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TW 100 - Signa Sports United

Zoll, Albert und Stiller: Der CEO und die Chefs seiner Töchter

Stephan Zoll, CEO von Signa Sports United
Stephan Zoll, CEO von Signa Sports United

Gut 80 Webshops in 17 Ländern, rund 2,5 Millionen aktive Kunden, mehr als 169 Millionen Website-Besuche und über 3,4 Millionen Netto-Bestellungen – das ist die Bilanz von Signa Sports United für die zwölf Monate vor dem offiziellen Amtsantritt von Stephan Zoll. Am 1. Juli hat der frühere Ebay-Manager die Führung der Gruppe übernommen, in der die Online-Sporttöchter von Signa gebündelt werden. Zu nennen sind da vor allem Fahrrad.de, Bikester, Brügelmann und Probikeshop, Tennispoint.de, Tennis-Peters und Centercourt, Addnature, Campz und Bigtree, Outfitter und Stylefile.


„Sport begeistert und prägt mich seit meiner frühen Kindheit“, erklärte Zoll, als die Personalie verkündet wurde. Er spricht von „einzigartigen“ Wachstumschancen der Gruppe und „großartigen“ Herausforderungen. Einen gewissen sportlichen Ehrgeiz muss Zoll haben. Sonst hätte er sich wohl kaum auf das Abenteuer Sears eingelassen. Mitte 2016 verließ der promovierte Jurist seinen vergleichsweise kommoden Posten als Deutschland-Chef von Ebay, um dem massiv angeschlagenen US-Warenhauskonzern eine umfassende Online-Strategie zu verpassen. Es war ein vergleichsweise kurzes Abenteuer, nach einem Jahr war schon wieder Schluss. Das war allerdings den Rahmenbedingungen geschuldet, die sich bei Sears seither weiter verschlechtert haben.

Die Zeichen bei seinem als Börsenaspirant gehandelten neuen Arbeitgeber stehen auf Expansion. „Wir sind dabei, die führende Position von Signa Sports United in Europa durch offensives und profitables Wachstum weiter auszubauen“, so Zoll. Ziel ist nicht weniger als die Weltmarktführerschaft: Bis 2024 will Signa Sports United die weltweit führende Sport-E-Com-Plattform sein.

Maximilian Albert, CEO von Outfitter
Maximilian Albert, CEO von Outfitter


Mit den Themen Retail und Mobile Commerce hat sich Maximilian Albert schon bei Google befasst. Nicht die schlechteste Referenz für einen Kandidaten, der eine zentrale Rolle dabei spielen soll, stationären und Online-Handel nahtlos miteinander zu verknüpfen.

Seit Mai 2017 ist der 32-Jährige Geschäftsführer von Outfitter. Der Teamsport-Spezialist gehört seit Frühjahr 2016 zur Signa-Gruppe. Heute ist Outfitter eine der Online-Töchter, die unter Signa Sports United gebündelt werden. Dass Alberts Aufgabe bei Signa über das Entwickeln von Outfitter hinausgeht, wurde spätestens dann deutlich, als Signa die Mehrheit an dem Streetwear-Versender Stylefile übernommen hat. Albert war es, der erklärte: „Dank dem erfolgreichen Plattformmodel der Signa Sports Group wird es uns innerhalb kürzester Zeit gelingen, Stylefile in die Sports Familie der Signa zu integrieren und umfassende Synergien gemeinsam herzustellen.“

Jörn Stiller, Gründer und Geschäftsführer von Stylefile
Jörn Stiller, Gründer und Geschäftsführer von Stylefile


Kurz vor der Jahrtausendwende machten Jörn Stiller und Markus Christl aus Stylefile – bis dahin nur ein Magazin über Graffiti-Kultur – zusätzlich einen Online-Shop. Dort verkaufen sie neben Sprayer-Bedarf Urbanwear und Sneaker. Lange hatten viele aus der Modebranche Stylefile nicht auf dem Schirm. Aber da hatten die Macher längst ihren Erfolgszug angetreten und plötzlich ging es Schlag auf Schlag. 2014 gründeten sie ihren zweiten, auf Outdoor spezialisierten Online-Store Big Tree. Zwei Jahre später verzeichnete das Mutterunternehmen, die Publikat GmbH, einen Umsatz von 50 Mio. Euro – doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

Anfang dieses Jahres hat die Signa Sports Group, heute Signa Sports United, das Unternehmen übernommen. Markus Christl schied im Zuge der Übernahme aus der Geschäftsführung aus. Der 45-jährige Stiller ist noch immer Geschäftsführer, nun gemeinsam mit Danilo Frasiak.

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