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Organisation kritisiert irreführende Werbung

Großbritannien: Rüge für Under Armour

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Ein Store von Under Armour in Chicago.
Ein Store von Under Armour in Chicago.

Mucki-Macher. In Großbritannien hat das Sportswear-Label Under Armour mit dem Versprechen geworben, dass ein Shirt positiven Einfluss auf die Muskeln habe. Die Advertising Standards Authority (ASA) forderte Beweise an, war mit den zugesendeten Studien aber nicht zufrieden.

Im Februar dieses Jahres war der Nichtregierungsorganisation, die mit dem Deutschen Werberat vergleichbar ist, auf der britischen Website von Under Armour eine Anzeige aufgefallen, in der ein Baselayer beworben wurde. Dieser könne durch bestimmte Mineralien im Stoff die Muskeln stärken sowie Ausdauer und Kraft steigern. ASA störte sich vor allem an der Formulierung, dass diese Eigenschaften "getestet und bewiesen" seien und forderte Under Armour dazu auf, Belege für diese Aussage einzureichen.

Dem kam das Unternehmen dann auch nach. Under Armour UK erklärte, dass das Material den Stoff Celliant des Herstellers Hologenix enthalte. Diese Qualität soll die beim Training erzeugte Wärme einfangen, umwandeln und in Form von Infrarot-Energie an den Körper des Athleten zurückgeben. Dieser Erklärung legte die Marke drei Studien bei, von denen eine die Verbesserung der Kraft und zwei die Stärkung der Ausdauer nachweisen sollten.

An allen drei Studien hatte ASA jedoch etwas auszusetzen. So wurde unter anderem kritisiert, dass es sich beim getesteten Shirt nicht exakt um das später beworbene gehandelt habe. Zudem seien die Stichproben zu klein gewesen seien, und nicht alle Wissenschaftler hätten unabhängig agiert. Daher stufte die Organisation die Werbung als irreführend ein. Die Anzeige dürfe in der jetzigen Form nicht mehr erscheinen, bis neue Beweise die behaupteten Eigenschaften belegen könnten.

Auch in den USA muss sich Under Armour derzeit Untersuchungen stellen: Die US-Börsenaufsicht hat Ende Juli angekündigt, Umsatzbuchungen aus den Jahren 2015 und 2016 zu überprüfen.

Bei der ASA handelt es sich um eine Organisation der britischen Werbebranche, die allerdings nur Aufgaben der freiwilligen Selbstkontrolle übernimmt und keine Gesetze durchsetzen kann. Ihre Vorgaben spiegeln jedoch die Gesetzgebung größtenteils wider.
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