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Nach der Übernahme von House of Fraser und Jack Wills

Sports Direct wächst und ist profitabel

Sports Direct
Sports Direct-Store
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Zahlen-Feuerwerk: Beim britischen Handelskonzern Sports Direct hat sich der Umsatz im ersten Halbjahr um 14% erhöht. Die Konzernsparte Premium Lifestyle wuchs dank der neuen Tochter House of Fraser um über 79%. Der Gewinn hat sich mehr als verdreifacht, die Nettoverschuldung fast halbiert.

Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet CEO Mike Ashley eine Ebitda-Verbesserung von bis zu 15%. An der Londoner Börse wurden die Zahlen mit einem Kurssprung belohnt.

Sports Direct hat seinen Umsatz dank mehrerer Übernahmen stark gesteigert. Der britische Handelskonzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr (27. Oktober) des laufenden Geschäftsjahres rund 2,04 Mrd. britische Pfund (2,45 Mrd. Euro). Das sind 14% mehr als im Vorjahr. Rechnet man die Erlöse der akquirierten Unternehmen heraus, ergibt sich allerdings ein Minus von 6,4%. Sports Direct hatte im vergangenen Geschäftsjahr die Warenhausbetreiber House of Fraser und die Preppy-Modekette Jack Wills gekauft, jeweils aus der Insolvenz heraus. Hinzu kam der E-Sports-Anbieter Game Digital, der Ende Juli dieses Jahres übernommen wurde und seitdem 133,9 Mio. Pfund umgesetzt hat.

Premium-Lifestyle senkt Verlust kräftig

Die Konzernsparte Premium-Lifestyle wuchs um 79,2%, hauptsächlich wegen Umsätze der im August 2018 übernommenen Kaufhauskette House of Fraser sowie neuer Flannels-Stores. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) der Sparte reduzierte sich um fast 81% auf 5,6 Mio. Pfund.

Der Vorsteuergewinn des gesamten Konzerns erhöhte sich deutlich von 74,4 Mio. auf 193,4 Mio. Pfund. Das bereinigte Ebitda wuchs um 22% auf 181,2 Mio. Pfund. Nach Steuern hat sich das Ergebnis mehr als verdreifacht, und zwar von 47,4 Mio. auf 150,1 Mio. Pfund. Im Vorjahr hatten vor allem die Kosten für die House of Fraser-Übernahme – rund 90 Mio. Pfund – den Gewinn deutlich geschmälert.


Für die Zukunft des angeschlagenen Warenhausfilialisten zeigt sich Sports Direct durchaus optimistisch: „Unsere Frasers-Strategie zielt darauf ab, ein erstklassiges Einkaufserlebnis für den Verbraucher zu schaffen, das vom alten Frasers-Team geleitet wird“, heißt es im Geschäftsbericht. In der Folge werde sich das Unternehmen in den kommenden Monaten und Jahren „als wichtiger und erfolgreicher Teil der Gruppe erweisen“.

Die Nettoverschuldung des Konzerns hat sich annähernd halbiert: von 505,5 Mio. auf 254 Mio. Pfund.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2019/20 (26. April) erwartet Gründer und CEO Mike Ashley, dass sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 5 bis 15% erhöht. Das entspricht einer Spanne von 356,4 Mio. Pfund bis 390,3 Mio. Pfund.

Aktienkurs hebt ab

An der Börse wurden die Geschäftszahlen äußerst positiv aufgenommen. Der Kurs der Sports Direct-Aktie stieg bis Montagnachmittag um fast 26%. 

Wie angekündigt soll Sports Direct am Dienstag auf der Hauptversammlung in Frasers Group Plc unbenannt werden. 75% der Aktionäre müssen dem Vorschlag von Mike Ashley zustimmen. Da dieser rund 62% der Anteile hält, gehen Experten davon aus, dass der Milliardär sein Rebranding-Projekt durchsetzt.

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