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Outdoor-Sommer 2022

Mit leichtem Gepäck

Maloja
Die Outdoor-Branche profitiert vom Drang der Menschen nach Draußen - und dem Run aufs Bike.
Die Outdoor-Branche profitiert vom Drang der Menschen nach Draußen - und dem Run aufs Bike.

Die Outdoor-Branche blickt zuversichtlich in die Zukunft. Auch in diesem Jahr profitiert der Handel vom Endlich-wieder-raus-Effekt – nicht zuletzt befeuert vom anhaltenden Run aufs Bike. Bei der Order gilt es, das richtige Maß an Performance zu finden und gleichzeitig Outdoor für jeden zugänglich zu machen.

Ein Juni wie im Jahr 2019? Für viele ein Traum. Für Christoph Ganß, Geschäftsführer des Outdoor-Filialisten Unterwegs, Realität. „Natürlich fällt diese Bilanz je nach Standort etwas unterschiedlich aus. Aber das Geschäft ist wirklich super angelaufen, seit die Läden wieder offen sind.“ 

Im Outdoorhandel ist er nicht alleine. Das Segment kann auch in diesem Jahr von dem Endlich-wieder-raus-Effekt profitieren. Bei Unterwegs macht sich jetzt doppelt bezahlt, dass Ganß bei der Order für diesen Sommer etwas zurückhaltender war. „Dadurch haben wir aktuell etwa 10 % weniger Bestand als im vergangenen Jahr.“ Und so ging er mit sprichwörtlich leichtem Gepäck in die Order für den kommenden Sommer, bei der er jetzt wieder beherzter vorgegangen ist. Sprich: wieder ganz normal.

„Ganz normal positiv“ plant auch der Filialist Intersport Voswinkel den Sommer 2022. Mit den Erfahrungen der vergangenen Monate – Schuhe extrem gut, Textilien im Vergleich dazu etwas verhaltener – geht das Einkaufsteam von Marcus Neul an die Order.

Sommer 2022: Das sind die Outdoor-Trends und -Themen

„Nach zögerlichem Start der Sommer 21-Vororder hat sich in der Tat ein sehr positiver Trend abgezeichnet, der bis heute anhält“, berichtet Thomas Unterweger von Ortovox. „Ich gehe davon aus, dass es weiteres Wachstum geben wird, dieses aber in der Dynamik etwas abnimmt. Schließlich haben alle Marktteilnehmer Interesse an einem nachhaltigen Wachstum, nicht an Jojo-Effekten.“

Klaus Haas von Maloja geht aktuell von einem zweistelligen Vororderplus aus, basierend auf den ersten Orderzahlen und Abverkäufen. Er stellt fest, dass ein Mehr an Funktionalität sehr präsent ist. „Unsere technischsten Produkte im Rennradbereich sind beispielsweise sehr gefragt, genauso wie die Bergsport- und Kletter-Styles, die wir gemeinsam mit befreundeten Bergführern entwickelt haben.“

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Seit einem Jahrzehnt arbeiten Schöffel und die Fair Wear Foundation zusammen. Die Torte zum Jubiläum konnten die Teams coronabedingt nicht gemeinsam anschneiden, doch ihr gemeinschaftliches und partnerschaftliches Engagement hat die globale Krise sogar verstärkt. Peter Schöffel und FWF-Chef Alexander Kohnstamm sind überzeugt: Das neue Normal wird kommen. Und es gilt, die Chancen zu nutzen.


Selbst eine klar erlebnisorientierte Marke wie Schöffel treibt die Verjüngung unter anderem dadurch voran, dass ein Feld wie Speed Hiking besetzt wird. Marketingchef Reiner Gerstner spricht von der „leichten Prise Performance-Orientierung“. Es geht dabei nicht um eine jüngere Zielgruppe, wie Gerstner betont. „Sondern um die, die young minded sind.“ Und wo früher eher der Naturentdecker und Genießer im Vordergrund stand, ist es mittlerweile der „Healthy Lifestyler“.

Outdoor jedem zugänglich zu machen ist auch das Credo von Columbia Sportswear. Was das auch bedeuten kann, zeigt ein Blick nach Amerika: Der große Outdoor-Retailer Rei baut das Plus Size-Segment bis Jahresende deutlich aus. The North Face und Columbia sind schon am Start.

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