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Pilot-Projekt eingestellt

Nike stoppt Direktverkauf über Amazon

Screenshot: Amazon.de
Amazon's Choice - aber nicht die von Nike: Die US-Sportmarke will künftig wohl nicht mehr direkt mit Amazon zusammenarbeiten.
Amazon's Choice - aber nicht die von Nike: Die US-Sportmarke will künftig wohl nicht mehr direkt mit Amazon zusammenarbeiten.

Ende einer Beziehung. Nike stellt den direkten Verkauf über Amazon ein. 2017 hatten die beiden Unternehmen ein Pilotprojekt lanciert.

Die weltgrößte Sportmarke zieht sich aus dem direkten Geschäft mit dem weltgrößten E-Commerce-Player zurück. Der US-Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat Nike die Zusammenarbeit mit Amazon über den direkten Verkauf von Produkten der Sportmarke gekündigt. Das hat Nike auf TW-Anfrage bestätigt.

Teil des Deals von 2017 war dem Vernehmen nach, dass Nike Amazon direkt beliefert, Amazon wiederum verstärkt dafür Sorge trägt, dass keine Fake-Produkte über Drittanbieter auf der Plattform angeboten werden.

„Als Teil von Nikes Fokus auf den Ausbau der Kundenbeziehungen durch direktere, persönlichere Beziehungen zum Konsumenten, haben wir uns entschieden, das Pilotprojekt mit Amazon Retail auslaufen zu lassen”, heißt es von Nike. Und: „Wir werden weiterhin in starke, einzigartige Partnerschaften mit anderen Retailern und Plattformen investieren, um unsere Kunden nahtlos und weltweit erreichen zu können”, heißt es in einem Statement von Nike. Ende September hatte CEO Mark Parker bei der Präsentation der Quartalszahlen auf die Frage eines Analysten im Earnings Call zur Causa Amazon noch gesagt, die Beziehung sei „soweit gut, das Business läuft und mehr gibt es nicht.” Neuigkeiten gebe es keine. Nur: „Wir analysieren die Beziehung weiter und schauen daneben auch nach weiteren Möglichkeiten und Partnerschaften.” Jetzt also die Trennung. Einzig auf die Web Services von Amazon will der Sportartikel-Konzern auch weiterhin zurückgreifen, sowohl für Nike.com als auch das Ökosystem der Apps (Nike App, Nike Training Club, Nike Run Club und Sneakers).

Nikes Rückzug aus der Verbindung mit Amazon findet vor dem Hintergrund einer größeren Neu-Ordnung des Retail-Business der Sportmarke statt. Die Brand sucht verstärkt und mit Nachdruck den direkten Weg zu den Konsumenten, sowohl über eigene Retail-Formate wie das Live-Konzept, von dem kürzlich erst zwei neue Stores eröffnet wurden, als auch über den Push der eigenen digitalen Kanäle wie der eigenen App. Dabei forciert der Konzern eine globale Strategie, die zunehmend auch lokale Komponenten beinhaltet, wie die erste deutsche Just Do It-Kampagne deutlich zeigt, die erstmals einen Schwerpunkt auf Athleten legt, die vor allem hierzulande bekannt sind.

Auch die jüngste Top-Personalie von Nike wird so gedeutet, dass die Marke mit dem Swoosh vor allem die eigenen Digitalkanäle noch einmal deutlich stärken will: Am 13. Januar wird CEO Mark Parker die Führung an John Donahoe übergeben, der von 2008 bis 2015 CEO von Ebay war und zuletzt CEO des Software-Unternehmens ServiceNow. Donahoe gilt als ausgewiesener Profi für die Mammutaufgabe der digitalen Transformation.

Auch Amazon geht neue Wege im Fashion-Business. Jüngst feierte in Berlin das Event „Destination Denim” Premiere, bei dem Amazon Marken wie Levi's, Wrangler, G-Star, Tommy Jeans und Seven for all Mankind eine Bühne bot, Popstars wie Liam Payne auf die Bühne holte, um Konsumenten näher an das eigene Fashion-Angebot zu führen.
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