Nike hat mit der Verpflichtung des umstrittenen Footballers Colins Kaepernick als Testimonial heftige Reaktionen im Social Web ausgelöst. Unter den Twitter-Hashtags #Nikeboycott und #Justburnit machten zahlreiche Internetnutzer ihrer Wut über die Werbung mit dem Ex-NFL-Spieler Luft, der in der Saison 2016/17 beim Abspielen der Nationalhymne stets auf die Knie gegangen war. Er protestierte damit gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Das kostete ihn letztlich sogar seinen Job. Seit anderthalb Jahren sucht er nun vergeblich nach einem neuen Club.

Modemarketing

Nike: Kniefall-Footballer Kaepernick wird Testimonial

Nike-Kampagne mit Colin Kaepernick


Unter dem Hashtag #Justburnit  posten Kritiker in sozialen Medien Bilder und Videosequenzen, in denen zu sehen ist, wie sie Schuhe des Sportartikelherstellers verbrennen. Andere zerschnitten demonstrativ ihre Nike-Socken. Einige Nike-Kunden schrieben, sie würden nie wieder Produkte des Konzerns kaufen. Dem Web-Analysten Ben Nimmo zufolge wurde der Hashtag innerhalb von 24 Stunden über 6000 Mal bei Twitter erwähnt. Die Kritik von US-Präsident Donald Trump fiel indes vergleichsweise milde aus. „Das ist eine schreckliche Botschaft, die Nike sendet", sagte der Republikaner der Nachrichtenseite Daily Caller. Es gebe keinen vernünftigen Grund, das zu tun. Gleichzeitig räumt er ein, dass Nike das Recht habe, derartige Entscheidungen zu treffen. „Das ist das, was unser Land ausmacht.“

Trump hatte vor zwei Jahren durch seine heftige Kritik an den Kniefällen von Kaepernick und anderen NFL-Spielern erwirkt, dass die NFL derartige Protestaktionen unter Verbot stellte.

Die Proteste der Nike-Gegner sorgten am Dienstag dafür, dass der Aktienkurs von Nike um mehr als 3% einbrach. Börsenanalysten erklärten, dass Nike mit der Wahl Kaepernicks zwar eine „noble Haltung“ gezeigt, aber kommerziell unvorsichtig gehandelt habe. Neil Saunders von GlobalData Retail sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Nike habe „ohne Zweifel die Risiken abgewogen“. Dem Unternehmen drohe allerdings der Verlust von Kunden. „Und das zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt für Sportartikel nicht mehr so stark ist wie vor Jahren und die Konkurrenz wächst“.

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