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Minus 16% Umsatz im Gesamtjahr

Adidas: Rorsted erwartet zweistelliges Wachstum

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Seine eigene Prognose für das Schlussquartal hat Adidas-CEO Kasper Rorsted übertroffen. Doch die Konkurrenz wächst schneller.
Seine eigene Prognose für das Schlussquartal hat Adidas-CEO Kasper Rorsted übertroffen. Doch die Konkurrenz wächst schneller.

Zum Abschluss des Jahres 2020 konnte Adidas seine Umsätze mit einem Plus von 1% leicht steigern – allerdings nur währungsbereinigt. In Euro verlor der Konzern auch im Schlussquartal um 5% auf 5,548 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr verringerte sich der Umsatz um 16% auf 19,844 Mrd. Euro. Eine deutliche Erholung kündigt CEO Kasper Rorsted für 2021 an - dem ersten Jahr seiner neuen 5-Jahres-Strategie.

Getrieben wurde die Entwicklung von Oktober bis Dezember erneut vor allem vom DTC-Geschäft, und da insbesondere vom eigenen E-Com. Dieses Business legte um 43% zu. Im Gesamtjahr konnten die Online-Erlöse um mehr als die Hälfte (53%) gesteigert werden und passierten damit die ausgewiesene Ziel-Umsatzmarke von 4 Mrd. Euro.


Für das Geschäftsjahr 2021 ist Adidas-Chef Kasper Rorsted „sehr zuversichtlich gestimmt“: „Wir werden im ersten Jahr unseres neuen Strategiezyklus schnell aus den Startblöcken kommen und rechnen mit einem weltweiten Umsatzwachstum im mittleren bis hohen Zehnprozent-Bereich.“ Heute Mittag präsentiert der Konzern seine neue 5-Jahres-Strategie – eine ohne Reebok. Der geplante Verkauf der Tochter ist bereits beschlossene Sache.

Europa leidet unter Lockdown und Fußball-EM

Größtes Sorgenkind ist aufgrund der weitreichenden Ladenschließungen der europäische Heimatmarkt. Rund die Hälfte der europäischen Stores des Unternehmens waren am Jahresende geschlossen. Diese Region ist die einzige, die im letzten Quartal 2020 auch währungsbereinigt Umsatz verloren hat, in Euro beträgt das Minus 7%. Allerdings kämpfte der Konzern hier auch gegen ein besonders starkes Vorjahr: Im Vorjahresquartal waren Produkte für die Fußball-Europameisterschaft, die eigentlich 2020 hätte stattfinden sollen, eingeführt. Im Gesamtjahr verlor der Konzern in Europa 12%, die Erlöse sanken damit unter 6 Mrd. Euro (5,32 Mrd. Euro).


Nordamerika gab im Schlussquartal 5% ab, konnte währungsbereinigt aber gewinnen (2%). Besonders zu Buche schlug in dieser Region eine sehr schwache Performance der Fitness-Tochter Reebok (währungsbereinigt -16%) – die allerdings zum Verkauf steht und schon bei den Zahlen für das laufende Quartal ausgeklammert werden wird. Im Gesamtjahr büßte der Konzern auf diesem strategisch wichtigen Markt 10% ein auf 4,762 Mrd. Euro. Asien-Pazifik verlor im Quartal 1%, war im Gesamtjahr um 18% rückläufig auf 6,546 Mrd. Euro.

Evergreens und Trikots auf Lager

Den Lagerbestand hat Adidas von Oktober bis Dezember um rund 300 Mio. Euro reduziert, allerdings nicht mit unverhältnismäßigen Rabatten – die Bruttomarge konnte nahezu konstant gehalten werden (48,7%). Ende Dezember waren die Lagerbestände 8% über dem Vorjahresniveau. Diese Differenz sei allerdings hauptsächlich auf ‚Evergreen‘- und Event-spezifische Produkte zurückzuführen, die zum Verkauf in der bevorstehenden Saison vorgesehen sind – und damit eine Grundlage für das geplante Wachstum im laufenden Jahr.

2021 wird Niveau von 2019 nicht erreichen

Auch für den Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen gibt Rorsted eine Prognose: Er soll zwischen 1,25 Mrd. Euro und 1,45 Mrd. Euro betragen. 2020 ist er von 1,918 Mrd. Euro auf 429 Mio. Euro eingebrochen. Die operative Marge, die 2020 von 11,3% auf 3,8% sank, soll im laufenden Jahr voraussichtlich auf einen Wert zwischen 9% und 10% steigen.
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