Als Phönix aus der Asche bezeichnet Sascha Weil, European Brand Director von Supra Footwear, das Unternehmen. Denn das 2006 in Orange County von Skatern gegründete Sneaker-Label will wieder voll durchstarten.

In den vergangenen Jahren war es ruhig geworden um Supra, die einst durch die Entwicklung des ersten Hi-Top-Modells für Skater bekannt wurden. Im Jahr 2010 kam Supra unter das Dach von One Distribution und gehörte damit einer Gruppe von Anteilseignern. Der Gründer Chad Muska, der nicht nur in der Skate-, sondern auch in der Hip-Hop- und Kunst-Szene fest verankert ist, schied aus. 2015 erfolgte dann die Übernahme von One Distribution durch K-Swiss Global Brands (KSGB).

Seitdem wurde an mehreren Stellschrauben gedreht, die Veränderungen sind vor allem personell sichtbar. Nicht nur Muska kehrte zurück und ist jetzt wieder in das Design involviert, auch Weil trat seine Position erst im Oktober 2017 an. Einen Monat vor ihm kam Steve Harden als Brand President. Seit diesem Jahr vervollständigen Wallace Mills als Senior Director of Product und Ace Rice als Creative Director das Management-Team.

Auch das Produkt wurde überarbeitet. „Supra war ein wenig langweilig geworden”, merkt Weil selbstkritisch an. Die Kollektion für Frühjahr/Sommer beinhalte wieder mehr Materialhybride und ungewöhnliche Design-Elemente.



Wie im Sneaker-Business üblich, unterteilt auch Supra in verschiedene Accounts und beliefert diese mit unterschiedlichen Linien. Dabei zählen Boutiquen, Concept Stores und Leuchtturmhäuser zu den Top-Accounts. Es folgen Skate-Shops, die auch Hartware verkaufen, unabhängige Stores und schließlich Händler wie Zalando und Foot Asylum. Als Partner des Handels aufzutreten, ist Weil besonders wichtig. Er sagt: „Viele Einkäufer fühlen sich durch die Budgetvorgaben der Big Brands zunehmend erdrückt und sind dabei, Alternativen zu finden.“ Die VK-Preise starten bei 59 Euro und reichen in der Spitze – etwa für den klassischen Hi-Top aus Leder – bis 149 Euro.

In Europa ist Supra an rund 250 POS vertreten. „Wir möchten insbesondere mit bestehenden Partnern wachsen und in den kommenden zwei Jahren an 450 Doors präsent sein”, sagt Weil. Obwohl der Fokus auch auf stationärem Handel liegt, ist das Label hierzulande vor allem in Online-Stores erhältlich, darunter Otto, Zalando, Planet Sports, Def Shop und Skate Deluxe. Als Zielmärkte in Europa gelten Deutschland und Frankreich. Darüber hinaus haben die Macher die Vereinigten Staaten im Visier.

Das Vorbild ist Japan, wo das Label äußerst erfolgreich sei, und viel mit internationalen Künstlern zusammenarbeitet. Kooperationen sollen auch in Deutschland die Begehrlichkeit erhöhen, ein Modell mit Dandy Diary ist bereits in Planung. In Japan betreibt Supra über den dortigen Distributor übrigens noch vier eigene Stores. Alle anderen wurden zuletzt geschlossen, etwa in Paris und Santa Monica. „Wir haben aber vor, 2019 wieder in Los Angeles zu eröffnen”, kündigt Weil an.

Bei 90% der Kollektion handelt es sich um Unisex-Styles. Und diese machen auch den größten Teil des Umsatzes aus. Frauen stehen nur für 5 bis 10%, Kinder für 5%. Den Umsatz nennt Weil zwar nicht, er verrät aber, dass in Europa derzeit zwischen 170.000 und 200.000 Paare pro Jahr verkauft werden.

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