Der US-Sportartikelhersteller Under Armour steckt nach den ersten neun Monaten 2018 zwar noch in den roten Zahlen, allerdings brachte das dritte Quartal überraschenden Aufschwung. Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wird angehoben.

Wie das Unternehmen aus Baltimore/Maryland mitteilte, steht es zum Ende der neun Monate mit 50,5 Mio. Dollar (44,34 Mio. Euro) in den roten Zahlen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von knapp 40 Mio. USD verbucht worden. Beim Umsatz konnte der Sportartikler allerdings zulegen – um rund 5% auf 3,8 Mrd. USD.



Der Umsatz wuchs im dritten Quartal um rund 2% auf 1,44 Mrd. USD. Zulegen konnte Under Armour aber ausschließlich im Ausland, wo das Unternehmen 24% des Umsatzes erlöst. Auf dem Heimatmarkt sanken die Verkaufserlöse um 2% auf 1,1 Mrd. USD. Das internationale Geschäft hingegen wuchs um 15%. Das Wachstum in der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) lag ebenfalls bei 15%.

Gestiegen ist der Umsatz im Segment Bekleidung (+4%), während die Erlöse mit Schuhen lediglich auf Vorjahresniveau lagen.

Das Unternehmen befindet sich derzeit in einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Erst im September war bekannt geworden, dass es mehr als 400 Stellen, bzw. 3% der weltweiten Arbeitsplätze streicht, um Kosten zu sparen. Die Aufwendungen für das Sparprogramm werden durch die Abfindungen höher ausfallen als ursprünglich geplant. Bereits zur Präsentation der Halbjahresbilanz im Juli war Under Armour von höheren Umbau-Kosten ausgegangen. Das Unternehmen rechnet mittlerweile damit, dass 2018 insgesamt Restrukturierungskosten vor Steuern von 200 bis 220 Mio. USD anfallen.

Allerdings brachte das dritte Quartal einen Lichtblick. In den drei Monaten verbuchte Under Armour einen Gewinn von 75,3 Mio. USD. Er stieg damit um fast 40%. Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr hebt Under Armour an. Der Sportartikelanbieter geht nun von 0,19 bis 0,22 USD pro Aktie aus. Bisher waren 0,16 bis 0,19 USD prognostiziert worden. „Unsere Zahlen für das dritte Quartal zeigen, dass wir mit unserer mehrjährigen Umstrukturierung auf dem richtigen Weg sind”, sagt Kevin Plank, Chairman und CEO von Under Armour.
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