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Nach der Karstadt Sports-Schließungsliste

So sieht SportSchecks Zukunft aus

26 Filialen bundesweit, von Hamburg bis Konstanz, von Aachen bis Wildau. So könnte SportSchecks Filialnetz in Zukunft aussehen. Wenn die Schließungen tatsächlich so kommen, wie angekündigt – und die zehn verbleibenden Karstadt Sports-Filialen, wie erwartet, künftig unter SportScheck am Markt auftreten werden.

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Hier steht heute schon SportScheck an der Tür
Aachen, Augsburg, Berlin-Mitte, Berlin-Steglitz (schließt), Bielefeld, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Kassel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Mönchengladbach, München, Nürnberg, Stuttgart.
Hier steht heute noch Karstadt Sports an der Tür
Berlin-Steglitz, Bonn, Dresden, Erfurt, Göttingen, Hannover, Heidelberg, Konstanz, Münster, Wildau.
Auf der Schließungsliste: Bei diesen Karstadt Sports-Häusern könnte bald gar nichts mehr über der Tür stehen
Berlin Kranzler Eck, Braunschweig, Bremen, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hamburg-Harburg, Hanau, Karlsruhe, Kiel, Köln, Lübeck, München, Norderstedt, Rosenheim, Stuttgart, Wiesbaden (2x).

Die Sporthandelslandschaft wird mit den angekündigten Schließungen von 20 Karstadt Sports-Filialen und 62 Warenhäusern mit zum Teil großen Sportabteilungen dramatisch durcheinandergewirbelt.

Beispiel Frankfurt

Hier soll nicht nur die gerade einmal vor einem dreiviertel Jahr eröffnete viergeschossige Karstadt Sports-Filiale geschlossen werden, sondern auch das Karstadt-Haus mit seiner Sportabteilung auf drei Etagen. Damit würde Frankfurt auf einen Schlag mehrere Tausend Quadratmeter Sport in der Innenstadt verlieren. Das zu kompensieren, wird schwer für SportScheck – denn auch diese Filiale wird nicht zwingend profitieren, wenn die Kunden die Haupteinkaufsstraße Zeil als Sport-Destination endgültig abschreiben.

Dass Sport in der City erfolgreich betrieben werden kann, beweist der Frankfurter Laufhop, der so nah dran ist an seinen Kunden wie wenige andere – und so selbst ohne Online-Shop den Kontakt zu seiner laufbegeisterten Klientel während des wochenlangen Shutdowns gehalten hat. Doch dieses hochspezialisierte und -personalisierte Konzept eignet sich kaum als Blaupause für einen Konzern.

Wie massiv Decathlon in jedes Terrain strebt, das ihm andere überlassen, zeigt sich auch in Frankfurt. Der Sporthandel ist hier de facto seit vielen Jahren schon unterrepräsentiert, das hat Decathlon bereits für sich genutzt. Im Nordwestzentrum haben sich die Franzosen gerade erst vergrößert – Karstadt Sports wiederum hat sich verabschiedet. Weitere Decathlon-Filialen gibt es in der näheren Umgebung bereits in Dreieich und Offenbach, in Darmstadt-Weiterstadt steht für nächstes Jahr die Eröffnung des größten deutschen Stores an.

Beispiel Wiesbaden

Nach der Eröffnung der Karstadt Sports-Filiale in der ehemaligen Sportarena im vergangenen Herbst war das Unternehmen kurzzeitig sogar mit zwei Läden in der hessischen Landeshauptstadt vertreten. Dass das nicht langfristig so bleiben würde, war abzusehen. Doch nun droht beiden Filialen das Aus. Decathlon ist schon da, sowohl in Wiesbaden als auch im benachbarten Wallau.

Beispiel München

Dass damit für SportScheck offenbar der Kelch vorübergeht am teuren Haupthaus in München, um das sich seit langem Schließungsgerüchte ranken, sorgt bei einigen Beobachtern für Verwunderung. In der bayerischen Landeshauptstadt steht die Karstadt Sports-Filiale auf der Liste. Gut möglich, dass gerade in dieser Verhandlungssituation die SportScheck-Vermieter zu höheren Zugeständnissen bereit waren als in der Vergangenheit.

Beispiel Berlin

Mit Karstadt Sports am Kranzler Eck schließt das größte Sporthaus der Stadt. Die Filiale in Steglitz bleibt erhalten. Und damit nicht unbedingt der repräsentativste Karstadt Sports-Store. Die SportScheck-Filiale wenige hundert Meter wird, wie berichtet, geschlossen. Es wird spannend sein, zu beobachten, was sich bei Karstadt Sports tatsächlich ändert, wenn über der Tür künftig SportScheck steht.


Wie wird die Integration gelingen? So schön die SportScheck-Zukunft auf der Landkarte auch aussehen mag – das Pfund, das die frühere Otto-Tochter mitbringt, ist nicht das Filialgeschäft. Vielmehr sind es erste Erfolge beim Ausbau von SportScheck zu einem Ökosystem. Das mit Karstadt Sports zusammenzuführen, wird herausfordernd.

Nicht weniger herausfordernd ist – oder war – offenbar auch die Integration der Online-Töchter der Signa Sports United. Vor gut zwei Jahren ließen erste Flächen von fahrrad.de und Tennis-Point bei Karstadt Sports aufhorchen. Ein stärkerer Schulterschluss wäre durchaus einleuchtend, doch offenbar wird dieser nicht weiter forciert und die Unabhängigkeit von Karstadt Sports zu Signa Sports United betont – und das nicht erst seit dem aktuellen Schutzschirmverfahren.
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