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Trendwende in Europa

Adidas: Auf Kurs trotz Gewinnrückgang

Adidas
„Ich bin sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen für das dritte Quartal sowie mit den weiteren Fortschritten in unseren strategischen Wachstumsbereichen Adidas Nordamerika, China und E-Commerce, in denen wir zweistellige Zuwächse erzielt haben“, sagt Adidas-Chef Kasper Rorsted.
„Ich bin sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen für das dritte Quartal sowie mit den weiteren Fortschritten in unseren strategischen Wachstumsbereichen Adidas Nordamerika, China und E-Commerce, in denen wir zweistellige Zuwächse erzielt haben“, sagt Adidas-Chef Kasper Rorsted.

Der zweitgrößte Sportartikelkonzern der Welt sieht sich nach Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal auf Kurs für ein weiteres Rekordjahr. Zwar ging der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen bei Adidas von Juli bis September um 2% auf 644 Mio. Euro zurück, dieser Rückgang war allerdings bereits vor drei Monaten angekündigt worden. Negativ zu Buche schlägt der Yeezy-Effekt aus dem Vorjahr, positiv das erstarkende Europa-Geschäft.

Die Prognose für das Gesamtjahr wird bestätigt: Adidas geht nach wie vor von einem Umsatzanstieg auf währungsbereinigter Basis zwischen 5% und 8% aus, aufgrund eines deutlich beschleunigten Umsatzwachstums im vierten Quartal. 2018 erlöste der Konzern insgesamt 21,9 Mrd. Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll auf einen Wert zwischen 1,88 Mrd. Euro und 1,95 Mrd. Euro steigen. Dies entspricht einem Anstieg um 10% bis 14% im Vergleich zum Vorjahreswert.

Im dritten Quartal nahm der währungsbereinigte Umsatz des Unternehmens um 6% zu. Auch der Umsatz der Marke Adidas stieg um 6%. In Euro erhöhte sich der Umsatz des Unternehmens von Juli bis September um 9% auf 6,41 Mrd. Euro. Dieser Anstieg ist auf Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich bei Sport Performance aufgrund von Zuwächsen in den Kategorien Training, Running und Outdoor zurückzuführen. Zudem verzeichnete Sport Inspired ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich. Der währungsbereinigte Umsatz von Reebok stieg infolge von Wachstum bei Sport um 2%.

Trendwende in Europa

Wie prognostiziert, hat Europas größter Sportkonzern auf dem heimischen Kontinent im dritten Quartal die Trendwende geschafft: Der Umsatz konnte um 3% auf 1,698 Mrd. Euro gesteigert werden. 

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Wachstum verzeichnet das Unternehmen auch in allen anderen Marktsegmenten. Der zusammengefasste währungsbereinigte Umsatz der Marken Adidas und Reebok stieg im zweistelligen Bereich in Emerging Markets (plus 14%), Russland/GUS (plus 13%) und Nordamerika (plus 10%). In Asien-Pazifik erhöhte sich der Umsatz aufgrund von zweistelligem Wachstum in China (plus 11%) um 8%. Der Umsatz in Lateinamerika stieg um 5%.

Das Umsatzwachstum des Unternehmens ist auf alle Vertriebskanäle zurückzuführen, wobei der Großhandelsumsatz beschleunigtes Wachstum aufwies und das Direct-to-Consumer-Geschäft des Unternehmens weiterhin im zweistelligen Bereich zulegte. Letzteres wurde durch Wachstum des E-Commerce um 14%, nach einem Anstieg um 76% im Vorjahreszeitraum, unterstützt.

Der Yeezy-Effekt

Grund für dieses E-Com-Rekordplus von 76% vom Vorjahr war der erfolgreichste Yeezy-Launch aller Zeiten im September 2018, der die „Demokratisierung des Yeezy“ eingeleitet hatte. Auch die operative Marge von 15,3% im dritten Quartal 2018 ließ sich zu großen Teilen auf den Yeezy-Effekt zurückführen. Dieser ließ sich, wie erwartet, nicht wiederholen. Was nun zu einem deutlich moderateren E-Com-Plus von 14%, aber auch zu einer um 1,3 Prozentpunkte auf 14% verringerten operativen Marge führte.

Die Bruttomarge des Unternehmens stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 52,1%. Positiv wirkten sich dabei ein verbesserter Vertriebskanalmix und Währungsentwicklungen aus, sodass gestiegene Luftfrachtkosten und ein weniger günstiger Preismix mehr als kompensiert werden konnten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 13% auf 2,486 Mrd. Euro und stiegen im Verhältnis zum Umsatz um 1,5 Prozentpunkte auf 38,8%. Hauptgrund für diesen Anstieg war die bereits geplante Verlagerung von Kosten vom vierten ins dritte Quartal, um eine ausgewogenere Verteilung der Aufwendungen innerhalb der zweiten Jahreshälfte zu erreichen, wie es heißt.

Deutlich gebremstes Schuh-Wachstum

Sneaker sind das Fundament. Doch der Anteil der Sneaker-Umsätze an den Gesamterlösen schrumpft. Für den Zeitraum von Juli bis September liegt er bei nur noch 54% nach 57% im Vorjahr. Das hat auch, allerdings nicht nur, mit dem Yeezy-Erfolg des vergangenen Jahres zu tun. Der Umsatz, den Adidas im dritten Quartal mit Schuhen machte, war währungsbereinigt nur 1% höher als im Vorjahreszeitraum. Bekleidung legte hingegen um 13% zu, in Euro sogar um 17% auf 2,625 Mrd. Euro.

Erfolgreiche Neunmonats-Bilanz

Der Umsatz legte in den ersten neun Monaten 2019 auf währungsbereinigter Basis um 5% zu. In Euro wuchs der Umsatz um 7% auf 17,802 Mrd. Euro. Engpässe bei den Produktionskapazitäten, bedingt durch einen starken Anstieg der Nachfrage nach Bekleidung im mittleren Preissegment, belasteten das Umsatzwachstum des Unternehmens speziell in Nordamerika, insbesondere in der ersten Jahreshälfte. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 8% auf 2,416 Mrd. Euro. Dies entspricht einer operativen Marge von 13,6% und damit einem Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen legte um 8% auf 1,737 Mrd. Euro zu.

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