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TW 100: Jeanette Friedrich, Global Ispo Group Director, Messe München

Inspiration und Interaktion

Messe München
"Gerne hätten wir 2020 mit der Perspektive auf eine physische Veranstaltung beschlossen. Aber im Frühherbst wurde klar: Das wird nicht funktionieren", so Ispo-Macherin Jeanette Friedrich.
"Gerne hätten wir 2020 mit der Perspektive auf eine physische Veranstaltung beschlossen. Aber im Frühherbst wurde klar: Das wird nicht funktionieren", so Ispo-Macherin Jeanette Friedrich.

2020 war nicht nur ein Jahr dramatischer Einschnitte, sondern auch ein Jahr großer Ideen, mutiger Entscheidungen und neuen Denkens. Die TextilWirtschaft stellt in ihrer Ausgabe "TW 100 - Mut, Macher" 100 Akteure vor, die herausragten. Menschen, die Mut machen. Wie Ispo-Macherin Jeanette Friedrich. Sie kann bei der Konzeption der ersten Ispo Munich Online (1. bis 5. Februar) auf wertvolle Erkenntnisse aus dem Sommer zurückgreifen.

TW: Sie haben sich recht früh entschieden, auf eine Präsenzveranstaltung im Januar zu verzichten. Wussten Ihre Aussteller diese Planungssicherheit von Anfang an zu schätzen?
Jeanette Friedrich: Absolut. Wir standen den gesamten Sommer über im engen Austausch mit der Branche und haben uns jede Woche mit der Frage auseinandergesetzt, welches Angebot bestmöglich zur Situation unserer Kunden passt. Es war uns besonders wichtig frühestmöglich Sicherheit zu geben. Mit einer Strategie des Wartens bis zur letzten Minute lässt sich eine erfolgreiche Veranstaltung – bei aller Agilität und Spontaneität – nicht umsetzen.

Welche Learnings konnten Sie aus der Sommer-Veranstaltung ziehen?
Wir haben im Anschluss an die Ispo Re.Start Days sehr viel positives Feedback hinsichtlich der Qualität der Speaker und des Events an sich bekommen. Und genau das war quasi auch unser größtes Learning: Die Aufbauarbeit der letzten Jahre hat sich gelohnt. Dank der detaillierten, datenbasierten Performance-Auswertung, wie sie bei Online-Formaten möglich ist, haben wir erkannt, welche Formate und Inhalte digital gut und welche weniger gut funktionieren. Eine zentrale Erkenntnis: Viele der Besucher ziehen sich nicht wie bei einer physischen Veranstaltung ganz aus dem Tagesgeschäft heraus, sondern konsumieren digitale Inhalte oftmals nebenbei. Konkret heißt das für die Ispo Munich 2021 unter anderem kürzere Talks statt stundenlanger Panels, effiziente Interaktionsformate und emotionale Momente. Auch eine veränderte Feedback-Kultur konnten wir erkennen: Die digitale Plattform kann die Hemmschwelle für eine Wortmeldung senken, wie sie häufig bei Vor-Ort-Veranstaltungen besteht. Das Feedback der Teilnehmer kommt viel direkter. Damit gilt es umzugehen.

Welche Rolle werden bei der Ispo Munich die Kollektionen für Herbst/Winter 21 spielen? Ist das überhaupt noch die Kern-Funktion einer Messe?
Die Vorstellung der neuen Kollektionen ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Ispo Munich. Neben den Produkten geht es aber schon lange um viel mehr: Die Positionierung von Marken zu gesellschaftlichen Themen und Trends wie beispielsweise Nachhaltigkeit nehmen mittlerweile eine bedeutende Rolle ein. Ebenso wie deren Bedeutung und Umsetzung innerhalb der Industrie. Es geht darum, Anbieter für Lösungen aktueller Problemstellungen zu finden ebenso wie Inspiration für das eigene Business. Die Kern-Funktion einer Messe ist es, alle Branchenmitglieder genau dort abzuholen, wo sie gerade stehen – in Bezug auf ihr Know-how, ihre Bedürfnisse, und Ideen – und ihnen eine passende Plattform zu bieten, ihr Business und ihre Visionen erfolgreich voranzubringen. Wir verstehen die Ispo Munich als Plattform für wertvolle Verbindungen zwischen den verschiedenen Branchenteilnehmern entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Wie viel persönlicher Kontakt ist dafür in Zukunft nötig? Und wie viel Quadratmeter Ausstellungsfläche?
Digitale Angebote sind dabei eine wertvolle Ergänzung. Der persönliche Kontakt lässt sich jedoch nicht komplett ersetzen. Große Branchentreffen und Leitveranstaltungen wie die Ispo Munich leben mit vom zufälligen Kennenlernen, spontanen Treffen und Diskutieren, vom Anfassen der Produkte, der Stimmung in den Hallen und dem Gemeinschaftsgefühl. So spiegeln es uns auch die Kunden wider.

Wie soll die Einbindung von Konsumenten aussehen?
Das Konsumenten-Programm wird von unseren Ausstellern gestaltet. Sie buchen Timeslots, so genannte „Public Streams“, die sie dann weitgehend frei gestalten können – von der Trainings-Session über Produktschulungen bis hin zu offenen Diskussionsrunden.

Die Porträts aller Mut-Macher 2020 lesen Sie im E-Paper der TW 100. 
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