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TW Sports
Nach Doping-Vorwürfen gegen Cheftrainer

Nike stellt Oregon Project ein


Nike
Swoosh statt Totenkopf. Das Eliteläufer-Programm Nike Oregon Project, das einen Totenkopf im Logo trägt, wird eingestellt.
Swoosh statt Totenkopf. Das Eliteläufer-Programm Nike Oregon Project, das einen Totenkopf im Logo trägt, wird eingestellt.

Aus für das Elite-Programm. Nike stellt das in Verruf geratene Oregon Project ein, nachdem Cheftrainer Alberto Salazar wegen Dopingvorwürfen gesperrt wurde.

Während der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar) dominierte die Nachricht über die Sperre des Cheftrainers des Nike Oregon Projects (NOP) Alberto Salazar die Wettkämpfe. In dieser NOP-Gruppe trainierte der US-Konzern am Firmensitz in Oregon von der Marke gesponserte Top-Läufer, unter anderem auch die deutsche Läuferin Konstanze Klosterhalten, die in Doha über 5000 Meter zu Bronze lief.

Jetzt hat Nike offenbar Konsequenzen aus der Affäre gezogen und das Aus der Elite-Gruppe verkündet, wie die Deutsche Presse Agentur meldet. Auf TW-Nachfrage bestätigt Nike diesen Schritt. In einem Statement der Marke heißt es, dies sei vor allem geschehen, um die Athleten, die Teil des Oregon Projects sind, aus der Schusslinie zu holen, damit sie sich vollständig auf den Sport konzentrieren könnten. „Nike hat immer versucht, bei allen Entscheidungen die Bedürfnisse der Athleten in den Vordergrund zu stellen.” Zudem betont die Marke, dass es keine Erkenntnisse darüber gebe, dass „orchestriertes Doping” stattgefunden habe oder sonstige Leistungssteigernden Mittel im Rahmen des NOP zum Einsatz gekommen seien. Vielmehr würden „uninformierte Anspielungen und unbegründete Behauptungen” zu einer „ungerechten Belastung” der Sportler führen. Und das sei genau das Gegenteil dessen, was man für das Team habe erreichen wollen.

Nike zeigt sich indes loyal gegenüber dem in die Kritik geratenen Cheftrainer. „Wir werden Alberto weiterhin unterstützen”, heißt es von Nike.

Das Leichtathletik-Engagement und die enge Bindung von Athleten an die Marke hat für Nike strategische Bedeutung. Nike wirbt offensiv mit Top-Sportlern und damit, deren Input für technische Innovationen zu nutzen, wie etwa beim Schuh des Marathon-Weltrekordhalters Eliud Kipchoge. Die nächste Leichtathletik-WM wird 2021 im US-Bundesstaat Oregon in der Stadt Eugene stattfinden und soll für Nike eine Art Heimspiel werden. Bis dahin wird der Konzern eine neue Strategie im Umgang und Aufbau mit Top-Athleten finden müssen.

Die NOP-Affäre ist nicht der erste Skandal, dem sich die Marke in jüngster Zeit ausgesetzt sah. Zuletzt geriet Nike in Verruf, weibliche Athleten zu diskriminieren, sollten diese schwanger werden und dazu eine Auszeit nehmen. Diese Ungleichheit in der Bezahlung stellte der Konzern nach Protesten ein.

Allyson Felix protestiert gegen ungleiche Bezahlung

Bisher konnte die US-Marke jedoch offenbar unbeschadet aus solchen Krisen entkommen. Der Weltmarktführer ist sowohl im Sport- als auch Lifestyle-Bereich wirtschaftlich äußerst stark und baut seinen Vorsprung zu Wettbewerbern wir Adidas weiter aus.
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