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Neue Services und neue Player mischen das Fahrrad-Business auf

Decathlon baut Bike-Service aus

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Im Geschäftsjahr 2018 erlöste Decathlon in Deutschland 33,4 Mio. Euro mit Fahrrädern und Zubehör, was einem Umsatzanteil von gerade einmal 6% entspricht. Beide Werte werden spätestens im laufenden Geschäftsjahr sicher deutlich übertroffen werden.
Im Geschäftsjahr 2018 erlöste Decathlon in Deutschland 33,4 Mio. Euro mit Fahrrädern und Zubehör, was einem Umsatzanteil von gerade einmal 6% entspricht. Beide Werte werden spätestens im laufenden Geschäftsjahr sicher deutlich übertroffen werden.

Bike boomt – nicht erst seit Corona. Auch Decathlon hat dieses Feld schon vor einigen Jahren zum Wachstumsfeld erklärt. Nun baut der größte Sporthändler der Welt sein Service-Angebot rund ums Rad weiter aus – zunächst allerdings nur auf dem Heimatmarkt. Vom Run aufs Rad profitieren auch andere.

Die Möglichkeit, Fahrräder für ein, zwei oder drei Jahre zu mieten gibt es bei Decathlon in Frankreich schon länger – nun hat der Filialist auch ein flexibel kündbares Bike-Abo im Portfolio. Inklusive Garantie, Pannenhilfe und Reparatur. Angeboten wird dieser Service seit Juni in ausgewählten Filialen in Paris und Lyon.

Zur Wahl stehen fünf Modelle, die günstigste Option gibt es für 15 Euro im Monat. Auch zwei E-Bike-Modelle stehen zur Auswahl, sie kosten monatlich 55 bzw. 75 Euro. Zum Vergleich: Wer sich bei Decathlon für einen langfristigen Mietvertrag entscheidet, kann schon für 40 Euro im Monat E-Biken. Ein Fahrrad-Abo hat derzeit auch Tchibo im Angebot. Gemeinsam mit den niederländischen Anbieter Swapfiets bietet Tchibo ein Mietrad mit Mobilitätsgarantie ab 16,50 Euro im Monat an.


Der Corona-bedingte Run auf Fahrräder lässt sich nicht zuletzt an einer Zahl ablesen, die vom Statistischen Bundesamt für den Monat April veröffentlicht wurde: Der Handel mit Fahrrädern, Sport- und Campingartikeln erzielte im April ein Umsatzplus von 12,5% im Vergleich zum März. Online-Umsätze sind nur zum Teil erfasst. Da Fahrradläden mit die ersten waren, die im April wieder ohne Beschränkungen öffnen durften, ist dieses Plus wohl zu einem Großteil auf den Fahrrad-Handel zurückzuführen.

Der Auf- und Ausbau des Fahrrad-Angebots wird sowohl auf Handels- wie auf Industrie-Seite forciert. Nur zwei aktuelle Beispiele: Bei Mohr in Dollern eröffnete wenige Wochen vor dem Shutdown eine große Bike-Fläche, der Outdoor-Spezialist Schöffel bietet für Frühjahr 21 erstmals eine Bike-Kollektion.

Schöffels digitales Salesmeeting 2020 im Video


Auch beim Fahrrad-Spezialisten Rose Bikes stehen die Zeichen auf Wachstum: Das Bocholter Familienunternehmen erlöste im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (30.4.) 56,7 Mio. Euro und damit über 20% mehr als im Vorjahr – trotz Corona-Einschränkungen. „Den Onlineumsatz konnten wir im ersten Geschäftshalbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent steigern“, so Marcus Diekmann, Geschäftsführer Commerce & Digital. Neben dem Ausbau des Online-Shops zur „OneStop-Shopping-Plattform für Bikes, Bekleidung, Teile und Zubehör“ wird auch weiter in das Stationär-Geschäft investiert: Nach der Eröffnung des Pop-Up Stores in Münster und des Flagshipstores am Zürichsee in der Schweiz im Mai folgt im Juni ein neuer Laden in Berlin.

Vor allem aber arbeitet Rose Bikes mit Hochdruck an der Entwicklung neuer Service- und Kooperationsmodelle. Dafür wurde unter anderem René Scheilen als Director New Business & Retail Cooperation geholt, der neue Retail-Vertriebsmodelle aufbauen soll.
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