Um das Geschäft in Deutschland voranzutreiben, nimmt JD Sports hierzulande nun auch operativ die Zügel in die Hand. Darüber hinaus will der britische Sportartikel-Filialist nach Österreich und in die Schweiz expandieren. Das bestätigt ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der TextilWirtschaft.

Bislang haben die Engländer das Deutschland-Geschäft vor allem mit den Berliner Brüdern Vincent und Marc Isichei betrieben. Deren erfolgreiche Sneaker-Filialkette Isico hatte JD Sports 2013 mehrheitlich übernommen und in das eigene Format umgewandelt. Gleichzeitig übernahmen die Isicheis wesentliche Management-Funktionen.

Nun also will JD Sports den Ton angeben. Die Zentrale soll von Berlin nach Köln umgesiedelt und die Expansion verstärkt werden. „Wir wollen mehr größere Läden aufmachen, weil sich die Umsätze mit Textilien gut entwickeln“, heißt es.

Von Köln aus soll es künftig auch nach Österreich und in die Schweiz gehen, um dort erste Geschäft zu eröffnen. Für die Expansion ist nun Henric Dittmer zuständig. Er war zuvor in ähnlicher Funktion unter anderem bei S.Oliver, Fressnapf und Depot tätig. Bei JD Sports folgt er auf Marc Isichei, der im Gespräch mit der TW erklärt, gemeinsam mit seinem Bruder als Gesellschafter an Bord zu bleiben. Vincent Isichei war bereits Anfang des Jahres aus der operativen Führung ausgeschieden.

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Einen ausschließlich für die D-A-CH-Märkte zuständigen Geschäftsführer gibt es derzeit nicht. Die Funktion übernimmt interimsweise Simon Rider, zusätzlich zu seinen Aufgaben als Managing Director International. Rider ist ein bekanntes Gesicht der Sportbranche, bis Ende 2016 war er CEO von Karstadt Sports. Er wollte sich auf TW-Anfrage bislang nicht zu den konkreten Plänen im deutschsprachigen Raum äußern.

JD Sports betreibt hierzulande rund 50 Geschäfte. Weltweit hat das Unternehmen 2017/18 (3. Februar) den Umsatz um 33% auf 3,16 Mrd. Pfund (3,59 Mrd. Euro) gesteigert. Allein in Europa soll im laufenden Jahr durchschnittlich jede Woche ein neuer Store eröffnen. Darüber hinaus hat der Konzern gerade den US-Filialisten The Finish Line mit über 1000 Verkaufspunkten und einem Jahresumsatz von 1,84 Mrd. Dollar (1,59 Mrd. Euro) übernommen.

JD Sports gehört mehrheitlich (57,5%) der britischen Pentland Group, die vor allem im Schuhgeschäft (u.a. Kangaroos, Lacoste, Boxfresh, Berghaus, Hunter, Ellesse) aktiv ist.
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