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Outerwear-Marke setzt sich neue Ziele

Fabrics, Federn, Färberei: So will Canada Goose nachhaltiger werden

Canada Goose
Keine Farbe, kaum Kompromisse. Canada Goose will die eigenen Produkte umweltschonender herstellen. Dazu gehört auch schon mal der Verzicht auf Färbemittel.
Keine Farbe, kaum Kompromisse. Canada Goose will die eigenen Produkte umweltschonender herstellen. Dazu gehört auch schon mal der Verzicht auf Färbemittel.

Das kanadische Outerwear-Label Canada Goose ist auf einem rasanten Wachstumspfad. Dabei soll das Thema Sustainability nicht auf der Strecke bleiben, sondern essenzielle Säule der Marke werden.

Nachhaltigkeits-Initiativen gehören im Luxus-Genre längst zum guten Ton, sind inzwischen unverzichtbarer Bestandteil von Wachstumsstrategien, mit denen Investoren und Kunden überzeugt werden sollen.


Canada Goose macht hier keine Ausnahme. Im Rahmen eines virtuellen Sustainability-Roundtables skizzierte das Unternehmen seine Strategie für 2025. Gavin Thompson, VP Corporate Citizenship und Niamh McManus, Design Director Product bei Canada Goose, gaben Einblicke in die Arbeitsweise des Unternehmens. "Keep the Planet cold and the People on it warm" sei dabei das Leitmotiv der Marke. Um dieses Motto mit Leben zu füllen, habe man viele Punkte der Supply Chain unter die Lupe genommen.


Als einen wichtigen Hebel hat das Team um Thompson die Verpackungen ausgemacht. Und zwar entlang der gesamten Fertigungskette, wie er betont. Dabei gehe es verstärkt auch um die Vermeidung von Plastik. Im Store wie in der Logistik. Auch der Wareneinsatz der Produkte werde auf den Prüfstand gestellt. Bis zum Jahr 2025 sollen 90% der Stoffe Bluesign-zertifiziert sein − aktuell liege der Anteil bei 45%.

Designerin McManus betont, dass die Produkte der Marke so gestaltet sein sollen, um ein Leben lang zu halten. Besonders heraus stellt sie den neuen sogenannten "Standard Parka", da dieser quasi den neuen Goldstandard für künftige Produkte setzen soll. Die Fertigung erfordere bei dem Produkt 65% weniger Wasser als bei bisherigen Jacken der Marke und setze 30% weniger CO2 frei. Erreicht habe man das unter anderem dadurch, indem man auf das Färben des Stoffes verzichtet habe, der Ripstop-Nylon sei zu 100% aus recycelten Fasern gefertigt.

Fokus auf den Wareneinsatz

Bis zum Jahr 2025 sollen bei Canada Goose 90% der verwendeten Qualitäten auf Basis von sogenannten "Preferred Fibres and Materials" (PFM) gefertigt werden. Darunter versteht das Unternehmen eine Reihe an verschiedenen Fasern und Rohstoffen. Man teile sie intern nach "gut, besser, am besten"-Kategorien ein. Für Definition und Kategorisierung des internen Standards habe man mit der Non-Profit-Organisation Textile Exchange zusammengearbeitet. Zu den PFM gehören demnach unter anderem sowohl Organic Cotton als auch recycelte Synthetic-Fasern wie das oben genannte Nylon. Aber auch bestimmte Pelze und Daunen.

Für die kommenden Jahre soll die Produkt-Pipeline ausgehend vom Standard Parka mehr und mehr erweitert werden, kündigt McManus an. "Das ist erst der Anfang unserer Nachhaltigkeits-Reise."

Kein Verzicht auf Pelz und Daune

Auf Pelz will die Marke dabei nicht verzichten, jedoch künftig keine Pelze von Tieren, die eigens für die Bekleidungsindustrie gezüchteten wurden mehr einkaufen. Stattdessen soll bis 2022 nur noch sogenannter "Reclaimed Fur" verwendet werden, also Pelze, die bereits in der Wertschöpfungskette vorhanden sind und nun wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden, um einen neuen Verwendungsbereich finden können. Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert jedoch auch diese Sourcing-Methode und fordert dazu auf, komplett auf den Einsatz von Echtpelz zu verzichten. Thompson begründet das Festhalten an Echpelz damit, dass man eine "Function First"-Marke sei und Pelz etwa bei extremer Kälte nicht vereise. Man suche zudem intensiv nach Alterantiven, die an die Funktion von Echtpelz heranreichen, bisher habe man jedoch keine befriedigende Lösung gefunden. Zudem vertrete man die Philosophie, den Konsumenten die Wahl zu lassen. So habe man zahlreiche pelzfreie Produkten im Sortiment, sämtliche Pelzverbrämungen seien zudem abnehmbar.

Daunen, für die Marke mit der Gans im Namen im Grunde unverzichtbar, sollen bis Ende des laufenden Jahres komplett nach dem Responsible Down Standard (RDS) zertifiziert sein, verkündet Canada Goose.

Eine große Herausforderung sei bei allen Aktivitäten immer, wie sich die Konsumenten verändern. Thompson: "Sich darauf zu konzentrieren, das ist die Top-Priorität aller Mitarbeiter im gesamten Unternehmen."
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