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Fußball und Outdoor wachsen dreistellig

Plus 40% im ersten Halbjahr: Adidas hebt die Prognose an

Imago / Sports Press Photo
„Mit der Rückkehr des Sports auf die große internationale Bühne in diesem Sommer haben wir ein sehr erfolgreiches Quartal abgeliefert", sagt Kasper Rorstedt. Dazu gehört auch die Fußball-EM, die im Juni startete. (Foto: Allianz Arena in München)
„Mit der Rückkehr des Sports auf die große internationale Bühne in diesem Sommer haben wir ein sehr erfolgreiches Quartal abgeliefert", sagt Kasper Rorstedt. Dazu gehört auch die Fußball-EM, die im Juni startete. (Foto: Allianz Arena in München)

Nach den Lockdowns haben die Lockerungen im Bereich Sport und Ereignisse wie die Fußball-EM die Geschäftsentwicklung von Adidas beflügelt. „Mit der Rückkehr des Sports auf die große internationale Bühne in diesem Sommer haben wir ein sehr erfolgreiches Quartal abgeliefert", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal 2021 am Donnerstag.

So seien zum Beispiel in der Kategorie Fußball Umsatzzuwächse im dreistelligen Prozentbereich verzeichnet worden. Gleiches gilt für das Outdoor-Segment. Insgesamt sei die Nachfrage der Kunden höher als erwartet gewesen.


Folglich hebt Adidas die Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Unterstützt von Verbesserungen im starken zweistelligen Bereich in fast allen Märkten, geht das Unternehmen nun für 2021 von einem Umsatzanstieg von bis zu 20% auf währungsbereinigter Basis im Vergleich zum Vorjahreswert aus. Im März hatte der Unternehmenschef noch ein weltweites Umsatzwachstum im mittleren bis hohen Zehnprozent-Bereich erwartet.


Für die operative Marge stellt Rorsted einen Wert zwischen 9,5 und 10% in Aussicht. Die bisherige Prognose lag zwischen 9 und 10%. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll nun einen Wert zwischen 1,4 und 1,5 Mrd. Euro erreichen. Bisher hatte der Herzogenauracher Konzern zwischen 1,25 und 1,45 Mrd. Euro erwartet. Die Gewinnprognose umfasst temporäre verlorene Kosten im Zusammenhang mit der vorgesehenen Veräußerung von Reebok.

Kräftig zugelegt

Von April bis Juni legte der Umsatz währungsbereinigt um 55% auf knapp 5,1 Mrd. Euro zu. In Euro waren es 51%. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und in Nordamerika verdoppelten sich die Erlöse sogar nahezu. Allerdings belasten die verlängerten Lockdown-Maßnahmen im Raum Asien-Pazifik sowie die geopolitischen Lage die Entwicklung etwas – "im niedrigen zweistelligen Bereich", wie Adidas mitteilt.

Im kompletten zweiten Halbjahr sind die Erlöse auf rund 10,35 Mrd. Euro gestiegen. Währungsbereinigt entspricht das einem Wachstum von 40%. In Euro waren es 34%.


Der Anteil der Produkte, die zum vollen Preis verkauft wurden, sei beträchtlich gestiegen, so Rorsted, was außerordentliche Profitabilitätsverbesserungen zur Folge gehabt habe. Letztlich verbesserte sich der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen im zweiten Quartal um mehr als 600 Mio. Euro auf 387 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 243 Mio. Euro erzielt worden. Zum Ende des ersten Halbjahres lag der Gewinn bei 890 Mio. Euro, was einer Verbesserung um mehr als 1 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Weniger E-Commerce-Umsatz

Mit Blick auf die einzelnen Vertriebskanäle, war die Entwicklung im zweiten Quartal vor allem durch die Erholung nach der Lockdown-Phase geprägt, was insbesondere dem stationären Geschäft zugute kam. Die Wholesale-Erlöse und der Umsatz in den eigenen Läden legten dem Unternehmen zufolge "um einen hohen zweistelligen Prozentsatz" zu, während der E-Commerce-Umsatz im zweiten Quartal um 14% zurückging.

Nach Regionen betrachtet ist der zweitgrößte Sportartikelkonzern der Welt, mit Ausnahme von China, überall gewachsen. Die währungsbereinigten Umsätze stiegen in der Region EMEA um 99% und in Nordamerika um 87%. Auch in China sei eine Erholung zu beobachten, allerdings ging der Umsatz dort im Quartal um 16% zurück, während im gesamten Raum Asien-Pazifik ein Plus von 66% zu verzeichnen war.

Lieferketten-Engpässe belasten

Sorgen bereiten der Branche die weltweit wieder steigenden Corona-Zahlen, die u.a. die Sicherheit der Lieferketten bedrohen. Puma hatte in den vergangenen Tagen bereits von Produktionsausfällen wegen eines neuen Lockdown in Vietnam berichtet. Nun erklärt auch Adidas, dass der Konzern die Prognose "trotz weiterhin bestehender negativer Effekte resultierend aus Corona-bedingten Lockdowns, branchenweiten Herausforderungen in der Lieferkette sowie der geopolitischen Situation“ anhebe.

Trotzdem steigert der Sportartikelhersteller seine Investitionen in die Marke. "Mit der Rückkehr des Sports hat Adidas seine Investitionen in die Marke stark erhöht, um die Einführung neuer Produkte zu unterstützen und mit Konsument:innen sowohl über digitale Kanäle als auch über physische Plattformen in Kontakt zu treten", teilt der Konzern mit. Denn die neue Prognose spiegelt einen Umsatzzuwachs von bis zu 7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum in der zweiten Jahreshälfte wider, und der soll durch eine Reihe innovativer Produkteinführungen angetrieben werden. So werde zum Bespiel das Futurecraft 4D-Portfolio des Unternehmens mit der Einführung des 4D FWD Pulse beträchtlich erweitert.

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