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Nach abschätzigem Tweet zu George Floyd

Reebok kündigt Partnerschaft mit CrossFit

Reebok
Aus zum Ende des Jahres: Reebok verlängert die Zusammenarbeit mit CrossFit nicht.
Aus zum Ende des Jahres: Reebok verlängert die Zusammenarbeit mit CrossFit nicht.

Eigentlich war die Verbindung zu CrossFit eine Säule in der Markenstrategie von Reebok. Jetzt hat der CrossFit-Gründer mit einem abschätzigen Tweet zum verstorbenen George Floyd dafür gesorgt, dass die Sportmarke die Verbindung kappt. Als Folge musste der Gründer und CEO seinen Hut nehmen.

Der Tod von George Floyd hat zahlreiche Reaktionen auch in der Mode- und Sport-Branche hervorgerufen. Neben Solidaritäts- und Spenden-Bekundungen führt die Debatte um Rassismus und Polizeigewalt nun auch zu konkreten Veränderungen in der Partnerschaft von Unternehmen. So hat Reebok die Zusammenarbeit mit dem Fitness-Unternehmen CrossFit aufgekündigt. Grund dafür ist offenbar ein abschätziger Tweet des Unternehmsgründers Greg Glassman vom Wochenende.

„Unsere Partnerschaft mit CrossFit steuert später im Jahr auf ihr Ende zu“, heißt es in einem Statement von Reebok. Man sei in Verhandlungen über eine Verlängerung gewesen, in Anbetracht „aktueller Ereignisse“ habe man sich jedoch für eine Beendigung entschieden.

Auf einen Post des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) hatte Glassman am vergangenen Wochenende mit „It's FLOYD-19“ reagiert.

Kommentar des CrossFit-Gründers Greg Glassman auf Twitter

Schnell wurden auf Twitter Stimmen laut, die ein Ende der Kooperation von Sportmarken mit CrossFit forderten. Auch mit CrossFit assoziierte Fitness-Studios, die durch den Lockdown ohnehin gebeutelt sind, sorgen sich darum, welche Auswirkungen Glassmans Post auf ihr Geschäft haben könnte.

Die Äußerungen des CrossFit-Gründers schlagen Wellen



Um doch noch Schaden zu begrenzen, zog Glassman dann schließlich persönlich Konsequenzen und kündete via Instagram und Unternehmensmitteilung an, den CEO-Posten zu Räumen.

CrossFit-CEO Greg Glassman kündigt seinen Rücktritt an

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„Ich trete als CEO der CrossFit Inc. zurück und habe entschieden, mich zur Ruhe zu setzen“, heißt es von ihm auf dem offiziellen Instagram-Kanal des Unternehmens. „Am Samstag habe ich unbeabsichtigt einen Graben in die CrossFit-Community gezogen und viele Mitglieder verletzt“, schreibt Glassman weiter. Abschließend sagt er: „Die, die mich kennen, wissen, dass mein einziges Problem die chronische Epidemie ist. Ich weiß, dass CrossFit die Lösung dafür ist (...).“

Seine Nachfolge als CEO tritt Dave Castro an. In einem Statement betont er: „CrossFit ist eine Community – eine, die global ist, divers und tough.“ Diese Community sei nun verletzt, aber Reibung sei bei so vielen Mitgliedern auch nicht zu vermeiden. Für die Zukunft hoffe er nun, im Sinne von Geschäftspartnern, Trainern, Sportlern und anderen Mitgliedern zu handeln. Eine Distanzierung vom Gründer erfolgt indes nicht. Stattdessen sagt Castro, dass er nie die „Mission aus den Augen verlieren wolle, die Greg für uns alle etabliert hat.“

Reebok wiederum meldet, dass man sich weiterhin der CrossFit-Community verbunden fühle. „Wir sind dankbar für die starke Verbindung, die wir mit Trainern, Studio-Betreibern und Sportlern weltweit in den vergangenen zehn Jahren aufbauen konnten.“ Besonderer Dank gehe an Dave Castro, der jetzt den CEO-Posten übernimmt, die Sportlerin Nicole Carroll, den Ex-Navy-Seal Andy Stumpf, den Trainer Steve Weiss und den CrossFit-Manager Jimi Letchford.
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