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#StopHateForProfit-Kampagne

Modefirmen boykottieren Facebook

Immer mehr sozial engagierte Unternehmen werden im Juli ihre bezahlte Werbung auf Facebook aussetzen, um das Unternehmen zu zwingen, härter gegen die Nutzung seiner Social Media-Plattformen zur Verbreitung von Rassismus und Hass vorzugehen.

Bereits am 17. Juni startete eine Gruppe von sechs US-Organisationen inklusive der Anti-Defamation League und die National Association for the Advancement of Colored People die #StopHateForProfit-Kampagne und forderte die Werbekunden von Facebook auf, über den Monat Juli hinweg eine Buchungspause einzulegen. Zwei Tage später schloss sich The North Face als erstes größeres Unternehmen der Initiative an.

"The North Face stoppt alle bezahlten Werbeaktivitäten auf Facebook und Instagram bis strengere Richtlinien eingeführt werden, um die Verbreitung rassistischer, gewalttätiger oder hasserfüllter Inhalte und Fehlinformationen auf der Plattform zu stoppen", erklärt das zur VF-Gruppe gehörende Unternehmen, wobei weitere VF-Marken ebenfalls eine Teilnahme erwägen sollen. Unbezahlte eigene Posts von The North Face auf den Facebook- und Instagram-Plattformen sind von dem Boykott nicht betroffen.
Mittlerweile haben sich aus der Mode-Branche auch der Outdoor-Retailer REI, die beiden Outdoor-Labels Patagonia und Arc’teryx sowie die Casualwear-Marke Eddie Bauer angeschlossen. Weitere Teilnehmer aus anderen Sektoren sind das Hollywood-Studio Magnolia Images, das Rekrutierungsunternehmen Upwork, der Technologie-Spezialist Dashlane und die Eiscreme-Marke Ben & Jerry’s.

Mit der Initiative reagieren die Unternehmen u.a. auf die Entscheidung von Facebook CEO Mark Zuckerberg, einen umstrittenen Post von US-Präsident Donald Trump im Anschluss an die Proteste in Minneapolis nicht von seiner Website zu entfernen, wie es andere Plattformen wie beispielsweise Twitter gemacht haben.

"When the looting starts, the shooting starts", hatte Trump Ende Mai auf Facebook proklamiert. Dieses Zitat geht auf Miamis ehemaligen Polizeichef Walter Headley zurück, der während der Weihnachtstage 1967 damit auf einen Ausbruch von Gewaltverbrechen reagiert hatte. Kritiker betrachten Trumps Post als erneuten Aufruf an die Polizei, mit Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen.

Rund 5.500 Facebook-Mitarbeiter hatten gleich im Anschluss an das Posting moniert, dass Zuckerberg die hasserfüllten Posts des US-Präsidenten nicht eliminiert oder kennzeichnet, und einige haben das Unternehmen bereits aus Protest verlassen. Zuckerberg kontert mit dem Hinweis auf freie Meinungsäußerung und gibt zu bedenken, dass die Menschen darüber informiert werden müssten, wenn die Regierung den Einsatz von Gewalt plant.
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