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Rückgänge in Deutschland können einigermaßen aufgefangen werden

Globetrotter-Mutter Fenix: Umsatz stabil, Ergebnis verbessert

Umdasch
Die Eröffnung der neuen Globetrotter-Filiale in Berlin erfüllte die Erwartungen. Noch steht in den Sternen, wann hier wieder eröffnet werden kann.
Die Eröffnung der neuen Globetrotter-Filiale in Berlin erfüllte die Erwartungen. Noch steht in den Sternen, wann hier wieder eröffnet werden kann.

Trotz Lockdown in wichtigen Märkten konnte Fenix Outdoor den Netto-Umsatz im ersten Quartal mit 127 Mio. Euro nahezu stabil halten. Deutlich verbessert hat sich das Ergebnis. Sorgenkind des Outdoor-Konzerns bleibt Globetrotter: Die Retail-Umsätze in Deutschland sanken im ersten Quartal um rund ein Drittel auf 18,9 Mio. Euro.

Eine deutliche Verbesserung verbucht Fenix allerdings auf Ergebnis-Seite: Das operative Ergebnis des Konzerns mit schwedischen Wurzeln konnte auf 14,5 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden (Vorjahr: 6,8 Mio. Euro). Das Konzernergebnis wurde von 4,4 Mio. Euro auf 9,6 Mio. Euro verbessert.


Globetrotter ist Teil der Retail-Sparte Frilufts. Diese verlor 5% Umsatz, das sind 2,5 Mio. Euro. Die Lockdown-Auswirkungen bei der größten Handelstochter Globetrotter konnten zu einem Teil durch ein starkes Nordeuropa-Geschäft kompensiert werden.

Hanwag und Primus profitieren am stärksten vom Outdoor-Boom

Das Geschäft des Fenix-Konzerns, der seinen Hauptsitz im schweizerischen Zug hat, ist in drei Sparten unterteilt. Neben Frilufts gibt es die Sparte Brands, zu der Fjällräven, Tierra, Primus, Hanwag, Royal Robbins und Brunton gehören. Hierzu gehört das Retail-Geschäft dieser Brands sowie Distributeure, die sich auf den Vertrieb einer Marke konzentrieren. Dieses Geschäft verlor mit minus 4% auf 37,6 Mio. Euro leicht, vor allem aufgrund der Ladenschließungen in Deutschland und Benelux. Die Marken, die nach wie vor am stärksten vom Outdoor-Trend profitieren, sind Hanwag und Primus.


Sehr erfolgreich entwickelt sich das Digital-Geschäft der Brands, es konnte um 104% gesteigert werden und trug im ersten Quartal 25% zu den Erlösen bei. Der Digital-Umsatz der Fenix-Gruppe der vergangenen zwölf Monate wird mit 123 Mio. Euro beziffert.
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Positiv hat sich die Sparte Global Sales entwickelt, in der das Geschäft der Distributeure zusammengefasst wird, die mehr als eine Fenix-Brand vertreiben. Diese Sparte legte um 8% auf 44 Mio. Euro zu.

Positiver Ausblick – unter Vorbehalt

Executive Chairman Martin Nordin hofft auf eine schnelle Erholung des europäischen Retail-Marktes und eine substanzielle Verbesserung in Q2 – nicht zuletzt deshalb, weil viele Lieferungen in das laufende Quartal geschoben wurden. „Das bedeutet, dass, wenn und falls sich insbesondere der europäische Einzelhandelsmarkt öffnet, wir in einer sehr guten Position sind, um zu liefern.“ Dennoch müsse einkalkuliert werden, dass viele Handelspartner vor besonderen finanziellen Herausforderungen stünden, die ihre Möglichkeit zur Erholung einschränke.


Für die Frilufts-Sparte erwartet Nordin eine „normalere“ Situation, wenn es keine weiteren Einschränkungen gibt. Ein solches Risiko sieht er vor allem in Schweden. In Deutschland rechnet er nicht mit einer „wirklichen“ Eröffnung der Geschäfte vor dem 1. Juni.


Das Orderbuch der Brand- und Global Sales-Sparten sei gesund und zeige ein Plus im Vergleich zum vergangen Herbst – zum Teil sogar ein deutliches Plus. Es gebe allerdings einige Wolken am Himmel, was die Liefersituation aufgrund der Erhöhung der Produktion angeht. Bei den eigenen Marken habe man damit nicht zu kämpfen, die Retail-Töchter verzeichneten allerdings bei anderen Lieferanten zum Teil Engpässe.


2020 hatte der Konzern einen Umsatz von 563 Mio. Euro erzielt. Das waren 7% weniger als im Vorjahr. Der Globetrotter-Umsatz war von 172 Mio. Euro auf 148 Mio. Euro gesunken.
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