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Rasantes Wachstum könnte Investoren-Fantasien beflügeln

On soll an die Börse streben

Paul Merki
Sie hatten von Anfang an gut lachen: Die On-Gründer David Allemann, Caspar Coppetti und Olivier Bernhard treffen mit On ins Schwarze. Und zwar längst nicht nur in Europa.
Sie hatten von Anfang an gut lachen: Die On-Gründer David Allemann, Caspar Coppetti und Olivier Bernhard treffen mit On ins Schwarze. Und zwar längst nicht nur in Europa.

Gerüchte um einen geplanten Börsengang des Running-Spezialisten On gibt es seit längerem, doch Medienberichten zufolge rückt er nun in greifbare Nähe: Die Schweizer sollen einen IPO für diesen Herbst vorbereiten. Insider gehen von einer milliardenschweren Bewertung aus.

Dass On groß denkt, war spätestens Ende 2019 mit dem Einstieg von Roger Federer klar. Überstimmenden Medienberichten zufolge verdichten sich nun Gerüchte über einen möglichen Börsengang des Unternehmens mit Sitz in Zürich. Im Herbst soll es soweit sein. Das Unternehmen kommentiere die Pläne nicht - dementiert sie aber offenbar auch nicht. Nicht mehr.

Demnach strebt On einen US-Börsengang an, mit der Sache vertraute Personen gehen offenbar von einer Bewertung von 4 bis 6 Mrd. Dollar aus. Beauftragt seien unter anderem JP Morgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley sowie unter anderem Credit Suisse. Markenbotschafter des Schweizer Finanzinstituts ist – so schließt sich der Kreis – On-Teilhaber Roger Federer. 

Ein Börsengang in New York wäre für On fast ein Heimspiel. Im Dezember 2020 feierten die Schweizer dort die Eröffnung ihres weltweit ersten Flagship-Stores. „New York hat als globale Metropole eine unvergleichbare Strahlkraft“, erklärte On-Co-Founder David Allemann. „Wir haben in den letzten Jahren beobachtet, wie rasant unsere Community in NYC gewachsen ist und die Nachfrage stetig stieg. Unser On Experience Store ist eine Plattform, um unsere Community zusammenzubringen.“

Doch er kündigte bereits die Expansion in globale Key-Cities an. Definitiv ein kostspieliges Unterfangen, das sich durch einen Börsengang deutlich einfacher realisieren ließe.

IPOs im Online-Modehandel: Wie erfolgreich waren die Börsengänge?

„2020 war ein aufregendes und turbulentes Jahr, keine Frage“, so Allemann gegenüber der TW. Über Zahlen schweigen sich die Gründer seit jeher aus. Doch die Marktbedeutung der Schweizer ist unbestritten: Der On Cloud ist mittlerweile der meistverkaufte Running-Schuh in Deutschland. Das geht aus den jüngsten Zahlen der Marktforscher der npd Group hervor. 2018 wurde die Top 5-Liste noch vom Nike Free angeführt, gefolgt vom Adidas Ultraboost. Dieser wurde 2020 auf Rang 4 verwiesen, Nike ist gar nicht mehr in der Rangliste vertreten.

Beim Handelsverbund Sport 2000, der sehr viele Lauf-Spezialisten in seinen Reihen hat, ist On der am schnellsten wachsende Laufschuh-Anbieter der vergangenen Jahre. Die Schweizer haben sich im Gesamt-Lieferanten-Ranking von 2018 bis 2020 von Rang 34 auf Rang 17 hochgearbeitet. Und schon 2018 soll On beim Umsatz die dreistellige Millionenmarke erreicht haben. Profitabel sei On seit 2014, erklärte Co-Founder Caspar Coppetti im gleichen Jahr.

Seither hat On weitere Felder erfolgreich in Angriff genommen und ist sowohl im Outdoor- als auch im Lifestyle-Segment mit großem Erfolg gestartet. Unter anderem dafür wurden die Schweizer im Jahr 2019 mit dem TW-Forum-Preis ausgezeichnet.

Für großes Aufsehen sorgte der Running-Spezialist zuletzt mit seinem jüngsten Coup: dem Cyclon. Ein Schuh, der nicht nur theoretisch recycelbar ist. Er soll nach Ablauf seiner Lebensdauer tatsächlich zu einem neuen Schuh werden. Im September werden die Modelle der ersten Generation ausgeliefert. Bis zum Launch will On 30.000 Cyclon-Abos verkauft haben. Ein Meilenstein auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Aber nur ein erster, wie Viviane Gut, Head of Sustainability bei On, betont. „Wir stehen am Anfang einer Reise.“

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