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TW 100: Paul Smith, Adidas

Unerwartetes wird selbstverständlich

Adidas
"Wenn meine Kinder sich einmal Stan Smith-Schuhe kaufen, werden sie hoffentlich denken, es wäre wahnsinnig, sie auf eine andere, nicht nachhaltige Weise herzustellen", sagt Paul Smith, Senior Director Sustainability Concepts Footwear and Apparel bei Adidas.
"Wenn meine Kinder sich einmal Stan Smith-Schuhe kaufen, werden sie hoffentlich denken, es wäre wahnsinnig, sie auf eine andere, nicht nachhaltige Weise herzustellen", sagt Paul Smith, Senior Director Sustainability Concepts Footwear and Apparel bei Adidas.

Den ersten Prototypen in den Händen zu halten, ist immer ein besonderer Moment. Auch für Paul Smith, Senior Director Sustainability Concepts Footwear and Apparel bei Adidas. Und so war es auch beim Stan Smith Mylo. Gemeinsam mit Bolt Threads hat Adidas diesen Sneaker aus natürlichem und nachwachsendem Lederersatz aus Pilzmyzel entwickelt, der im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll.

Adidas ist einer der Partner des Mylo-Konsortiums. Kering, Stella McCartney und Lululemon gehören zu den weiteren Bolt Thread-Partnern der ersten Stunde, die alle an unterschiedlichen Produkten aus diesem Material arbeiten. Die so genannten Myzelien, aus denen Mylo hergestellt wird, werden unter kontrollierten Laborbedingungen in einem Vertical-Farming-Verfahren angebaut und können bereits nach rund zwei Wochen geerntet werden.

„An einem solchen Schuh zu arbeiten, ist unglaublich aufregend“, erzählt Smith. „Aber es ist mindestens genauso aufregend, ein neues Material zu finden, das man eventuell zu einem solchen Schuh verarbeiten könnte. Wenn wir dann über unzählige Tests und Versuche so weit gekommen sind, dass wir überhaupt ein Stück eines neuen Materials in den Händen halten können, dann ist das für unser Team nicht mehr so weit entfernt von einem Schuh.“

Material-Innovation: Adidas präsentiert Mylo

Dass dieses Material ausgerechnet für eine der Ikonen mit den drei Streifen und Adidas-Topseller verwendet wird, ist natürlich kein Zufall, sondern ein wichtiger Hebel beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele. Dabei will der Konzern große Schritte machen: Im Jahr 2025 sollen neun von zehn Artikeln nachhaltig sein und damit, so die Definition, eine nachhaltige Technologie, ein nachhaltiges Material, Design oder Herstellungsverfahren aufweisen.

Dabei setzt das Unternehmen auf drei Säulen. Die naheliegendste: Produkte werden aus recycelten Materialien gefertigt. Die Säule Made to be Remade geht einen Schritt weiter: Hier geht es um zirkuläres Design. Um Produkte, die wieder und wieder zu Produkten werden. Also Schuhe und Bekleidungsstücke, die den Kreislauf nicht nur theoretisch schließen können, sondern das tatsächlich leisten. Die dritte Säule des Konzerns, Made with Nature, setzt auf regenerative Materialien. Unter anderem auf Pilzmyzel.

Smith ist seit vielen Jahren Teil des Adidas-Teams. Der Kanadier kam 2005 nach ersten Stationen in der Automobilindustrie ins Unternehmen. „Es war immer mein Traum, in der Sportartikelindustrie zu arbeiten.“ Er sicherte sich eine Stelle in dem Ingenieur-Team in Herzogenaurach. „Ich glaube, ich war Ingenieur Nummer Drei in diesem Team. Mittlerweile sind wir mehr als 200.“ Etwas Unerwartetes in etwas Selbstverständliches verwandeln, das treibt den 41-Jährigen an. „Wenn meine Kinder sich einmal Stan Smith-Schuhe kaufen, werden sie hoffentlich denken, es wäre wahnsinnig, sie auf eine andere, nicht nachhaltige Weise herzustellen.“

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