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Rückzug vom Vorstoß

Sporthändler Siebzehnrübl wird am Montag doch nicht öffnen

Sport Siebzehnrübl
„Wenn ich gerade jetzt wieder den Aldi-Prospekt für diese Woche sehe, mit ganzen acht Seiten mit Sportartikeln, dann ist das einfach eine Mega-Ungerechtigkeit, dass die das verkaufen dürfen und wir nicht“, so Udo Siebzehnrübl. Von einer Öffnung seiner Läden trotz Shutdown sieht er nun dennoch ab.
„Wenn ich gerade jetzt wieder den Aldi-Prospekt für diese Woche sehe, mit ganzen acht Seiten mit Sportartikeln, dann ist das einfach eine Mega-Ungerechtigkeit, dass die das verkaufen dürfen und wir nicht“, so Udo Siebzehnrübl. Von einer Öffnung seiner Läden trotz Shutdown sieht er nun dennoch ab.

Udo Siebzehnrübl öffnet seine Geschäfte nun doch nicht am kommenden Montag. Die rechte Szene wollte seine Aktion für ihre Zwecke ausnutzen. „Uns bleibt also nichts anderes übrig als die geplante Ladenöffnung wieder abzusagen“, so Siebzehnrübl. „Niemals hätten wir uns vorstellen können, dass diese Aktion so einen Weg nimmt.“

Die Ankündigung des Händlers mit fünf Filialen in Altötting, Pasing, Passau, Riem und Rosenheim, seine Läden am kommenden Montag trotz Shutdown zu öffnen, sorgte für großes Medienecho. Viele Händlerkollegen solidarisierten sich mit Siebzehnrübl – aber auch Querdenker, unter anderem unter dem Hashtag #wirmachenauf.

Und auf einmal stand der Händler selbst als Querdenker da. „Wir sind weder Querdenker noch Pandemie-Leugner noch rechts noch links. Wir sind ein Unternehmen der Mitte.“ Als dann aber heute plötzlich ein Beitrag auf der Seite der AfD Bayern-Seite stand, schrillten bei Siebzehnrübl die Alarmglocken. So ging es weiter, Äußerungen wurden falsch interpretiert, Beiträge in einen falschen Kontext gestellt. „Wir sind keine Unterstützer von #wirmachenauf, damit haben wir gar nichts zu tun“, stellt Siebzehnrübl klar. „Die Rechten sind auf unseren Zug aufgesprungen. Das hat uns jäh ausgebremst.“

In dieses Fahrwasser solle Intersport nicht gezogen werden, so Siebzehnrübl. Damit sei eine Grenze für ihn erreicht. Er kämpfe vielmehr für die Rechte der Einzelhändler, sei ein Demokrat und Befürworter einer offenen Diskussion.

„Wir haben aber dennoch etwas Positives erreicht“, ist der Händler überzeugt. „Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, dass die Politik erst auf die Probleme des Handels und speziell des Sportfachhandels aufmerksam wird. Viele Politiker glauben ja wirklich, wir schwimmen im Geld. Immer wieder habe ich in Gesprächen festgestellt, dass die gar nicht fassen können, dass wir durch alle Raster fallen und keine Unterstützung bekommen.“

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