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Neue Premiumlinie von Sundek

Beachwear? Wir sprechen von Summer Outdoor!”

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Tommaso Andorlini: "Wir richten uns an Kunden, der sich nicht nur am Meer, sondern allgemein im Freien und der Natur bewegt."
Tommaso Andorlini: "Wir richten uns an Kunden, der sich nicht nur am Meer, sondern allgemein im Freien und der Natur bewegt."

Das Label Sundek ist für Badehosen bekannt. Doch für Co-CEO Tommaso Andorlini steht für einen ganzen Lifestyle rund um Meer und Natur. Ein Interview über Hawaii, Recycling und Designerkapseln.

Das Markenzeichen ist der Regenbogen. Dank des Halbrunds genießt das Beachwear-Label Sundek, das 1958 in Kalifornien lanciert wurde, eine beachtliche Bekanntheit. Heute hat Sundek mit dem Unternehmen Kickoff einen italienischen Produktions- und Vertriebspartner. Dessen Eigentümer ist die Private Equity-Gesellschaft Style Capital, die auch MSGM und Forte Forte im Portfolio hat.


Um die Ambitionen des Finanzinvestors zu befriedigen, investiert Sundek in den eigenen Retail und baut das Sortiment aus. Inzwischen betreibt das Label 16 Monobrand-Stores weltweit. Der Umsatz belief sich zuletzt auf rund 24 Mio. Euro. Jüngstes Projekt: die Premium-Linie Golden Wave, mit der sich Sundek an Top-Stores in der ganzen Welt richtet. „Unser Ziel ist es, 50 bis 100 Kunden zu gewinnen“, sagt Co-CEO Tommaso Andorlini.

TextilWirtschaft: Sundek ist für Badehosen bekannt. Auf der Pitti Uomo stellen Sie aber im Outdoor-Pavillon aus. Wie kommt’s?
Tommaso Andorlini
: Wir definieren uns als Summer Outdoor. Wir richten uns also an den Kunden, der sich nicht nur am Meer, sondern allgemein im Freien und der Natur bewegt. Für den Winter gibt es Outdoor-Brands wie The North Face. Für den Sommer gibt es Sundek.

Können wir dieses Konzept in Zahlen fassen?
Im Jahr verkaufen wir eine Million Artikel. 70% davon entfallen auf die Männer. Und davon wiederum 70% auf Badehosen, also grob gesagt die Hälfte. Die andere Hälfte machen T-Shirts, Sweater, Badeschlappen, Rucksäcke, Beach-Bags sowie Bikinis aus. Klar, mit den Produktkategorien fernab der Badehose haben wir in erster Linie in unseren eigenen Stores Erfolg. Im Wholesale tun wir uns schwerer, da ja der Händler die Marken auswählt.


"Hommage an die goldenen Jahre des Surfens auf Hawaii."
Sundek
"Hommage an die goldenen Jahre des Surfens auf Hawaii."

Sie haben eine neue Line aufgelegt, Golden Wave. Um was geht es?
Es handelt sich um eine Premium-Linie. Sie inspiriert sich an den goldenen Zeiten des Surfens, also an den 70er-Jahren auf Hawaii. Der Regenbogen auf der Badehose ist golden gefärbt. Zudem setzen wir auf hochperformante Stoffe, beispielsweise auf Nylon Memory. Die Stoffe für die Hemden beziehen wir aus Japan. Einer unserer Lieferanten ist Toki, der sie auf alten Webstühlen gefertigt hat. Golden Wave ist preislich höher angesetzt. Grob gesagt: Kostet eine Badehose der Hauptlinie 90 Euro, so reden wir hier von 160 Euro. Dementsprechend ist auch der Vertrieb ein anderer. Golden Wave wird über Tomorrow verkauft. Unser Ziel ist es, 50 bis 100 Händler zu haben.

Wie viele Händler haben Sie momentan? Welches Markenumfeld suchen Sie?
Wir haben 1500 Kunden weltweit. Wir sind transversal. Das können Sport-, aber auch Fashion-Stores sein. Uns gefällt ein Sportswear-Umfeld, das können Stone Island und The North Face sein. Wir schätzen aber auch einen Fashion-Kontext, also Acne, Golden Goose oder MSGM.


Hawaii-Hemden sind insgesamt sehr en vogue in diesem Moment. Fashion bei Sundek?
Wir sind kein Fashion-Label. Die Mode ist zyklisch. Als Sportswear-oder Activewear-Anbieter darfst du nicht das Auf und Ab mitmachen, sondern musst dich auf einer geraden Linie bewegen. Manchmal treffen sich dann Mode und Sportswear. Wie jetzt. Denn das stimmt schon: Hawaii-Hemden stehen momentan hoch im Kurs.


Ein Mega-Thema ist die Nachhaltigkeit. Wie hält es Sundek damit?
20% der Artikel in unserer Frühjahrskollektion 2020 sind aus recycelten Materialien gefertigt. Für 2021 streben wir 50% an. Im nächsten Jahr werden wir zudem unsere Verpackung komplett umstellen. Statt Plastik, das auf Rohöl basiert, werden wir nur noch Plastik verwenden, das aus Pflanzen gewonnen wird. Unser mittelfristiges Ziel lautet, unsere Lieferkette offen zu legen. Der Kunde soll jeden einzelnen Schritt nachvollziehen können. Vielleicht auf einer Webseite.


Ein zweites Mega-Thema sind Designerkapseln. Auch ein Thema für Sie?
Ja, wir haben schon mit Neil Barrett, Palm Angels und mit MSGM zusammengearbeitet. Solche Designerkapseln entstehen einfach. Die Mode von Neil Barrett gefällt mir. Bei Palm Angels kennen wir einige Mitarbeiter im Designteam. Und MSGM gehört dem gleichen Fonds wie wir. Wichtig ist, dass die beiden Seiten zueinander passen. Sundek und Ermenegildo Zegna wäre vielleicht eher seltsam. Doch halt! Wenn ich es recht bedenke, vielleicht liegt ja gerade darin der Reiz?


Sundek ist stark im Sommer. Wie sieht es denn im Winter aus?
Im Winter schnüren wir Pakete. Damit meine ich, dass wir mit kleinen Kapseln aufwarten. Wir verwenden Fleece-Stoffe. Beispielsweise haben wir Hybrid-Modelle im Angebot. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Sweat und Jacke, die sich gut für die Saisonmitte eignet. Sie erinnert in Ansätzen an das Modell Car-Lux von Carhartt.


Sie haben auch eine Kollektion für Frauen im Angebot. Wie sprechen Sie die Damen an?
Die Marke Sundek steht für eine maskuline Identität. Das wird auch so bleiben. Wir richten uns also nicht an eine Frau, die Pailletten auf dem Badeanzug oder Bikini trägt, sondern an eine Frau, die es sportlich mag. Keine Frage, das ist nicht einfach. Doch es spielt uns in die Karten, dass mehr und mehr Frauen Sportarten wie das Surfen schätzen.

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