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Neue Prozesse und Lagersysteme für den Global Recycled Standard

Gore lässt Fabriken nach dem GRS zertifizieren

Manuel Ferrigato
Materialspezialist Gore will künftig alle Laminate mit recycelten Textilien nach dem GRS zertifizieren.
Materialspezialist Gore will künftig alle Laminate mit recycelten Textilien nach dem GRS zertifizieren.

Die Gore Fabrics Division (Gore) hat die Produktionsstandorte in Deutschland und China nach dem Global Recycled Standard (GRS) zertifizieren lassen. Das heißt für das Unternehmen, sich in Prozessen, Management und Lagerhaltung neu zu organisieren.

Der GRS ist ein internationaler Produktstandard, der Anforderungen in Bezug auf die Zertifizierung von recycelten Inhalten, von Sozial- und Umweltpraktiken, Einschränkungen beim Einsatz von Chemikalien sowie der Sorgfaltskette durch Dritte festlegt. Gemäß dieser Sorgfaltskette muss jede einzelne Stufe im Produktionsprozess zertifiziert werden; die Kette beginnt mit der Recycling-Phase und endet beim letzten Wiederverkäufer. Laut GRS muss zudem über Orte, an denen Materialien gelagert werden, selbständig Auskunft gegeben, entsprechende Dokumente gesammelt sowie Überprüfungen vor Ort ermöglicht werden.

Der Standard war ursprünglich 2008 von Control Union Certifications entwickelt worden, 2011 gingen die Rechte daran an Textile Exchange über. Der GRS ist auf jede Qualität anwendbar, die mindestens zu 20% aus GRS-zertifiziertem, recyceltem Material besteht. Endprodukte, die das GRS-Logo tragen wollen, müssen mindestens 50% GRS-zertifiziertes Recycling-Material enthalten.

Für Global Application Engineer Leader Thomas Kiebler ist eine transparente Lieferkette Grundlage für Vertrauen von Handelspartnern und Verbrauchern.
Gore
Für Global Application Engineer Leader Thomas Kiebler ist eine transparente Lieferkette Grundlage für Vertrauen von Handelspartnern und Verbrauchern.
Für Gore hätten diese Zertifizierungen eine enorme Anstrengung bedeutet, wie Global Application Engineer Leader Thomas Kiebler berichtet. "Wir haben Vor-Audits durchgeführt und jene ökologischen, sozialen und chemischen Anforderungen des Standards umgesetzt, die bislang durch unsere bestehenden Zertifizierungen, wie Bluesign oder ISO 14001, noch nicht abgedeckt waren."

Im Zuge der Zertifizierung habe Gore zudem die Produktions- und Lagereinrichtungen angepasst, wodurch es nun möglich sei, zertifizierte und nicht zertifizierte Waren gemäß der Anforderungen zu trennen. Da Gore auch externe Lager für den Versand von Laminaten an seine lizenzierten Partner und Käufer nutze, arbeitete das Unternehmen  mit den Lagerfirmen daran, auch diese in das GRS-System zu integrieren.

"Transparenz ist das Leitmotiv unserer Arbeit in der Gore Fabric Division und Grundlage dafür, bei Käufern, Kunden, Endbenutzern und Partnern Vertrauen aufzubauen. Daher haben wir uns entschieden, unsere Produktionsstandorte in Deutschland und China nach GRS zertifizieren zu lassen, um die Rückverfolgbarkeit der in unseren Produkten verwendeten Recycling-Materialien zu gewährleisten", so Kiebler. Die entsprechenden Prozesse und Anforderungen würden nun in das bestehende Managementsystem eingebettet.

Mitte 2022 will Gore dann den Kunden in ausgewählten Geschäftsbereichen GRS-zertifizierte Laminate anbieten. Damit das Unternehmen entsprechende, produktbezogene Zertifizierungen, sogenannte Transaktionszertifikate, an Kunden und Käufer ausstellen kann, seien  Anpassungen der IT-Systeme erforderlich. "Wir werden ein ganzheitlicheres Portfolio-Management für unsere GRS-zertifizierten Laminate einführen, sodass wir unser Angebot kontinuierlich erweitern können. Wir starten zunächst mit einer kleinen Anzahl an Laminaten aus unserem Gore Fabrics Portfolio, planen aber künftig gemeinsam mit unseren Lieferanten und Produktionsstandorten alle Laminate mit recycelten Textilien gemäß GRS zu zertifizieren", kündigt Kiebler an.
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