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Nach Vorlage der Quartalsbilanz

Adidas: Die große Partner-Frage

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Für Adidas-Finanzchef Harm Ohlmeyer hat der Abbau von Beständen hohe Priorität.
Für Adidas-Finanzchef Harm Ohlmeyer hat der Abbau von Beständen hohe Priorität.

Umsatzrückgang, Gewinneinbruch, pessimistische Prognose für die nächsten drei Monate – doch die Handelspartner von Adidas könnten in den kommenden Monaten eine andere Entwicklung besonders schmerzhaft zu spüren bekommen.

Der Warendruck ist immens: Um ein Drittel (32%) sind die Vorräte bei Adidas in den drei ersten Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Sie belaufen sich zum Ende des ersten Quartals auf 4,3 Mrd. Euro. Diese Bestände wieder auf ein gesundes Maß herunterzufahren, hat für Finanzchef Harm Ohlmeyer hohe Priorität.

Vor allem der Punkt „Liquidierung bestehender Bestände“ in der Quartalspräsentation dürfte den Handelspartnern des Konzerns Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Denn das Schieben von „Evergreen“-Produkten, wie Ohlmeyer sie nennt, in die nächsten Quartale oder gar ins nächste Jahr wird wohl nur begrenzt möglich sein. Die Liquidierung der Bestände über die weltweit 1100 eigenen Factory Outlets und den eigenen Online-Shop macht in der Grafik, mit der Ohlmeyer den Plan bei der Quartalspräsentation veranschaulicht, den deutlich größeren Anteil aus. Dabei sollen vor allem Anlässe wie Cyber Week und Single Day genutzt werden. Und auch die „Partner“ kommen in dieser Übersicht der Kanäle, über die Bestände abgebaut werden sollen, nicht zu kurz.

Diese würden aber vor allem darunter leiden, wenn der Konzern bei diesem planmäßigen Abbau der Bestände allzu aggressiv vorginge. So hat die „Frühlingsshopping-Aktion“ im Online-Shop mit „25% Rabatt auf (fast) alles“ schon in der vergangenen Woche bei manch einem Adidas-Händler für Unmut gesorgt. Mit dem Gewähren von Online-Rabatten ist Adidas natürlich bei weitem nicht der einzige – was den Druck für den Handel erhöht.

Rorsted betonte allerdings auch, dass es auch in diesem Jahr extrem erfolgreiche Produktlaunches gab – selbst in Zeiten, in denen mehr als 70% aller Adidas-Stores geschlossen waren. So habe sich etwa die Adilette in Zeiten der Quarantäne noch einmal zum Verkaufsschlager aufgeschwungen. Der Superstar hatte im Jubiläumsjahr mit einem Plus von 20% einen Superstart. Und auch die Yeezy-Story ist offenbar noch lange nicht am Ende: Alle Drops seit Anfang März sind ausverkauft. Das allerdings beweist für Rorsted vor allem eines: „E-Com ist heute wichtiger als jemals zuvor.“
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