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Running trifft Sustainability

"Lasst uns etwas zusammen machen"

On
"Dieser Schuh war kein Projekt für einen Sonntagnachmittag", so On-Co-Founder Caspar Coppetti. "Wir haben ein neues Material eingesetzt, zum ersten Mal ein knitted Upper verwendet, einen neuen Schaum verwendet und implementieren mit dem Abo-Modell ein komplett neues Business-Modell, auf das wir unsere IT gar nicht eingestellt war." Im September werden die ersten Modelle ausgeliefert.
"Dieser Schuh war kein Projekt für einen Sonntagnachmittag", so On-Co-Founder Caspar Coppetti. "Wir haben ein neues Material eingesetzt, zum ersten Mal ein knitted Upper verwendet, einen neuen Schaum verwendet und implementieren mit dem Abo-Modell ein komplett neues Business-Modell, auf das wir unsere IT gar nicht eingestellt war." Im September werden die ersten Modelle ausgeliefert.

Sustainability ist das dominierende Thema bei der noch bis Freitag laufenden Ispo Munich. On wurde für seinen zirkulären Laufschuh Cyclon  mit einem der renommiertesten Ispo-Awards ausgezeichnet. Um die Branche wirklich voranzubringen, wird es allerdings ohne Kooperationen nicht gehen. Und so ruft Co-Founder Caspar Coppetti Mitbewerber Adidas auf: „Lasst uns etwas zusammen machen.“ Doch die Schweizer haben 2020 aber auch in einer ganz anderen Kategorie abgeräumt.

Da geht noch mehr. Die Zahlen, die Runner‘s World-Redakteur Urs Weber gestern bei der Ispo Munich präsentiert hat, belegen eindrücklich, dass die Running-Spezialisten schon sehr viel weiter sein müssten beim Thema Nachhaltigkeit. Zum siebten Mal veranstaltete das Magazin das RW-Laufsymposium im Rahmen der Messe – gestern zum ersten Mal komplett digital. Der jüngsten Leserbefragung zufolge hat nur ein Drittel der Läufer dem Thema Nachhaltigkeit bislang noch keine Aufmerksamkeit geschenkt. Gleichzeitig werden nur 1,6 von insgesamt 19 Running-Brands als besonders nachhaltig wahrgenommen. Adidas gilt als nachhaltigste Marke in diesem Segment.


Doch der Titel „Superstar“ gebührt in diesen Tagen dem Schweizer Running-Spezialisten On. Für sein zirkuläres Laufschuh-Abo-Modell Cyclon gab es dieser Tage gleich zwei Awards, unter anderem den renommierten Ispo of the year-Award. „Wir haben entschieden: Es reicht nicht mehr, nur performance-orientiert zu sein“, beschreibt Co-Founder Caspar Coppetti den Weg des Unternehmens zu einem positiven Beitrag des Unternehmens für die Umwelt. „Wir wollten aber auch keine schlechteren Produkte machen. Das war auch nie Teslas Ansatz.“

Nicht-erdölbasierte Materialien unverzichtbar

Apropos-E-Autos: Die Umstellung der On-Flotte auf Elektro-Modelle spielt für das angestrebte Ziel, den eigenen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung um 1,5°C zu leisten, nur eine minimale Rolle. Das werde die Emissionen nur um 1 bis 2% reduzieren, so Head of Sustainability Viviane Gut. Ziel ist die Reduzierung der CO2-Emissionen um 55%. Da die verarbeiteten Materialien den mit Abstand größten Anteil am CO2-Footprint haben, wird das ohne neue, nicht-erdölbasierte Materialien nicht zu leisten sein, betont Coppetti. Der vollständig recycelbare Cyclon basiert zu einem Großteil auf biobasierten Materialien, die aus der Rhizinusbohne gewonnen werden.

Innovatives Abo-Modell

Von der Jury honoriert wird aber nicht nur die Verbindung von Nachhaltigkeit und Performance, sondern auch das dahinterstehende Abo-Modell: Abonnenten können getragene Produkte zum Ende der Lebensdauer gegen neue eintauschen. Zurückgegebene Artikel werden vollständig recycelt, um daraus neues Laufequipment herzustellen. Damit die Schuhe aber tatsächlich auch zu On zurückkommen, wird der Schuh ausschließlich über diesen Abonnementservice mit entsprechendem Monatsbeitrag in Höhe von 30 Euro erhältlich sein.

Das Laufschuh-Abo von On: Runde Sache


Der Schuh wird also nicht gekauft, sondern geleased. Abonnenten erhalten außerdem exklusive Updates und frühen Zugang zu weiteren Produkten innerhalb des Cyclon-Programms. Pro Jahr kann jeder Kunde bis zu zwei Paar des Cyclon-Modells erhalten. Damit liegt der Durchschnitts-VK für den Schuh bei 180 Euro. Teil des Projekts sei allerdings auch der Appell, ein Produkt auch tatsächlich bis zum Ende der Lebensdauer zu tragen, heißt es.

Aufruf zur Kooperation

Dass die Rückführung der Produkte eine der größten Herausforderung der Kreislaufwirtschaft ist, diese Erfahrung hat Adidas auch bei seinem zirkulären Loop-Konzept gemacht. Der Konzern stellte schon Ende 2019 die zweite Laufschuh-Generation vor, die zum Teil aus Schuhen der ersten Runde gefertigt wurden. Offizielle Zahlen über den Rücklauf gibt es nicht. „Ich habe gehört, von 300 Paar kamen 9 zurück“, so Coppetti. „Ich lasse mich aber gerne korrigieren.“ Beim abschließenden Panel-Talk betont Coppetti, dass nur die Branche gemeinsam wirklich etwas bewegen kann. Und ruft Adidas auf: „Lasst uns etwas zusammen machen.“

On führt auch die Verkaufs-Rangliste an

Abräumer sind die Schweizer auch in einer ganz anderen Kategorie: Der On Cloud ist mittlerweile der meistverkaufte Running-Schuh in Deutschland. Das geht aus den jüngsten Zahlen der Marktforscher der npd Group hervor. 2018 wurde die Top 5-Liste noch vom Nike Free angeführt, gefolgt vom Adidas Ultraboost. Dieser wurde 2020 auf Rang 4 verwiesen, Nike ist gar nicht mehr in der Rangliste vertreten.
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