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Negatives Betriebsergebnis für das zweite Quartal erwartet

Quartalsumsatz von Adidas sinkt um 19%

Adidas
"Wir bleiben realistisch: Mehr als 70% unserer Stores weltweit sind weiterhin geschlossen."
"Wir bleiben realistisch: Mehr als 70% unserer Stores weltweit sind weiterhin geschlossen."

Nach einem guten Start in das Jahr 2020 brachte die Corona-Krise das Adidas-Geschäft im März nahezu komplett zum Erliegen. Wie teuer die Pandemie die Nummer Zwei der Sportbranche zu stehen kommt, zeigen die heute vorgelegten Zahlen für das erste Quartal.

Der Umsatz des Konzerns ging von Januar bis März um 19% auf 4,8 Mrd. Euro zurück. Das deutliche Wachstum im E-Commerce in Höhe von 35% konnte den signifikanten Umsatzrückgang im stationären Groß- und Einzelhandel nur zum Teil kompensieren. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen brach um 97% auf 20 Mio. Euro ein.

Für das zweite Quartal rechnet Adidas zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit einem noch stärkeren Umsatz- und Gewinnrückgang als im ersten Quartal. Den Erwartungen zufolge wird der währungsbereinigte Umsatz mehr als 40% unter dem Vorjahresquartal liegen und das Betriebsergebnis negativ ausfallen. Im Vorjahr lag das Betriebsergebnis in diesem Zeitraum bei 643 Mio. Euro.

Minus 45% in Asien-Pazifik, minus 8% in Europa

„Unsere Ergebnisse für das erste Quartal verdeutlichen die ernsthaften Herausforderungen, die der globale Ausbruch des Coronavirus selbst an gesunde Unternehmen stellt“, sagte Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Adidas. „Ich bin stolz auf den Zusammenhalt der Adidas-Mitarbeiter und -Partner – der Adidas Familie – die mit ihrem Einsatz in dieser Situation nicht nur das Unternehmen unterstützen, sondern auch für unsere Communitys da sind.

Wir konzentrieren uns derzeit auf die Bewältigung der Situation und verstärken unseren Einsatz, um von der Erholung in China und den Möglichkeiten im E-Commerce zu profitieren. Während wir uns auf die Rückkehr zu einer Normalisierung unseres Geschäfts vorbereiten, bleiben wir auch realistisch: Mehr als 70% unserer Stores weltweit sind weiterhin geschlossen.“

Aufgrund des deutlichen Umsatzrückgangs seit Ende Januar in China sowie seit März in Japan und Südkorea ging der währungsbereinigte Konzernumsatz in Asien-Pazifik um 45% zurück. Diese Entwicklung ist größtenteils auf einen Umsatzrückgang in Höhe von 800 Mio. Euro (minus 58 %) in China zurückzuführen.

Außerhalb von Asien-Pazifik konnte der Konzern in den ersten zwei Monaten des Jahres einen währungsbereinigten Umsatzanstieg in Höhe von 8% verzeichnen. Die negativen Auswirkungen der weiteren Store-Schließungen hoben diesen Anstieg jedoch wieder auf. Der Umsatz für das erste Quartal sank in den Emerging Markets um 11%, in Europa um 8%. Lateinamerika war stabil, Nordamerika legte um 1% zu, Russland/GUS sogar um 9%.

April: Erholung in China, Wachstum im E-Commerce

Die Umsatzentwicklung des Unternehmens hat sich in China in den ersten drei Aprilwochen weiterhin allmählich erholt, und auch der Umsatz im Bereich E-Commerce weltweit hat sich nach einem währungsbereinigten Anstieg um 55% im März weiter deutlich beschleunigt.

„Ich bin trotz der aktuellen Situation zuversichtlich, dass die Sportartikelindustrie langfristig attraktive Möglichkeiten für Adidas bietet“, betont Rorsted. „Eine gesunde Lebensweise wird für unsere Konsumenten immer wichtiger. Sie wollen durch Sport fit und gesund bleiben. Gleichzeitig werden wir noch stärker von unseren Initiativen zur Beschleunigung unseres Einzelhandels- und Digitalgeschäfts profitieren. Als globales Unternehmen mit starken Marken sind wir für die Zukunft gut gerüstet.“


Angesichts der derzeitigen Unsicherheiten – hauptsächlich in Bezug auf die Dauer der Store-Schließungen und das Tempo der Normalisierung nach ihrer Wiedereröffnung – ließen sich die weitere Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und damit deren Auswirkungen auf das Geschäft des Unternehmens zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings nicht vorhersagen. Daher gibt Adidas weiterhin keinen Ausblick für das Gesamtjahr 2020, der die Auswirkungen der Corona-Krise mit einbezieht.

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