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Moderates Minus im Corona-Jahr

Sport 2000: Deutsche Händler machen rund 8% weniger Umsatz

Sport 2000
Moderates Minus im Corona-Jahr - das gilt sowohl für die deutschen Sport 2000-Händler als auch für das ZR-Volumen
Moderates Minus im Corona-Jahr - das gilt sowohl für die deutschen Sport 2000-Händler als auch für das ZR-Volumen

Die deutschen Sport 2000-Händler haben 2020 im Schnitt 7,8% weniger Umsatz gemacht. Die 990 Partner-Unternehmen erzielten mit ihren 1.550 Sportfachgeschäften im Jahr 2020 einen Außenumsatz von rund 2,14 Milliarden Euro. Doch die Zahlen in dem stationär geprägten Panel sind sehr heterogen.

So haben sich die Individualsportarten, allen voran Running/Walking (+25%), Funwheel Sports (+48%) und Bike (+27%) 2020 deutlich positiv entwickelt. „Bei den stationären Lauf-Spezialisten und Multi-Kategorie-Spezialisten hat die Nachfrage nach Running-Produkten sogar in Teilen das lieferbare Angebot übertroffen. Hier haben sich unsere Partner sehr gut behauptet, indem sie auch während des Lockdowns den Kontakt zu ihren Kunden über die digitalen Kanäle gehalten haben“, sagt Sport 2000-Geschäftsführerin Margit Gosau.

Große Unterschiede auch bei Outdoor

Auch im Outdoor-Bereich ist aufgrund der heterogenen Aufstellung mit Outdoor Profis, Generalisten mit Outdoor-Anteil und E-Commerce-Partnern mit hohem Volumen und Wachstum in Corona-Zeiten eine differenzierte Betrachtung notwendig. Nach dem ersten Lockdown konnte sich Outdoor zweistellig erholen, musste dann aber doch dem zweiten Lockdown vor Weihnachten Tribut zollen. Die erneute Schließung der Geschäfte hat am Ende des Jahres das aufgelaufene Ergebnis noch einmal deutlich beeinflusst (-7,2%). Anders sieht die Outdoor-Entwicklung im E-Commerce aus ‒ diese Kategorie gehört hier zu den außerordentlichen Corona-Gewinnern. In Einzelfällen konnten hier Zuwächse von bis zu 45% verzeichnet werden.

Wintersport und Teamsport massiv unter Druck

Extrem schwer haben es aktuell die Wintersport-Händler. Aufgrund der Pandemie und des kompletten Ausfalls der Saison sind zum Jahresende außerordentlich starke Umsatzrückgänge (-46%) zu verzeichnen. „Der Zeitpunkt des zweiten Lockdowns hat diese Handelspartner mit besonderer Härte getroffen. Denn sie erwirtschaften im Zeitraum November-Februar 60 bis 70% des Jahresumsatzes. Nachdem sie aufgrund des ersten Lockdowns bereits das Ostergeschäft komplett abschreiben konnten, herrscht hier gerade eine absolute Liquiditätskatastrophe", so Gosau. Besonders betroffen sind auch die stationären Teamsport-Partner, die aufgrund der Kontaktverbote und der damit verbundenen kompletten Einstellung von Mannschaftssportarten im Profi- und Amateurbereich sowie dem Ausfall der Fußball-Europameisterschaft deutliche Einschnitte (-29%) hinnehmen mussten.

Sport 2000 legt in Summe zu, Deutschland verliert 5%

Die im 5-Länder Verbund agierende Sport 2000 hat trotz der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Krise das Geschäftsvolumen insgesamt um 2% ausbauen können. Das Wachstum im 5-Länder-Verbund resultiert insbesondere aus Zugängen bedeutender Sport-Handelspartner in Deutschland, der Schweiz und in Belgien. Deutschland als größte Landesorganisation der Sport 2000 verzeichnet ein leicht rückläufiges Zentralregulierungsvolumen von minus 5%. „Neben den Zugängen ist die vergleichsweise robuste Entwicklung vor allem auf die Umsatzzuwächse bei den E-Commerce Partnern, im Running- Bereich sowie bei den Sneaker-Händlern zurückzuführen“, so Sport 2000-Geschäftsführer Hans-Hermann Deters.

Lieferanten: Outdoor und Running gewinnen

Das Krisenjahr spiegelt sich auch im Lieferantenranking wider. Die großen Gewinner kommen aus den Segmenten Outdoor und Running. Den größten Sprung hat Patagonia gemacht (von 43 auf 20). Auch Vaude setzt seine seit Jahren starken Entwicklung unter den Top 10 weiter fort und steigt erneut auf (von 9 auf 8). Ebenso haben sich Oberalp (von 18 auf 11) und Icepeak (von 28 auf 19) enorm positiv entwickelt. Bei Running sind es vor allem Brooks (von 14 auf 10) und On (von 21 auf 17), die im Ranking nach oben klettern. Dieser Trend erfolgt zum Nachteil von Teamsport: Derbystar, Hummel und Uhlsport fallen in diesem Jahr aus den Top 20.
Die stärksten Lieferanten der Gruppe im Jahr 2020

Maßnahmen-Paket zur Unterstützung der Partner

Sport 2000 hat zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um den krisenbedingten Schaden durch die Pandemie bei den Handelspartnern möglichst gering zu halten. Wesentlich sind hierbei die Liquiditätshilfen der erweiterten Saisonlinie für die Zentralregulierung über die hauseigene DZB Bank sowie die mehrfache Valutierung der Bestellungen über das eigene Sport 2000 Großhandelslager.

Vorsichtiger Optimismus für 2021

„Unser Fokus liegt nach wie vor vollumfänglich darauf, auf die kritische Lage des Sportfachhandels aufmerksam zu machen und sämtliche uns zur Verfügung stehenden Hebel zu nutzen, um unsere Anschlusshäuser zu stärken“, betont Hans-Hermann Deters. Mit der Hoffnung auf eine großflächige Impfung der Bevölkerung und der zeitnahen Öffnung der Geschäfte blicke Sport 2000 zugleich vorsichtig optimistisch in das neue Jahr.
„Wir stellen auch fest, dass viele Partner sich mit Themen beschäftigen, die vorher liegen geblieben sind. Sortimente werden optimiert, die Anbindung an unsere Sport-Plattform und Warenwirtschaftssysteme angegangen und die eigene Ausrichtung überdacht. Das sind Überlegungen, die wir nur begrüßen können, passen sie doch perfekt zu unseren strategischen Fokusthemen der Profilierung, Spezialisierung und Digitalisierung, die wir 2021 gemeinsam mit unseren Partnern gezielt und mit ganz konkreten Hilfestellungen angehen werden“, so Deters und Gosau.

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