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Salewa denkt Sommer 21 neu

„Ich hoffe, dass wir damit andere Marken inspirieren“

Salewa
„Auch dem Online-Handel würde eine größere Konstanz sehr gut tun“, ist Salewa-Chef Stefan Rainer überzeugt.
„Auch dem Online-Handel würde eine größere Konstanz sehr gut tun“, ist Salewa-Chef Stefan Rainer überzeugt.

Der Bergsport-Spezialist Salewa hat beschlossen, sich bei der Textil-Kollektion für Sommer 21 massiv zu konzentrieren. 75% der aktuellen Sommerkollektion werden ins kommende Jahr übertragen. Wir sprachen mit Salewa-Chef Stefan Rainer über Nachhaltigkeit, Lagerabwertung und echte Innovation.

TextilWirtschaft: Warum dieser Schritt?
Stefan Rainer: Seit Jahren befindet sich zu viel Ware am Markt. Wir haben uns dazu entschieden, die aktuelle Situation als Chance zu betrachten, um den Produkten wieder den ihnen angemessenen Wert zu geben. Das tun wir, indem wir einen Großteil der aktuellen Textilkollektion in den Sommer 21 übertragen. Damit behält 75% der aktuellen Ware im Handel ihren Wert und muss nicht zu Abverkaufspreisen in den Sommer-Schlussverkauf. Darüber hinaus wirken wir proaktiv der Lagerabwertung entgegen. Weder wir noch der Handel noch der Kunde brauchen mehr Produkte. Wir alle brauchen bessere Produkte. Wenn wir diese zu angemessenen Preisen verkaufen können, sichern wir damit das Überleben unserer Unternehmen. Preis und Wert müssen wieder zusammenfinden.

Aber wird der Kunde das nicht abstrafen, wenn er im nächsten Sommer die gleichen Produkte im Laden sieht wie dieses Jahr?
Ich glaube, dass Kunden in Zukunft nicht mehr die Erwartungshaltung haben, dass alle Produkte jährlich erneuert werden müssen. Und ehrlicherweise müssen wir sagen, dass vieles, was als Neuheit verkauft wird, allenfalls minimal verändert ist. Wir glauben, dass es für den Kunden keine Rolle spielt, ob der Blauton der Jacke jetzt exakt der gleiche oder ein „neuer“ ist. Wenn wir gemeinsam verhindern können, dass die Jacke in dem „alten“ Blauton runtergezeichnet werden muss, sollten wir diese Chance ergreifen. Ich hoffe, dass wir mit diesem Schritt auch andere Marken inspirieren. Wichtig ist natürlich, dass sich das Farbbild insgesamt verändert, um neu und frisch zu wirken. Das gewährleisten wir, indem wir alle Artikel für kommenden Sommer jeweils in einem neuen Farbweg bringen.

Also nicht 25% neue Produkte, sondern 25% neue Artikel?
Genau, wir sprechen hier von Neuerungen auf SKU-Ebene. Das ist aus unserer Sicht der richtige Anteil, wenn es daneben noch wirkliche Neuheiten gibt. Die Branche muss sich neben länger haltbaren und damit wirklich nachhaltigen Produkten viel stärker auf echte Innovation konzentrieren. Doch wirkliche Innovation braucht Zeit, die es erlaubt Neues zu entwickeln, zu testen und in den Markt einzuführen. Ich sehe das heute als eine Schwäche in unserem Markt, der sich eigentlich als Spezialisten-Markt darstellt.

Was kommt von Salewa für Sommer 21?
Unsere Kernkompetenz liegt im Bergsport. Die Marke spricht primär junge Bergsteiger – Progressive Mountaineers – an und verbindet, wie das Bergsteigen, Generationen. Aus dieser Positionierung heraus konzentriert sich Salewa im Sommer 21 auf das Thema Klettern, wo wir weltweit hohes Potential sehen. Konkret lancieren wir eine neue Kollektion für Kletterer, die sich Indoor auf ihre alpinen Abenteuer vorbereiten. Damit verbunden ist ein innovativer technologischer Ansatz, den wir bei unserer Händler-Convention, die am 20. Mai erstmals in virtueller Form stattfindet, vorstellen werden.

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