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Neuer CEO für die weltgrößte Sportmarke

Ein Nerd für Nike

Nike
Mit John Donahoe übernimmt ein ausgewiesener IT-Experte die Führung von Nike.
Mit John Donahoe übernimmt ein ausgewiesener IT-Experte die Führung von Nike.

John Donahoe übernimmt das Ruder bei der größten Sportmarke der Welt. Das zeigt, wie ernst es Nike meint mit der digitalen Transformation.

Wer kennt schon den CIO eines Unternehmens? Kaum jemand. Dabei ist der Chief Information Officer für John Donahoe eine der wichtigsten Personen, wenn die digitale Transformation eines Unternehmens gelingen soll. Der CIO sei die „absolut geeignete Person“, um ein Unternehmen in die digitale Zukunft zu führen. In einem Interview, das der designierte Nike-Chef Anfang des Jahres der Computerwoche gab, vergleicht Donahoe die heutige Rolle des CIO mit der des CFO vor 20 Jahren, dessen Aufgabe es war, die Kosten im Griff zu halten. Das hat sich grundlegend geändert, der Finanzbereich hat in vielen Unternehmen mittlerweile eine strategische Bedeutung. Und auch IT ist schon lange kein Back-Office-Thema mehr.


Klingt unsexy? Mag sein. Doch die Berufung von John Donahoe an die Spitze der größten Sportmarke der Welt bestätigt, dass Nike es ernst meint mit der digitalen Transformation. Mit John Donahoe folgt auf den bekennenden Produkt-Freak Mark Parker ein bekennender IT-Freak.

„Digital verändert und verstärkt alles, was wir tun“, werden der amtierende Nike-CEO und President Mark Parker und sein Finanzchef Andy Campion nicht müde zu betonen. Und auch wenn Parker immer wieder begeistert von den jüngsten Innovationen berichtet, den neuesten Sneaker-Styles und ein Feuerwerk an Neuheiten für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ankündigt – die Grundlage des aktuellen Wachstums ist die Tatsache, dass Nike schon heute tickt wie eine Tech-Company.

Seit 17 Jahren steht Parker an der Spitze der Marke mit dem Swoosh, seit 2006 ist er President und CEO des Konzerns. Seither konnte der Umsatz auf fast 40 Mrd. Dollar mehr als verdoppelt werden. Sehen lassen kann sich auch Donahoes Bilanz bei ServiceNow. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung digitaler Workflows spezialisiert und wurde im vergangenen Jahr vom Forbes-Magazin zum innovativsten Unternehmen gekürt. In den vergangenen beiden Jahren konnten die Erlöse unter Donahoes Führung jeweils um über 30 % gesteigert werden und belaufen sich mittlerweile auf 2,6 Mrd. Dollar.

Nike ist für Donahoe kein Neuland. Er ist bereits seit 2014 Mitglied im Verwaltungsrat des Konzerns. Die Aufwertung des klassischen CIO-Postens wurde bei Nike übrigens schon umgesetzt: Im Juni wurde erstmals ein Global Chief Digital Information Officer berufen, der eben nicht nur alle globalen Technologiefunktionen leiten, sondern auch neue digitale Möglichkeiten für Nike erschließen soll. Wohl ganz im Sinne des neuen Chefs.
John Donahoe
  • ab 13. Januar 2020: President und CEO von Nike
  • seit April 2017: CEO von ServiceNow
  • seit 2014: Mitglied im Nike-Verwaltungsrat
  • 2008 - 2015: CEO von Ebay
  • 2005: Einstieg bei Ebay als President Ebay Marketplaces
  • 1999-2005: CEO von Bain & Company
  • 1992-1999: Managing Director bei Bain & Company

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