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Neun-Monats-Bilanz des japanischen Sportartikelkonzerns

Asics legt kräftig zu und stellt Strategie rund um Lieferproblematik vor

Imago / Chai von der Laage
Die eigenen Läden stehen an zweiter Stelle. Asics EMEA will die Handelspartner bevorzugen.
Die eigenen Läden stehen an zweiter Stelle. Asics EMEA will die Handelspartner bevorzugen.

Asics hat die ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2021 mit einem kräftigen Umsatzwachstum abgeschlossen und ist wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der japanische Sportartikelkonzern verbuchte für die neun Monate bis Ende September Erlöse von 322,21 Mrd. Yen. (2,4 Mrd. Euro). Das sind fast 30% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Zudem hat sich das Ergebnis deutlich verbessert. Unterm Strich verzeichnete das Unternehmen mit Sitz in Kōbe einen Gewinn von rund 19 Mrd. Yen. Im vergangenen Jahr hatte Asics noch rote Zahlen geschrieben und einen Verlust von 3,4 Mrd. Yen verbucht. Die Trendwende, die sich bereits im letzten Jahr sowie Anfang 2021 abzeichnete, hat sich somit weiter verfestigt. Die zum Konzern gehörende Marke Onitsuka Tiger steigerte ihren Umsatz um rund 20% auf 30,4 Mrd. Yen.


Nach Regionen betrachtet ist Europa einer der Wachstumstreiber des Konzerns. Asics EMEA (Europe, Middle East, Africa) meldet bis September einen Anstieg des konsolidierten Nettoumsatzes über alle Vertriebskanäle von 23%. Für Europa alleine ergibt sich laut dem Finanzreport von Asics sogar ein Wachstum von 33% auf 90,96 Mrd. Yen. Grund sei die starke Entwicklung in den Kategorien Performance Running und Sports Style. Das Ergebnis sei in Europa um fast 168% auf 14,58 Mrd. Yen gestiegen.

"Wir beobachten profitables Wachstum in allen Produktkategorien, von Running bis Tennis, und über alle Kanäle hinweg, was unsere positive Dynamik in der Region EMEA unterstreicht", sagt Carsten Unbehaun, Chief Executive Officer Asics EMEA.

Handelspartner an erster Stelle

Trotzdem bleibe das aktuelle Geschäftsumfeld herausfordernd. Grund sind die derzeitigen Lieferengpässe. "Covid-19 beeinflusst weiterhin unsere Lieferanten", so Unbehaun. Allerdings sei nun beschlossen worden, die Handelspartner bevorzugt zu behandeln: "Angesichts der beispiellosen Nachfrage nach unseren Produkten und Kapazitätsengpässen haben wir uns jetzt entschieden, unseren Handelspartnern Vorrang vor unseren eigenen Direct-to-Consumer-Kanälen zu geben", teilt der EMEA-Chef mit. Das Unternehmen wolle eng mit den Partnern zusammenarbeiten, "um gemeinsam durch das dynamische Umfeld zu navigieren".

Die Entwicklung im Wholesale spricht für diese Strategie. Um rund ein Viertel hat das Unternehmen die Erlöse mit Handelspartnern in der Region gesteigert. Einer Mitteilung von Asics EMEA zufolge betrug das Umsatzwachstum in Deutschland 26%. Damit performt Deutschland aber längst nicht am besten. In Italien legte das Unternehmen um fast 50% zu, auf der iberischen Halbinsel waren es 42%.

Deutlich gewachsen ist das Unternehmen im E-Commerce. In der Region EMEA hat Asics nach eigenen Angaben zum Beispiel um 37% zugelegt. Weltweit ist das Online-Geschäft dem Finanzreport zufolge um 12% gewachsen.

Performance Running entwickelt sich stark

Nach Segmenten betrachtet, hat u.a. der Bereich Performance Running einen kräftigen Umsatzsprung gemacht. Um 38% auf rund 167 Mrd. Yen sind die Erlöse in diesem Segment gewachsen. Vor allem in China hat die Kategorie mit einem Plus von 46% deutlich zugelegt. Im August hat der Sportartikelkonzern die neueste Version seines Laufschuhs Novablast TM2 auf den Markt gebracht. Er sei zum "meistverkauften Schuh" im Sortiment geworden. In der Kategorie Bekleidung und Ausrüstung erzielte Asics ein Plus von 19% auf 25,4 Mrd. Yen.

Für das komplette Jahr 2021 prognosiziert Asics einen Konzernumsatz von 395 Mrd. Yen, was einem Plus von rund 20% entsprechen würde.

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