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Flächen-Partnerschaften

Rose Bikes auf neuem Terrain

Rose Bikes
Neben dem Flaggschiff am Firmensitz in Bocholt betreibt Rose Bikes einen Laden in Posthausen, einen in München, einen am Schweizer Zürichsee und bald einen in Berlin.
Neben dem Flaggschiff am Firmensitz in Bocholt betreibt Rose Bikes einen Laden in Posthausen, einen in München, einen am Schweizer Zürichsee und bald einen in Berlin.

Mit neuen Partnerschaftsmodellen will das Familienunternehmen Rose seine Räder auf die Fläche bringen. Der Startschuss fällt in Mannheim.

"Wer heute nicht auf Fahrrad setzt, verpasst die Chance auf Umsatzwachstum." Das sagt einer, der vor wenigen Monaten komplett auf Bike umgesattelt ist. René Scheilen hat im März bei Rose Bikes in Bocholt angefangen.

Der frühere Dodenhof-Geschäftsführer soll als Director New Business & Retail Cooperation neue Retail-Vertriebsmodelle für den Online-Bike-Spezialisten aufbauen. Glücklicher hätte das Timing kaum sein können. Wenn es einen Gewinner in der Krise gibt, dann ist es die Zweiradbranche. Das gilt auch für Rose: Das Bocholter Familienunternehmen erlöste im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (30.4.) 56,7 Mio. Euro und damit über 20% mehr als im Vorjahr – trotz Corona-Einschränkungen.

Hauptpreislage 2500 Euro

Und auch seit Ende des Lockdowns scheint die Lust auf Rad ungebrochen – die Bike-Branche profitiert vom Urlaub zu Hause genauso wie von neuen Mobilitätskonzepten. Scheilens Aufgabe: Er soll Händler davon überzeugen, auf ihrer Sport-Fläche einen Brand-Shop von Rose zu installieren. Und im besten Fall eine Win Win-Situation für beide Seiten schaffen: "Wir haben einen zusätzlichen Touch Point zu den Kunden, der Händler hat kaufkräftige und -willige Rose-Fans im Laden." Für den Händler neben der Umsatz-Provision und dem Zusatzumsatz durch Zubehör und Service ein ganz entscheidender Mehrwert.

Immerhin kosten die Räder ab 1000 Euro, Hauptpreislage 2500 Euro. Auf der Rose-Fläche gibt es dann sogenannte Ausstellungs-Bikes, die der Kunde testen und vor Ort bestellen kann. Sie sollen einen maximalen Querschnitt durchs Rose-Sortiment darstellen – abgestimmt auf die jeweilige Region. Der Rose-Kunde hat in der Regel kein Problem damit, dass er das Rad nicht direkt mitnehmen kann – das ist auch in den Stores, die Rose selbst betreibt, Usus. Neben dem Flaggschiff am Firmensitz in Bocholt gibt es derzeit einen Laden in Posthausen, einen in München, einen am Schweizer Zürichsee und bald einen in Berlin.

"Schlank und digital"

Doch der spannendere Weg auf die Fläche ist sicher der über Shop-Flächen bei anderen Händlern. Dort wird der Kunde durch Mitarbeiter des Handelspartners betreut. Den Kaufvertrag schließt er dann direkt mit Rose ab, "die Transaktion wickeln wir ganz schlank und ganz digital bei uns im Webshop ab", erklärt Scheilen. Zusatzverkäufe und Service-Leistungen laufen wiederum über den Händler. Der muss einen entsprechenden Bike-Service sicherstellen. Das ist eine der Voraussetzungen, die Rose an seine Handelspartner stellt. Diese müssen dafür aber keine riesigen Investitionen in den Waren-Bestand tätigen.

Die Bereitschaft, die Fühler in Richtung Rad auszustrecken, ist im Sporthandel derzeit so groß wie nie. Das Thema Bike-Textilien und -Zubehör wird im nächsten Frühjahr schon vielerorts prominenter präsentiert werden, unter anderem im Sporthaus von L&T in Osnabrück und in den Filialen von Intersport Voswinkel.

Start bei Engelhorn 

Den ersten Partner hat Scheilen überzeugen können: Im August eröffnet in Mannheim bei Engelhorn Sports die erste 80m² große Fläche von Rose Bikes, integriert in die 1500m² große Bike-Abteilung. "Wir glauben, dass sich Rose und Engelhorn sehr gut ergänzen", so Armin Weger, Geschäftsführer Mode und Sport bei Engelhorn. "Zwei Familienunternehmen, die eine ganz neue Form der Partnerschaft eingehen."

Zwei Familienunternehmen starten Handelskooperation, v.l.n.r: Armin Weger (Geschäftsführer Engelhorn Sports), René Scheilen (Director New Business & Retail Cooperation Rose Bikes), Marcus Diekmann (Geschäftsführer Rose Bikes) und Fabian Engelhorn (Geschäftsführender Gesellschafter bei Engelhorn)
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Zwei Familienunternehmen starten Handelskooperation, v.l.n.r: Armin Weger (Geschäftsführer Engelhorn Sports), René Scheilen (Director New Business & Retail Cooperation Rose Bikes), Marcus Diekmann (Geschäftsführer Rose Bikes) und Fabian Engelhorn (Geschäftsführender Gesellschafter bei Engelhorn)

Er denkt groß in Richtung Cross-Selling. "Der Kundenwert ist deutlich höher, wir müssen eben zusehen, dass wir ihn intelligent nutzen." Deswegen kam für Engelhorn auch nur eine integrierte Shop-Fläche in Betracht, "auf der wir Engelhorn-Fans zu Rose-Fans machen und umgekehrt".

20 bis 25 so genannte kooperative Händlerflächen in den nächsten 24 Monaten – das hält Scheilen für realistisch. Viel mehr dann aber auch nicht. "Es geht uns nicht einfach darum, auf diesen Flächen ein paar Fahrräder mehr zu verkaufen. Sondern darum, unsere Brand gemeinsam mit den Partnern weiterzuentwickeln."

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