Der Weltmarktführer setzt seine Wachstumsstory fort: 9,6 Mrd. Dollar (8,5 Mrd. Euro) hat Nike von Dezember bis Februar erlöst, das sind 7% mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 auf 1,1 Mrd. Dollar. Im Vorjahr hatte die US-Steuerreform das Ergebnis massiv belastet und dem Sportkonzern einen Nettoverlust in Höhe von 921 Mio. Dollar beschert.

Weniger Wachstum in Nordamerika

Ein Wermutstropfen ist das Geschäft auf dem Heimatmarkt, das mit einem Plus von 7% – sowohl im Quartal als auch in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres – nicht nur unter den Erwartungen der Analysten liegt, sondern auch unter dem Plus von 11%, das Rivale Adidas im Gesamtjahr 2018 mit der Marke Adidas in Nordamerika verzeichnete. Wenn auch auf nach wie vor sehr viel niedrigerem Niveau: Adidas setzte 2018 mit der Marke Adidas 4,3 Mrd. Euro um. Nike erlöste allein im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 3,8 Mrd. Dollar (3,3 Mrd. Euro).

Das unerwartet schwache Wachstum in Nordamerika resultiert vor allem aus dem niedrigen Plus von 2% bei Bekleidung im dritten Quartal. Ein Nebensatz von Nike-Finanzchef Andy Campion während des Analysten-Calls deutet darauf hin, dass Nike ebenso wie Konkurrent Adidas mit Produktionsengpässen zu kämpfen hat: „Tatsächlich ist die Nachfrage der Verbraucher nach unserer Bekleidung in Nordamerika sehr groß“, berichtet Campion. „Ehrlich gesagt, übt das in gewissem Maße Druck auf die Versorgung aus.“

Gleichzeitig gewinnt Nike weiter Marktanteile auf Adidas‘ heimischem Terrain: Die Region EMEA legte im dritten Quartal um 6% auf 2,4 Mrd. Dollar zu. In den ersten neun Monaten fiel das Plus mit 9% noch deutlicher aus. Adidas tut sich derzeit in Westeuropa besonders schwer und musste 2018 ein Umsatzminus von 1% verbuchen.

Wachstumstreiber China und Digital

Ein gleich starkes Wachstum verbuchen die beiden Rivalen aktuell in China: Nike legte dort in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 um 23% auf 4,5 Mrd. Dollar zu. Auch bei Adidas war das währungsbereinigte Plus von 23% in China Treiber des zweistelligen Wachstums in der Region Asien-Pazifik im Jahr 2018.

Den größten Push erhält das Geschäft beider Branchen-Riesen allerdings durch das digital getriebene Endkundengeschäft: Dieses legte bei Nike währungsbereinigt von Dezember bis Februar um mehr als ein Drittel zu (36%). Das war neben höheren erzielten Durchschnittspreisen mit ein Grund für die Verbesserung der Bruttomarge, die nun bei 45,1% liegt (Vorjahr: 43,8%). Dazu nennt Nike-Chef Mark Parker einige aufschlussreiche Zahlen:

  • Mehr als 50% aller Transaktionen in den Houses of Innovation in New York und Shanghai werden mit Usern der Nike-App gemacht.
  • 17 der Top 20-Launches über die SNKRS-App waren sofort ausverkauft.
  • Während des Rekord-Launches des Jordan 11 Concord wurden im Schnitt 300 Transaktionen online durchgeführt.
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