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Trotz Corona-Krise steigende Margen

Under Armour: Umsatz sinkt weniger stark als erwartet

Under Armour
Under Armour-Store in Sydney
Under Armour-Store in Sydney

Starkes Online-Geschäft. Mit minus 41% sanken die Quartalserlöse von Under Armour weniger stark als erwartet. Durch den steigenden Anteil an Direct-To-Consumer (DTC) flossen weniger Artikel in Offprice-Kanäle, was die Bruttomarge auf 49,3% anhob. Jetzt will das Unternehmen den Ausbau der eigenen Einzelhandelsaktivitäten stark beschleunigen.

Under Armour verzeichnete im zweiten Quartal 2020 (30.6.) einen Umsatzrückgang von 41% auf 707,6 Mio. Dollar (598,37 Mio. Euro). Analysten hatten für den Bereichszeitraum ein Minus von 60% auf 543,8 Mio. Dollar erwartet. Der Großhandelsumsatz sank im Quartal um 58% auf 299 Mio. Dollar, während die Erlöse im Direktvertrieb um 13 Prozent auf 368 Mio. Dollar zurückgingen. Das Kerngeschäft der Marke mit Bekleidung war mit minus 42% auf 426 Mio. Dollar stärker betroffen als das relativ neue Footwear-Segment (minus 35% auf 185 Mio. Dollar). Die Erlöse mit Accessoires sanken um 47% auf 56 Mio. Dollar. Highlight war Under Armours Connected Fitness-System, das im Quartal aufgrund steigender Teilnehmerzahlen um 3% zulegen konnte.


Mit einem Umsatzeinbruch von 72% schnitt die Region Lateinamerika am schlechtesten ab, gefolgt von Nordamerika (minus 45%), EMEA (minus 39%) und Asien (minus 20%). Parallel dazu stieg der Verlust des Unternehmens aus Baltimore/Maryland von 17,3 Mio. Dollar im Vorjahresquartal auf 182,9 Mio. Dollar. Damit lag auch das Ergebnis über den Analysten-Erwartungen, was die Anleger offensichtlich begrüssten: Im vorbörslichen Handel stieg die Aktie zeitweise um fast 20%. Durch Sparmassnahmen konnten die Ausgaben im Quartal bereits um 15% reduziert werden. Zukünftig will das Unternehmen die Kosten weiter drosseln. Geplant ist u.a. die weitere Digitalisierung aller Prozesse, von der Produktenwicklung in 3D, bis hin zum virtuellen Verkauf.


Wie berichtet, hat die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) am 22. Juli eine Untersuchung der Buchhaltungspraktiken von Under Armour auf sogenanntes "Channel Stuffing" zwischen dem dritten Quartal 2015 und dem 31. Dezember 2016 angekündigt. Experten bewerten diese "Wells Notice" als Zeichen dafür, dass die Behörden bei Under Armour Unstimmigkeiten registriert und das Unternehmen ins Auge gefasst haben. Under Armour und das Management-Team weisen alle Vorwürfe kategorisch zurück und halten sich den eigenen Angaben zufolge für Gespräche mit Vertretern der SEC bereit.

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