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Messebilanz OutDoor by Ispo

"Darauf können wir aufbauen"

Messe München GmbH

Die OutDoor by Ispo in München zeigt, wie sehr die Branche einen Treffpunkt braucht. Zu diskutieren gibt es reichlich. Selten fällt eine Messebilanz so einstimmig aus. "Wir hätten nicht damit gerechnet, dass es so gut wird." Damit spricht Vaude-Chefin Antje von Dewitz für ganz viele Aussteller der diesjährigen OutDoor by Ispo.

Insgesamt seien 8000 Besucherinnen und Besucher gezählt worden, erklärt die Messe München am frühen Dienstagabend nach Ende des dritten Messetags. Nach einem ruhigeren Auftakt am Sonntag war vor allem der Montag sehr gut besucht. "Viele Händler hatten sich kurzfristig entschieden, doch noch zur Messe zu kommen", sagt Markus Schelkle, Head of Sales Outdoor Sports bei Vaude. Überraschend viele sogar aus dem europäischen Ausland. "Die Messe ist insgesamt ein wichtiger Treffpunkt für Industrie und Händler", bestätigt Björn Schirrmeister, Country Manager Deutschland bei Mammut. "Hier geht es darum, dem Retailer die bestmögliche Info über Strategie, Story, Design und Struktur der Kollektion zu geben." Das Interesse des Handels ist groß, schließlich steht bei Mammut mit Heiko Schäfer ein neuer CEO in den Startlöchern.

Beim britischen Anbieter Craghoppers hatte man sich erst kurzfristig zur Messe angemeldet. "Es war die richtige Entscheidung", resümiert Europa-Chef Oliver Robens. Und freut sich über eine „down-to-earth“-Veranstaltung. Mit kleinen Ständen und kurzen Wegen für die Besucher.

Ingo Jost von der L-Fashion-Group wirbelt im Icepeak- und Luhta-Showroom, um den Händlern seine junge Definition von Outdoor zu vermitteln. "Wenn auf der Fläche nur 10 % von dem ankommt, was ich hier rüberbringen will, dann hat sich das Ganze gelohnt."

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Zugute kommt der Stimmung auf der Messe, die in diesem Jahr im MOC stattgefunden hat, dass die Skepsis im Vorfeld recht groß war. "Dass Aufwand und Nutzen in diesem Setting in einem sehr viel besseren Verhältnis stehen würden, war vorher absehbar", sagt Christian Schneidermeier, Geschäftsführer von Ortovox. "Was nicht absehbar war, ist die gute Atmosphäre."

Outdoor ist ein wachsendes Feld. Die europäische Outdoor-Branche hat das Geschäftsjahr 2021 mit dem einem Rekord-Umsatz von 6,2 Mrd. Euro abgeschlossen, das sind 19% mehr als im Vorjahr. Der deutschsprachige Raum ist mit über 2,2 Mrd. Euro und einem Wachstum von 14% die umsatzstärkste Region. Das vermeldet die European Outdoor Group (EOG), der ideelle Träger der Messe. Wie die Verbundgruppe Sport 2000 im Rahmen der Messe berichtet, legte der Outdoor-Außenumsatz der Sport 2000-Händler in den ersten fünf Monaten 2022 um weitere 26 % auf 388 Mio. Euro zu. Im Ranking der stärksten Outdoor-Lieferanten hat sich einiges bewegt: Vaude steht mittlerweile auf Rang 1. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Nachhaltigkeit in der Branche kein nice-to-have ist, sondern selbstverständliche Anforderung von Händlern und Verbrauchern an die Produkte. Das spiegelt auch der Aufstieg von Ortovox wider, dem einzigen Neuling im Ranking.

Die meisten Plätze gut macht CMP. Hier geht es von Rang 9 auf Rang 6. Firmenchef Fabio Campagnolo erwartet für das laufende Jahr ein hohes zweistelliges Wachstum. Nicht zuletzt kommt dem Familienunternehmen sein großes Lager zugute. Unter anderem mit Softshell-Jacken, die seit Saisons 79 Euro kosten. Gewinner sind die, die liefern können – auch das bestätigt sich in München. Bei aller guten Stimmung ist die Planung des nächsten Sommers alles andere als einfach. „Die aktuelle Situation ist so kompliziert wie nie“, sagt Lowa-Geschäftsführer Werner Riethmann. Lieferfähigkeit und Preiserhöhungen sind zwei der bestimmenden Themen an den Ständen.

Hohe Erwartungen hat die Branche nun an die kommende Ausgabe der OutDoor by Ispo, die 2023 schon im Mai stattfindet. Auch Antje von Dewitz. "Auf dieser Veranstaltung können wir auf jeden Fall gut aufbauen."

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