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TW-Interview zum E-Sport, Teil 1

Der Profi-Gamer: „Mode bedeutet mir viel“

BIG Berlin International Gaming
Weltklasse bei Counter-Strike: Florian Rische
Weltklasse bei Counter-Strike: Florian Rische

Videospiele sind von einer Nische zu einem Massenphänomen geworden. Nun wird auch die Mode- und Luxusindustrie aktiv. Wie im Fußball gibt es auch im E-Sport Starathleten. Zur Weltspitze beim Spiel Counter-Strike gehört Florian Rische. Der Profi-Gamer ist ein Fashion-Victim. Und schaut sich ab und an gerne auch eine Catwalk-Show an.

Videospiele finden im heimischen Wohnzimmer statt? Das war einmal. Heutzutage strömen Tausende in Stadien wie die Kölner Lanxess-Arena, um live dabei zu sein, wenn Top-Spieler aufeinander treffen − und das werden sie sicher auch wieder tun, sobald es möglich ist. Gaming ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Kein Wunder, dass Mode- und Luxusfirmen von dem Hype profitieren wollen. Doch wie? Ein Weg ist das traditionelle Sponsoring einer Mannschaft oder eines Spielers. Zur absoluten Weltspitze in der Disziplin Counter-Strike zählt Florian Rische. Der 24-Jährige, den Fans unter seinem Spielenamen „syrsoN“ kennen, holt für sein Team Berlin International Gaming einen Sieg nach dem anderen.

Rische hat, wie viele andere Gamer, einen Faible für die Mode, und ist in Sachen Trends immer auf dem Laufenden. „Mein äußeres Erscheinungsbild liegt mir sehr am Herzen. Ich hatte sogar vor einem Jahr mit dem Gedanken gespielt, mein eigenes Label zu gründen“, sagt Rische.

TextilWirtschaft: Sie sind Profi-Spieler. Wann und wie haben Sie mit dem Gaming angefangen? Wie kam es, dass aus dem Hobby ein Beruf wurde?
Florian Rische: Ich habe schon sehr früh angefangen. Als ich zehn Jahre alt war, schaute ich schon immer bei meinem Bruder zu. Durch ihn bin ich in die Szene reingerutscht. Dadurch, dass das Spiel erst ab 16 erlaubt ist, musste ich bis zu meinem 16. Lebensjahr warten, um in Deutschlands höchster Spielklasse spielen zu dürfen. Ich verdiente damals schon ein paar Euros damit. Richtig los ging es als Vollzeit-Spieler erst ab 2017. In diesem Jahr wurde es auch mein Beruf.

Wer sind Ihre Fans? Wie halten Sie den Kontakt mit Ihrer Community?
Meine Fans sind hauptsächlich Jugendliche im Alter von 13-20, dennoch habe ich auch wirklich viele, die über 20 oder gar 30 sind, was mich persönlich sehr freut, da es mir zeigt, wie sehr der Sport die Leute untereinander verbindet. Für mich spielt das Alter der Fans keine Rolle, da ich mich über jede nette Nachricht oder jeglichen Kommentar sehr freue und dankbar bin für die Unterstützung der Leute. Im Kontakt bin ich mit ihnen über Instagram, Twitter und Facebook.

Von Tommy Hilfiger bis Gucci: Florian Rische hat ein Faible für Fashion.
BIG Berlin International Gaming
Von Tommy Hilfiger bis Gucci: Florian Rische hat ein Faible für Fashion.

Videospielern eilt der Ruf des Nerds voraus. Wie gehen Sie damit um?
Deutschland ist in Sachen E-Sport wirklich noch sehr eigen. Klar, es hat sich etwas gebessert, aber ich denke immer noch, ganz passé ist das Nerd-Image nicht. Man bekommt ab und zu immer noch von Leuten, die von Gaming keine wirkliche Ahnung haben, einen Nerd-Spruch ab, aber darüber lache ich meistens nur.

Wie wichtig ist Mode für Sie?
Mode ist für mich sehr bedeutend, da ich immer sehr modisch gekleidet sein möchte und schon von klein auf an Mode interessiert war. Mein äußeres Erscheinungsbild liegt mir sehr am Herzen. Ich hatte sogar vor einem Jahr mit dem Gedanken gespielt, mein eigenes Label zu gründen.

Welche Labels gefallen Ihnen?
Ich trage eine große Bandbreite an Labels, von Tommy Hilfiger über Ralph Lauren bis zu Gucci, Balenciaga, Givenchy oder Valentino.

Wie würden Sie Ihren Style beschreiben?
Modisch und immer im Trend.

Her mit dem Ding: Louis Vuitton hat den Koffer für einen Gaming-Pokal entworfen.
Louis Vuitton
Her mit dem Ding: Louis Vuitton hat den Koffer für einen Gaming-Pokal entworfen.

Wie und wo shoppen Sie?
Ich shoppe zu 90% im Internet, meistens über Farfetch oder direkt bei den Labels.

Wie informieren Sie sich über Mode-Trends? Gibt es Influencer, Blogs etc., denen Sie folgen?
Ich informiere mich täglich über Mode-Trends, sei es bei Influencern, denen ich folge, oder über Modemagazine wie das GQ Magazin, die ich durchstöbere. Ab und zu schaue ich mir auch ein paar Modenschauen an, um meinen Stil zu erweitern.

Die Luxus- und Modeindustrie hat die Gaming-Szene entdeckt. Louis Vuitton und Riot Games, Gucci und Fnatic, Razer und BAPE. Was halten Sie davon? Cool? Oder anbiedernd?
Ich persönlich finde es sehr cool, da ich ja selbst ein paar Kleidungsstücke davon besitze und gerne solche Labels trage. Das bringt frischen Wind in die Gaming-Szene.

Nächstes Level: BAPE hat sich mit dem Zubehör-Spezialisten Razer zusammengetan.
BAPE; Razer
Nächstes Level: BAPE hat sich mit dem Zubehör-Spezialisten Razer zusammengetan.

Welche Produktkategorien bergen aus Ihrer Sicht das größte Potenzial für die Luxusindustrie?
Ich denke, eine Kombination aus Hoodies, Pants und Schuhen hat das größte Potenzial für die Luxusindustrie. Denn diese Artikel braucht man für den täglichen Gebrauch, sei es auf Reisen oder auf Turnieren, am häufigsten.

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