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Öko Test: Nur 2 von 15 Hemden schneiden sehr gut ab

H&M und Jack Wolfskin bei recycelten Outdoor-Shirts vorn

Jack Wolfskin
Testsieger: Das fast 40 Euro teure Jack Wolfskin-Shirt mit dem komplizierten Namen Sierra T M, Ruby Red erhielt trotz des Inhaltsstoffes Silber die Gesamtnote sehr gut.
Testsieger: Das fast 40 Euro teure Jack Wolfskin-Shirt mit dem komplizierten Namen Sierra T M, Ruby Red erhielt trotz des Inhaltsstoffes Silber die Gesamtnote sehr gut.

H&M und Jack Wolfskin verkaufen die besten Outdoor-Shirts aus recyceltem Plastikmüll. Das ergab eine Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test in Zusammenarbeit mit der Arbeiterkammer Oberösterreich. Die Sporthemden des Fast Fashion-Filialisten H&M (10 Euro) und des Outdoor-Bekleidungsherstellers Jack Wolfskin (40 Euro) erhielten jeweils die Bestnote „sehr gut“. Das Produkt von Pyua (65 Euro) wurde mit „gut“ bewertet. Am schlechtesten schnitten die Shirts folgender Marken ab: Fjällräven, Houdini, Norrøna, Patagonia und Vaude.

Der recycelte Kunststoff der Shirts stammt überwiegend aus PET-Flaschen, die in China oder Taiwan gesammelt, geschreddert und zu Garn verarbeitet wurden. „Echtes Textil-Recycling wird mangels geschlossener Kreisläufe noch von keinem der getesteten Hersteller praktiziert“, kritisiert Öko Test. Und das, obwohl H&M, Globetrotter und Pyua ihre Altkleider sammeln. Somit lösen die Shirt-Hersteller allenfalls das Müllproblem der Getränkeindustrie, nicht aber das der Textilbranche, heißt es in dem Bericht.

Mikroplastik löst sich stets beim Waschen

Zudem bemängeln die Produktester, dass sich bei allen untersuchten Synthetikfasern Mikroplastik beim Waschen löst. Dieses gelangt über das Abwasser in Flüsse, Seen und Meere - und über Klärschlamm auch auf Äcker.

Minuspunkte gab es auch beim Thema Tierwohl: Von den fünf Anbietern im Test, die in ihren Shirts Merinowolle verarbeiteten, konnte lediglich der Hersteller Ortovox den Nachweis erbringen, dass er auf die tierquälerischen Praxis des Mulesing verzichtet. Dabei werden den faltenreichen Merinoschafen – meist ohne Betäubung – Hautstücke rund um den Schwanz herausgeschnitten, um das Einnisten von Parasiten zu verhindern.

Darüber hinaus finden sich in vielen Outdoor-Shirts Schadstoffe: Phosphor-organische Verbindungen wurden bei Adidas und Pyua feststellt. Diese Problemstoffe werden gut über die Haut aufgenommen und wirken häufig wie ein Nervengift. Außerdem haben die Experten in sieben Shirts der 16 untersuchten Produkte halogenorganische Verbindungen gefunden. Davon gelten viele als allergieauslösend und fast alle reichern sich in der Umwelt an.

Beim Jack Wolfskin-Shirt monieren die Tester den Einsatz von Silberchloriden. Diese sollen Geruch verhindern und antibakteriell wirken. Allerdings können sie über das Abwasser in die Umwelt gelangen und somit zu Resistenzen von Bakterien führen.

Ferner deckte der Test große Schwächen bei der Saugfähigkeit auf: Nur sechs Shirts nehmen die entstehende Flüssigkeit schnell genug auf, um den nassen Schweiß rasch von der Haut wegzutransportieren. Insgesamt neun Shirts bildeten zudem Knötchen auf der Oberfläche. Der Arbeiterkammer zufolge ist das ein Anzeichen dafür, dass „das Material der starken Beanspruchung von Funktionsshirts offenbar nicht gut standhält“. 

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Alle geprüften Produkte sind atmungsaktiv, luftdurchlässig und färben beim Schwitzen nicht ab. Nur das Shirt von Icebreaker hat sich beim Waschen verformt.

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