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Neun von zehn Filialen werden geschlossen

Planet Sports ist verkauft

Planet Sports
Aus für das Filialgeschäft: Allein die Planet Sports-Filiale in Köln bleibt erhalten.
Aus für das Filialgeschäft: Allein die Planet Sports-Filiale in Köln bleibt erhalten.

Der Boardsport- und Streetwear-Spezialist Planet Sports ist verkauft. Die Übernahme erfolge rückwirkend zum 1. Mai. Am selben Tag hatte das zuständige Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über die Planet Sports GmbH eröffnet und Rechtsanwalt Axel Bierbach, der zuvor bereits vorläufiger Insolvenzverwalter war, zum Insolvenzverwalter bestellt.

Planet Sports hatte am 20. Februar Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Der Vertrag zur Übernahme sei am Montag von beiden Seiten unterzeichnet worden, so Bierbach. Wer hinter dem mittelständischen Unternehmerkonsortium steckt, wird nicht bekanntgegeben. Die Erwerbergesellschaft, die auch künftig unter dem Namen Planet Sports auftreten wird, wird den gesamten Online-Handel des Unternehmens sowie die Filiale in Köln übernehmen. Die übrigen neun von zuletzt zehn Filialen, mit denen Planet Sports flächendeckend in Deutschland vertreten war, seien zu defizitär gewesen, um sie weiter fortführen zu können, teilte Bierbach mit. 62 von ursprünglich 192 Mitarbeitern könnten ihren Arbeitsplatz behalten.

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass es uns trotz der derzeit gesamtwirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen gelungen ist, den Betrieb aufrecht zu erhalten und eine finanzstarke Käufergruppe mit umfangreicher Erfahrung im Onlinehandel für Planet Sports zu finden“, so Bierbach. Der Verkaufsprozess, in den insgesamt rund zehn potenzielle Käufer involviert gewesen seien, habe sich - unter anderem aufgrund eigener wirtschaftlicher Sorgen und Geschäftsschließungen der Interessenten infolge der Corona-Krise - schwierig gestaltet. Zahlreiche anfänglich interessierte Erwerber hätten sich Mitte März wieder zurückgezogen. „Das unternehmerische Engagement der neuen Eigentümer verdient Respekt und Anerkennung“, sagte Bierbach.


„Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Finanzierer und den Mitarbeitern von Planet Sports, die trotz der teils schwierigen Arbeitsbedingungen im Homeoffice motiviert weitergemacht und das Unternehmen nach besten Kräften gestützt haben“, sagte Bierbach. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich April gesichert gewesen.
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