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Beschleunigte Expansion mit eigenen Stores

Nike übertrifft erneut alle Erwartungen

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Im zweiten Quartal wuchs das Digitalgeschäft von Nike zum dritten Mal in Folge um 80%.
Im zweiten Quartal wuchs das Digitalgeschäft von Nike zum dritten Mal in Folge um 80%.

Digitale Dauerleistung. Aufgrund eines starken E-Commerce, der in drei Quartalen in Folge über 80% zulegte, steigerte Nike seine Erlöse im zweiten Quartal 2020/2021 (30.11.) um 9% auf 11,24 Mrd. Dollar (9,2 Mrd. Euro) und den Nettogewinn um 12% auf 1,2 Mrd. Dollar oder 0,78 Dollar pro Aktie.

Damit lag das Ergebnis des US-Sportartikel-Konzerns auch in diesem Quartal über den Erwartungen der Wall Street-Analysten. Diese hatten im Schnitt einen Umsatz von 10,56 Mrd. Dollar und einen Nettogewinn von 0,62 Dollar pro Aktie prognostiziert. Neben dem kometenhaften Anstieg des E-Commerce, der im zweiten Quartal auf hoher Vorlage um 84% (währungsbereinigt plus 80%) kletterte, trugen auch das Geschäft in China und der EMEA-Region zu dem starken Wachstum bei. Während steigende Kosten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie und der laufenden Umstrukturierung die Bruttomarge um 90 Basispunkte auf 43,1% gedrückt haben, trugen geringere Marketingausgaben für Sportereignisse zur Anhebung des Gesamtergebnisses bei. 


In der Region Greater China verzeichnete der weltgrößte Sportartikelkonzern ein Wachstum von 24% auf 2,3 Mrd. Dollar. Schuhe legten mit 26% stärker zu als Bekleidung (16%). Getrieben wurde dieses Plus vor allem von einem sehr erfolgreichen Singles Day. Dieser brachte Nike mehr als 4 Millionen neu registrierte Member und spülte mehr als eine halbe Milliarde Dollar Umsatz in die Kassen. 



Umgekehrt wurde ein 17%-iges Wachstum in der EMEA-Region (2,96 Mrd. Dollar) durch Bekleidung (23%) angetrieben, Schuhe legten um 16% zu. Besonders stark entwickelt sich auch hier das Direkt-Geschäft mit den Konsumenten (+25%). Das Digital-Business konnte nicht zuletzt aufgrund einer sehr erfolgreichen Cyber Week fast verdoppelt werden. Das Wholesale-Geschäft legt dank starker strategischer Partner wie JD Sports und Zalando in der Region um 6% zu. Dieses Plus sei allerdings durch ein zweistelliges Minus der "undiffenzierten Wholesale-Partner" geschmälert worden. 


Das Nordamerika-Geschäft der Gruppe wuchs um 1% auf 4 Mrd. Dollar, wobei Umsatzrückgänge bei Geräten (-9%) und Bekleidung (-3%) durch ein 4%-iges Wachstum mit Schuhen wieder ausgeglichen wurden. Auf Vorjahresniveau (1,47 Mrd. Dollar) blieb das Geschäft in APLA, wobei ein 5%-iges Plus mit Bekleidung durch Umsatzrückgänge bei Schuhen und Geräten wieder aufgehoben wurde.



Angesichts der anhaltenden Herausforderungen im Großhandelsgeschäft und in seinen eigene Läden implementiert das Unternehmen kontinuierlich neue Maßnahmen. In Nordamerika wurden am Black Friday beispielsweise neue Tools eingesetzt, um dynamische Preisentscheidungen zu treffen. In der EMEA-Region setzt der Konzern den Ausbau der RFID-Funktionen in seinen Filialen fort, um eine bessere Produktzuordnung und -auffüllung zu ermöglichen. Und in Korea wurde in Nike-Filialen mit dem Test von RFID-Funktionen wie Self-Checkout begonnen. 


Wie CFO Matthew Friend im Rahmen des Investor Calls betonte, wird Nike die Eröffnung neuer Filialen beschleunigen, um ein differenziertes und digital vernetztes Kundenerlebnis zu schaffen. Allein im zweiten Quartal habe der Konzern zwei Nike Live und sechs Nike Unite Stores eröffnet; für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres sei die Eröffnung von 30 weiteren Stores geplant. Diese Schlagzahl soll im nächsten Geschäftsfjahr sogar noch erhöht werden, um das Wachstum in den Bereichen Women's, Digital und Bekleidung weiter zu beschleunigen. Der Anteil des E-Commerce soll mittelfristig von rund 30% im ersten Quartal 2020 auf rund 50% der Konzernerlöse angehoben werden soll.


Dazu tragen laut President und CEO John Donahoe auch Innovationen wie die im zweiten Quartal eingeführte Live-Funktion der SNKRS-App bei. Im Rahmen ersten live gestreamten Produkt-Drop von SNKRS Live war der der Air Jordan 4 PSG laut Donahoe in nur zwei Minuten komplett ausverkauft. Diese Live-Streaming-Funktion sei mittlerweile sowohl in Nordamerika als auch in der EMEA-Region vollständig ausgerollt und werde in Kürze in Japan eingeführt. 

“Die Live-Interaktion verstärkt die Kundenbindung und ermöglicht Teilnehmern einen schnelleren Zugang zu unseren besten Produkten”, erklärt Donahoe im Rahmen des Investor Call. “Wir sehen hier so viel Wert, dass wir im Vorfeld des Singles Day ein brandneues Live-Streaming-Studio in Greater China eröffnet haben.”

 

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