagelt hatte.
Bei den Intersport-Händlern in Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien und in der Schweiz schlug der Dezember mit einem Minus von 8% zu Buche. Und sorgte damit für eine negative Jahresbilanz der Intersport-Händler in diesem Fünf-Länder-Verbund.


Vor allem für die deutschen Intersport-Händler war 2018 ein schwieriges Jahr. Sie müssen ein Umsatzminus von 3% verbuchen. Mit 2,85 Mrd. Euro Außenumsatz und 1480 Geschäften steht Intersport Deutschland für den mit Abstand größten Markt im Verbund.

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Erstmals präsentierte Intersport die Jahreszahlen – traditionell am ersten Messetag der Ispo Munich – nicht nur für Deutschland, sondern für den Fünf-Länder-Verbund zusammen. Das Plus von 8% in Österreich sorgt dafür, dass das Umsatzminus in diesem Verbund mit 1% deutlich niedriger ausfällt als für den deutschen Markt.
Ein warmer regnerischer Januar, der lange heiße Sommer und der milde Dezember sorgten vor allem in den umsatzstarken Bereichen Outdoor (-3%) und Wintersport (-10%) für ein deutliches Minus.

Outdoor ist für die deutschen Intersport-Händler das wichtigste Segment, auf das allein ein Viertel der Umsätze entfällt. Das Teamsport-Segment legte zwar um 5% zu, es liegt damit aber aufgrund des frühen Ausscheidens der deutschen Elf in Russland deutlich unter dem Plus von 20 %, mit dem es üblicherweise in WM-Jahren aufwarten kann. Nicht zuletzt aufgrund der Fußball-WM war Intersport Anfang 2018 noch von einem Wachstum der deutschen Händler von 2 bis 3% für das Gesamtjahr ausgegangen – immerhin wird in Deutschland fast ein Zehntel der Umsätze mit Teamsport-Artikeln gemacht.
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Positiv entwickelten sich neben Teamsport das Verleih-Geschäft (+ 13%), Bike und Funwheel (+ 9%), Baden und Wassersport (+ 9%) sowie Running (+ 1%). Deutlich positiver ist auch die Entwicklung zum Jahresbeginn: Im Januar konnten die Händler ein Plus von 13% verbuchen.
Insgesamt positiver stellt sich die Situation bei Intersport International Corporation (IIC) dar, der internationalen Dachorganisation des Intersport-Verbundes. Sie meldet ein leichtes Plus der Händler-Umsätze von 0,7% auf 11,6 Mrd. Euro.


„Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt, wie herausfordernd die Situation für unsere Händler am Markt gerade ist“, so CEO Alexander von Preen. Auf der Ispo präsentierte sich das neue Führungsteam, dem neben von Preen Hannes Rumer als CFO und die neuen Vorstandsmitglieder Mathias Boenke und Frank Geisler angehören. Der frühere Intersport Austria-Chef Boenke ist als COO für die Intersport-Mitglieder zuständig, die unter der Marke Intersport auftreten, Geisler als COO für die Kooperationspartner ohne Intersport-Branding.
Die Herausforderungen, mit denen sich diese Mannschaft konfrontiert sieht, gehen über die Wetterkapriolen des vergangenen Jahres allerdings weit hinaus. „Der Sportmarkt ist in allen Kategorien sehr umkämpft“, betont Boenke. Der Online-Handel legt weiter überproportional zu und neue Wettbewerber drängen aufs Parkett – und das in einem stagnierenden Markt. „40% des Geschäfts werden künftig online gemacht“, so von Preen. Bei den 60% will Intersport die Nummer eins sein, „was Größe, Professionalität, Leistung, Qualität und Reichweite betrifft“.


Um sich in dieser Marktsituation zu behaupten, will Intersport künftig als übergreifende Plattform auftreten. „Wir verfügen mit über 1100 Händlern und mehr als 1800 Anschlusshäusern im Fünf-Länder-Verbund über starke regionale Netzwerke“, so von Preen. „Diese werden wir in Zukunft noch intelligenter miteinander verbinden, um an jedem Kontaktpunkt zum Sport das richtige Angebot für unsere Kunden zu haben.“ Seine Vision: Ein Kunde, der in den Skiurlaub fahren möchte, soll über die Integration des Angebots unterschiedlicher Partner wie Reiseveranstalter, Skischulen und Hotels in Zukunft rundum bei Intersport bedient werden können.
Bei Sport 2000 fällt die Bilanz für 2018 deutlich positiver aus: mehr Umsatz, mehr Partner, mehr Zentralregulierungsvolumen. Die durchschnittliche Umsatzentwicklung der Partner liegt mit einem minimalen Plus von 0,3 % zwar unter den Erwartungen, mit denen die Mainhausener Verbundgruppe ins Jahr 2018 gestartet war, aber deutlich über der Entwicklung der Intersport-Händler. Erstmals haben die Sport 2000-Händler einen Außenumsatz von über 2 Mrd. Euro erzielt.


„2018 ist das bisher beste Jahr unserer Unternehmensgeschichte“, so Sport 2000-Geschäftsführer Andreas Rudolf. Die Gruppe konnte ihr Zentralregulierungsvolumen um 11% steigern.
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Auch die Zahl der angeschlossenen Händler konnte weiter erhöht werden, 79 neue Unternehmen wurden gewonnen. Sport 2000 zählt mittlerweile 1025 Partner-Unternehmen mit 1491 Geschäften. Mehr als die Hälfte sind Spezialisten.
Unter den neuen Partnern sind auch Sneaker- und Streetwear-Spezialisten. Für diese Händler hat die Verbundgruppe 2017 ein eigenes Format entwickelt, die Sneaker-Force. 30 Händler haben sich dieser Einheit bisher angeschlossen, darunter 43einhalb, Glory Hole Sneaker Shop, Brooklyn und Soulfoot. Sie profitieren insbesondere von vereinfachten Prozessen und Finanzdienstleistungen, die der Verband übernimmt.


Die insgesamt verhaltene Geschäftsentwicklung ist vor allem auf die Monate August bis Dezember zurückzuführen, speziell in den umsatzstarken Bereichen Outdoor und Winter. Diese lagen aufgelaufen bei minus 3,4% bzw. minus 1,4%. Die erfolgreichsten Einzelkategorien waren Teamsport Textil mit einem Plus von 12,1% und Running-Schuhe mit einem Plus von 7,5 %.


Gewinner im Top 10 Lieferanten-Ranking beider Verbände ist Puma. Bei Sport 2000 rückte der Aufsteiger von Rang 6 im Vorjahr auf Rang 3, bei Intersport von 9 auf 7. Den größten Sprung innerhalb der Top 20 machte bei Sport 2000 der neue Bundesliga-Spielball-Lieferant Derbystar. Bei Intersport rückte der Running-Spezialist On von Rang 29 auf Platz 18 vor (lesen Sie hier die ausführliche Hintergrundstory zum Running-Aufsteiger On).
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